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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Elektrisches Verkaufsmobil prämiert
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Bahn will Innovation aus Osnabrück einsetzen
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück. Eine Innovation stellt die Osnabrücker Startup Firma EKonzept Mobility nur ein Jahr nach der Existenzgründung vor. Ein elektrisches Verkaufsmobil, das vollkommen unabhängig von Strom- und Wasserversorgung funktioniert. Der fahrende Kiosk bietet Zeitschriften, Kaffeegetränke, Snacks und Tabakwaren an. Für das Projekt " Foodtruck" wurde das Unternehmen kürzlich von der Deutschen Bahn mit dem zweiten Platz des Wettbewerbs " Next Station" ausgezeichnet.

Der Wettbewerb der Deutschen Bahn richtete sich an Existenzgründer, die Projekte in den Bereichen Mobilität, Kundenbindung und Kundeninformation oder Einzelhandel vorstellen. Die Projekte sollen das bestehende Bahnhofsumfeld ergänzen. EKonzept Mobility präsentierte den " Foodtruck". Dieser elektrisch fahrende Kiosk dient zur mobilen gastronomischen Versorgung an Bahnhöfen. Die Idee dahinter ist, Fahrgäste der Deutschen Bahn bei Bedarf auch an abgelegenen Bahnhöfen ein Angebot von belegten Brötchen, Getränken und Tabakwaren zu bieten.

Das Osnabrücker Startup Unternehmen EKonzept wurde 2012 durch Axel Kaufmann, Axel Gartmann und Sven Sassen gegründet. Sie gliedert sich in drei Firmen mit unterschiedlichen Schwerpunkten auf: EKonzept, EKonzept Mobility und EKonzept Energy. Die Firmenzweige arbeiten in den Bereichen Elektroinstallation, EDV-, Sicherheits- und Kommunikationstechnik, Beleuchtungstechnik und Technik zur Energiegewinnung und - einsparung. Der Zweig EKonzept Mobility nimmt die Funktion des Fahrzeugbauers ein. Dabei wird er von Partnerwerkstätten unterstützt. Das elektrische Verkaufsmobil wurde innerhalb eines Jahres entwickelt. " Die Fachhochschule Osnabrück hat uns dabei mit einem Fahrdynamiktest unterstützt, den wir brauchten, um eine Straßenzulassung zu bekommen", sagt Mike Zwanck, Ingenieur der Firma EKonzept Energy. Aus einem Renault Kangoo wurde so ein elektrisches Mehrzweckfahrzeug. " Der Umbau unterlag gewissen Auflagen von Renault, aber auf diese Weise gewährt uns der Autokonzern die volle Garantie auf das Fahrzeug", sagt Kerstin Niemann, Marketingmanagerin der Firma EKonzept. Ein Verkaufsmobil existiert bereits als Vorführmodell. Der Partner " Coffee Jungle" stellt für dieses Fahrzeug unter anderem die gastronomischen Geräte. Zurzeit ist der " Foodtruck" allerdings noch nicht in Betrieb. Er steht im Autohaus Hasepark und wird deutschlandweit auf Messen vorgestellt.

Die Deutsche Bahn prämierte das Verkaufsmobil vor allem wegen seiner Umweltverträglichkeit und der flexiblen Einsatzmöglichkeiten. " Die Bahn berät nun, was mit dem Foodtruck passiert", sagt Kerstin Niemann. Die Möglichkeit bestehe, dass die Bahn Fahrzeuge abnehme und diese an Bahnhöfen teste. " Der Foodtruck passt gut in das grüne Konzept der Bahn", ergänzt Niemann. Das Verkaufsmobil solle dabei keine ortsansässigen Einzelhändler vertreiben, sondern deren Angebot ergänzen. " Der Preis der Deutschen Bahn ist ein Riesen-Erfolg für uns, und wir hoffen, dass es ein Sprungbrett zu anderen Unternehmen ist", sagt Mike Zwanck. Nominiert war das Projekt der Osnabrücker Existenzgründer auch bei der IAA für den Green Fleet Award des TÜV Süd. Dieser Preis prämiert Innovationen im Bereich der Reduktion von Umweltbelastungen bei Fahrzeugen.

Die Neuheit gegenüber bekannten Brötchenwagen ist, dass der " Foodtruck" elek trisch betrieben ist und autark funktioniert. Vor Ort bringt die eingebaute Batterie genug Leistung, um Getränkekühlung, Licht und einen Kaffeevollautomaten zu betreiben. Das Verkaufsmobil hat zudem eine interne Wasserversorgung. Aufgeladen werden kann der umgebaute Renault Kangoo an Standardsystemen für Elektroautos. Er hat eine Reichweite von 120 Kilometern.

Verschiedene Einsatzmöglichkeiten bieten sich durch die Unabhängigkeit von einer Stromversorgung beim Verkauf. " Der Foodtruck kann zum Beispiel auf Wochenmärkten, Raststätten, in Naturschutzgebieten oder in geschlossenen Räumen eingesetzt werden", erklärt Kerstin Niemann. Außerdem sei das Verkaufsmobil jederzeit für andere Zwecke einsetzbar, wie zum Beispiel als Lieferfahrzeug. " Besonders in Innenstädten sind Emissionsfreiheit und der geringe Lärmpegel ein Vorteil", sagt Niemann. Aktuell beträgt die Lieferzeit drei Monate. " Das Verkaufsmobil ist individuell gestaltbar, sowohl vom Innenausbau als auch vom Design", sagt die Marketingmanagerin. Anfragen anderer Firmen seien bereits eingegangen.

Bildtexte:
Der " Foodtruck" mit den Geschäftsführern der EKonzept Firmengruppe: von links Sven Sassen, Axel Kaufmann und Axel Gartmann.

Gewinner des DB Wettbewerbs " Next Station" Michael Hübl von flinc, Frank Tilbürger von Coffee Jungle und Axel Kaufmann von Ekonzept Mobility, sowie Christian Wallin von 42reports. Außerdem von der Deutschen Bahn: Michael Willumat (links) und Svetlana Naperstak

Fotos:
Uwe Lewandowski/ Ronny Barthel
Autor:
Annalena Lange


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