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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Große Koalition für die West-Straße
Zwischenüberschrift:
CDU und SPD gründen gemeinsam Verein – "Historisches Ereignis"
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück. SPD-Fraktionschef Frank Henning sprach von einem " historischen Ereignis": CDU und SPD haben gemeinsam einen Verein gegründet, der sich für den Bau der Entlastungsstraße West einsetzt. Am 25. Mai wird in einer Bürgerbefragung über das Straßenprojekt am Westerberg entschieden.

Die Szenerie beim Pressegespräch am Dienstagmorgen im Innovationszentrum ICO hatte in der Tat etwas Historisches: Frank Henning und CDU-Fraktionschef Fritz Brickwedde Seite an Seite am Kopf des Konferenztisches, hinter ihnen an der Wand ein Schild mit der Aufschrift " Ihre Stimme für weniger Verkehr Entlastungsstraße jetzt!". Die beiden großen Parteien, die 70 Prozent der Sitze im Stadtrat stellen, haben sich nach Brickweddes Worten " für dieses Projekt zu einer befristeten Zusammenarbeit" entschlossen. Ziel ist es, die Bürger von der Notwendigkeit der Entlastungsstraße West zu überzeugen.

Die Pressekonferenz fand im frisch bezogenen Innovationszentrum in der ehemaligen Kaserne an der Sedan straße statt, weil sich hier wie Brickwedde es formulierte – " ein Stück Osnabrücker Zukunft" entwickelt. Dieses " Zukunftszentrum" mit Hochschulcampus, Gewerbe und einem hochattraktiven Wohnpark brauche eine vernünftige Verkehrsanbindung, die über die heutige " heimliche Westumgehung" nicht zu gewährleisten sei. Die künftige Entlastungsstraße sei für die ganze Stadt von enormer Bedeutung und kein " Westerberg-Problem", so Brickwedde. Deshalb hätten sich CDU und SPD entschlossen, sich gemeinsam zu engagieren und einen Verein zu gründen.

Frank Henning sagte, CDU und SPD hätten sich mit diesem Schritt von ihrem jeweiligen politischen Partner gelöst. Die Grünen, die mit der SPD im Rat eine Zählgemeinschaft bilden, sprechen sich gegen den Bau der Straße aus. Auch die FDP, die in den vergangenen Wahlperioden mit der CDU kooperierte, lehnt die West-Straße ab. " Wir lassen uns in diesem Punkt endlich nicht mehr von den kleinen Partnern einschränken", sagte Henning. Der Verein " Entlastungsstraße jetzt!" will in den kommenden Wochen bis zur Bürgerbefragung am 25. Mai vor allem Informationsabende veranstalten und die Osnabrücker mit Flyern und Broschüren aufklären.

Einigkeit strahlten die beiden Fraktionschefs auch in der Lastwagen-Frage aus. Die neue Straße soll mit einem nächtlichen Lkw-Durchfahrtverbot (6 bis 22 Uhr) belegt werden. Fernziel ist, die ganze Stadt zur Tabu-Zone für den Lkw-Durchgangsverkehr zu erklären, doch dazu bedarf es tauglicher Umleitungsstrecken gebildet aus der Entlastungsstraße und einer lückenlosen A 33 zwischen Belm und Wallenhorst.

Die als Stadtstraße geplante Entlastungsstraße werde Lastwagen aufnehmen können, aber so gestaltet werden, dass sie keinen zusätzlichen Lkw-Verkehr anziehe, sagte Brickwedde. Henning nannte ein Beispiel: Lastwagen-Fahrer, die vom Hafen Richtung Süden zur A 33 wollen, benutzten heute den Wall und die Hannoversche Straße. Sie sollen künftig über die Entlastungsstraße geführt werden und damit die Innenstadt entlasten.

Die Kosten der neuen, 1, 8 Kilometer langen Straße bezifferten Brickwedde und Henning auf rund sechs Millionen Euro. Das Lkw-Verbot, das einer Bezuschussung eigentlich im Wege stehen würde, sei " nicht förderschädlich", betonte Henning. Denn es wird mit der Nähe der Straße zu zwei Krankenhäusern begründet. Verkehrsminister Olaf Lies (SPD) habe eine Förderung in Aussicht gestellt. Sie kann nach Hennings Angaben bis zu 75 Prozent der Baukosten betragen. Bei der Stadt verblieben also ein bis zwei Millionen Euro als Eigenanteil,

Brickwedde warb für mehr Sachlichkeit in der Debatte und wies die Aussagen des Vereins " Osnabrücker Baumschutz" zurück. Dessen Vorsitzender Tobias Demircioglu hatte gewarnt, das Heger Holz sei in Gefahr, weil Bäume " in nennenswertem Umfang gefällt" werden müssten. Brickwedde: " Kein einziger Baum im Heger Holz wird gefällt, es gibt keinen Eingriff in das Naherholungsgebiet."

Bildtext:
Gemeinsam für die Entlastungsstraße West: Frank Henning (SPD, links) und Fritz Brickwedde (CDU) vor dem Innovationszentrum an der Sedanstraße.

Foto:
Klaus Lindemann
Autor:
Wilfried Hinrichs


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