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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Wasser bestimmt übers Leben
Zwischenüberschrift:
Internationale Jugendkonferenz zum Weltwassertag
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Eine internationale Jugendkonferenz zum Weltwassertag: Fast 160 jugendliche Teilnehmer, überwiegend aus der Region Osnabrück, beschäftigten sich am Wochenende intensiv mit dem Thema Wasser. Ob praktisch an der Nette im Schulpark der Angelaschule, ob theoretisch beim Papierhersteller Schöller, ob regional mit Exkursionen zum Wasserwerk Wittefeld oder international mit Workshops, bei denen Teilnehmerinnen aus Thailand oder Indonesien von ihrer Arbeit berichteten das Spektrum des Angebots war weit gefächert.

" Ich habe gelernt, dass Wasserbewohner durch eine Störung der glatten Flussströmung Lebensräume bekommen", erklärt Svea Jürgens. Gerade steht sie mit ihren Gummistiefeln in der Nette, wuchtet einen Baumstamm auf ein Bett aus Kies und größeren Steinen. Svea ist 13 und in der Klimabotschafter-AG der Ursulaschule. Jetzt baut sie mit wachsender Begeisterung eine Kiesbank, die später zur Laichzone für Fische werden soll.

Zusammen mit ihrer Aktivistinnengruppe hat sie zunächst eine fachkundige Wanderung entlang der Nette gemacht und hat von Experten etwas über die Wasserrahmenrichtlinie der EU erzählt bekommen. Die soll dafür sorgen, dass unsere Gewässer wieder naturnäher werden, mit Artenvielfalt und Hochwasserschutzfunktion. Unter dem Motto " Wir werden aktiv" packen die Teilnehmerinnen dann kräftig zu: Die einen pflanzen am Ufer Schwarzerlen, die anderen bauen einen Fischunterstand.

Theaterstücke erarbeiten derweil andere Teilnehmer der Konferenz, die von dem Kinderhilfswerk terre des hommes, der Alfred-Toepfer-Akademie für Naturschutz und dem Osnabrücker Wassergipfel e. V. veranstaltet wurde: Zum Thema " Recht auf Wasser" oder " Wasser für alle" wird mit viel Körpereinsatz visualisiert, dass der Zugang zu sauberem Wasser in bestimmten Regionen der Erde über Leben und Tod entscheidet. " Wir klären darüber auf, wie wichtig es ist, Wasser nicht zu verunreinigen oder zu verschwenden", erklärt Yaowalak Lahuna in der Bundesstiftung Umwelt, wo diverse Workshops stattfinden.

Lahuna ist 18 Jahre alt, kommt aus Thailand und ist in ihrer Heimat in einem Projekt aktiv, das sich entlang des Mekongs um den Wasserschutz kümmert. Sie klärt an Schulen und im Rahmen von Feriencamps zum Beispiel darüber auf, dass entlang des Mekongs in Zukunft 50 neue Staudämme gebaut werden sollen, die zwar die Stromversorgung sichern, jedoch die Trinkwasserversorgung gefährden und der Landwirtschaft entlang des Stroms das Wasser abgraben.

Die 20-jährige Rahma Novianti engagiert sich, wie die Konferenzteilnehmer erfahren, in ihrer Heimat Indonesien für den Wasserschutz: " Bei uns gibt es zum Beispiel viele Goldschürfer, die Unmengen an Wasser mit zur Goldgewinnung nötigem Quecksilber verseuchen", sagt Novianti.

Was man unter dem Stichwort " Virtuelles Wasser" versteht, lernen die Konferenzteilnehmer ebenso wie das Für und Wider der Privatisierung von Wasserressourcen. " Der Klimawandel verschärft die Armut und begünstigt die ohnehin Privilegierten", hatte der Kieler Klimaforscher und Meteorologe Mojib Latif in seiner Eröffnungsrede erklärt: " Bevölkerungsgruppen, die bereits jetzt unter Dürren und Wassermangel leiden, werden es in Zukunft noch mehr tun", prognostizierte Latif.

Am Sonntag wurden schließlich die Ergebnisse der Tagung dokumentiert sowie die entstandenen Filme und Theaterstücke präsentiert.

Ein mit zahlreichen Experten besetztes Podium diskutierte schließlich mit den Jugendlichen über das Thema " Wasser Herausforderungen und Chancen".

Bildtext:
Mit einem Bett aus Kies gestalten Angela-Schülerinnen das Ufer der Nette ungleichmäßiger. Es soll an dieser Stelle zur Laichzone werden.

Foto:
Thomas Osterfeld
Autor:
Tom Bullmann


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