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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Versäumnisse der Verkehrspolitik
Zwischenüberschrift:
Leserbriefe
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
" Zunächst ist festzuhalten, dass die Trasse von der Gluck- zur Mozartstraße eine Wohnsammel- und keine Durchgangsstraße ist. Formalistisch ist die Gluckstraße für eine Wohnsammelstraße fünf Zentimeter zu schmal. In Wohnsammelstraßen darf nach DIN 18005-1 die maximale Lärmbelastung tagsüber nicht höher als 55 Dezibel und nachts nicht höher als 45 Dezibel sein. Allein aufgrund der dichten Bebauung entlang des Straßenzugs von der Mozart- zur Gluckstraße lässt sich die Lärmbelastung nicht durch bauliche Maßnahmen reduzieren, denn Sie können ja nicht vor den Fassaden der Häuser Lärmschutzwände hochziehen.
Bei Umsetzung der Entlastungsstraße West kann hingegen durch die bauliche Planung und Ausgestaltung der Trasse die Ausbreitung von Lärm drastisch reduziert werden. Theoretisch könnte jedermann vor das Verwaltungsgericht ziehen, um die Tempobegrenzung aufheben zu lassen, denn in Durchgangsstraßen sind derartige Maßnahmen rechtlich unzulässig! [. . .]
Es trifft zwar zu, dass es seitens des Bundes nur Fördermittel gibt, wenn Straßen für alle Verkehrsmittel, das heißt auch für Lkws benutzbar sind. Die Gegner einer Entlastungsstraße West leiten hieraus ab, dass die zukünftige Entlastungsstraße West von Lkws als Schleichweg zur Umgehung der Autobahnmaut genutzt werden würde. Dies ist unsinnig! [. . .]
Natürlich wird der Ziel- und Quellverkehr von und zu Osnabrücker Speditionen Lkw-Verkehr beinhalten. Hier muss jedermann zur Kenntnis nehmen, dass Lkws zum Wirtschaftsleben gehören und Osnabrück keine idyllische Alm, sondern ein Wirtschaftsstandort ist. Ähnliches gilt auch für die Pkw-Fahrer. Sie benutzen nicht die heimliche Westumgehung, um die dortigen Anwohner zu ärgern, sondern sie wollen zu ihrem Arbeitsplatz oder zu Kunden gelangen.
Allein deshalb ist die Argumentation der Straßengegner unsinnig, die ihre Grundstücke wegen der geplanten Westumgehung für einen Apfel und ein Ei und nicht zu marktgerechten Preisen wie am Westerberg erworben haben. Die angebliche Ruhestörung der Patienten des Klinikums ist eine dreiste Lüge der Straßengegner. Die Trasse der Entlastungsstraße führt östlich vom Bettentrakt des Klinikums vorbei. Auch das Heger Holz und der Rubbenbruchsee liegen weit entfernt.
Unabhängig von der persönlichen Betroffenheit der Anwohner sollte jeder Osnabrücker bedenken, dass man nicht den gesamten Verkehr einer Großstadt wie Osnabrück über Wall und Ring abwickeln kann. Das größte Versäumnis der Stadträte der Nachkriegsjahre bestand darin, keine Tangentialverbindungen geschaffen zu haben, über die der Verkehr zwischen den einzelnen Stadt teilen abgewickelt werden kann. Dadurch haben sich heimliche Tangentialverbindungen entwickelt, zu der neben der Trasse von der Mozart- zur Gluckstraße auch die Trasse Albrecht- und Caprivistraße, der Kirchenkamp, die Rückertstraße oder die Parkstraße gehören. […]"
Dr.-Ing. Klaus Busch
Osnabrück
" Als zugereister Osnabrücker, der sich seit 1988 hier gut eingelebt hat und sich relativ wohlfühlt, ist mir von Anfang an aufgefallen, dass die Mentalität der Osnabrücker sehr bieder und nicht gerade fortschrittlich orientiert ist. [. . .]
Die Verbindungsstraßen zwischen Stadtteilen, zum Beispiel Rückertstraße, Caprivistraße, Gluckstraße, Am Kirchenkamp, Mozartstraße, die in anderen Städten gut ausgebaut mit 50 km/ h befahren wären, sind in Osnabrück auf Tempo 30 beschränkt und mit zehn bis zwölf Zentimeter hohen Verkehrsbehinderungen versehen. Das größte Übel sind die Halbinseln auf der Straße Am Natruper Holz, weil die meisten Autofahrer meinen, ihr Fahrzeug sei drei Meter breit, beziehungsweise sie haben überhaupt kein Augenmaß und bringen ständig den Verkehr zum Stocken. Bitte, liebe Osnabrücker, seid einmal fortschrittlich und stimmt für die Westumgehung! Und zwar als Tunnel auf der Länge des Lückenschlusses, denn alle anderen Ausführungen wären dilettantisch. Andere Städte hätten die Westumgehung vor 40 Jahren gebaut und nicht solche unsinnigen Projekte wie den Neumarkttunnel als Millionengrab vergeudet. Die nächste Katastrophe ist, den Neumarkt zweispurig zu gestalten."
Klaus H. Schmincke
Osnabrück
" Wir sollen abstimmen über den Bau der Westumgehung/ Entlastungsstraße. Als nicht direkt betroffener Osnabrücker ärgere ich mich, dass in der Debatte dazu die langfristige Tragfähigkeit und Nachhaltigkeit der Verkehrsplanung fast keine Rolle spielt. [. . .]
Nur am Rande wird die wichtige ökologische und soziale Funktion der Schrebergärten angesprochen, die einer neuen Trasse weichen müssen. Auch andere Bürgerinnen und Bürger sorgen sich ernsthaft um einzelne Aspekte der Verkehrs- und Stadtentwicklung. Dabei dürfte sich herumgesprochen haben, dass neue Straßen unsere Verkehrsprobleme nicht lösen, solange wir unser Mobilitätsverhalten nicht ändern und keine attraktiven neuen Verkehrskonzepte entwickelt werden (Ausbau sicherer Radwege, Park-and-ride-Systeme, neue Logistikkonzepte, verbesserter ÖPNV etc.). Mit mehr und breiteren Straßen werden nicht nur die verkehrs politischen und wirtschaftlichen Ziele nicht erreicht. Vielmehr sinkt die Lebensqualität insgesamt, wenn wir immer mehr Autoverkehr in unserer Stadt zulassen. [. . .]
Andere verkehrspolitische Entscheidungen wie der vierspurige Ausbau der Römereschstraße sind scheinbar losgelöst von der Neubau frage am Westerberg. Dabei handelt es sich um eine zusammenhängende Verkehrsachse im Westen der Stadt. Zudem fragt man sich, was ein vierspuriger Ausbau der Straße vor Kaffeepartner
und dem Polizeirevier bringen soll, wenn sich alles
vor der demnächst noch häufiger geschlossenen Schranke, vor der zweispurigen Römereschbrücke und der engen Bahnunterquerung staut.
Wenn die Fraktionsvorsitzenden der beiden großen Parteien im Stadtrat in einer Art GroKo und quasi in ihren politischen Funktionen eine außerparlamentarische Bürgerinitiative , Entlastungsstraße jetzt′ gründen, dann unterlaufen sie damit elementare Spielregeln einer parlamentarischen Demokratie. [. . .]"
Prof. Dr. Peter Seeger
Osnabrück
Autor:
Dr.-Ing. Klaus Busch, Klaus H. Schmincke, Prof. Dr. Peter Seeger


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