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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Überschrift:
Nur noch zwei Spuren für Autos?
 
Stadt will die Martinistraße umgestalten
Zwischenüberschrift:
Stadt will die Martinistraße umgestalten – Masterplan propagiert Verkehrsbegrenzung
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück. 22 000 Autos rollen jeden Tag über die Martinistraße, und wer dort wohnt, sich zu Fuß oder mit dem Rad vorwärts bewegt, empfindet diese Hauptschlagader als unangenehmes Pflaster. Der Masterplan Mobilität regt eine Umgestaltung zugunsten der Anwohner und der schwächeren Verkehrsteilnehmer an. Ende des Jahres will die Stadt mit einer Vorplanung beginnen. Schon jetzt zeigt sich, dass die Forderungen an den Ausbau so grundverschieden sind, dass sie sich gegenseitig ausschließen.

Wer es gewohnt ist, mit dem Auto in die Stadt zu fahren, wird Gedankenspielen zur Verkehrsreduzierung wohl nicht viel abgewinnen können. Genau darauf zielt aber der Masterplan Mobilität ab, den der Rat als Per spektive für 2025 einstimmig verabschiedet hat. Das könnte auf nur noch zwei Autospuren hinauslaufen.

" Begrenzung der Kapazität von Radialstraßen mit insgesamt hoher Nutzungsunverträglichkeit", heißt es dort bürokratisch, und als Beispiele werden die Mindener Straße und die Martinistraße angeführt. Der Masterplan wird nicht sehr konkret, wenn es um die Umgestaltung geht. Nur so viel gibt das Papier preis: Gegebenenfalls könnten " Maßnahmen zur Pförtnerung des Verkehrs im Außenbereich" anvisiert werden.

Wenn die Martinistraße überlastet ist, könnte ein schlauer Verkehrsrechner den Verkehr mit einer speziellen Ampelsteuerung auf andere Straßen umlenken. Busse würden automatisch Vorfahrt bekommen.

Von solchen Gedankenspielen will Franz Schürings aber noch gar nichts wissen. Der Leiter des Fachbereichs Städtebau bestätigt zwar, dass eine Umgestaltung der Martinistraße geplant ist, über Einzelheiten sei aber noch gar nicht gesprochen worden. Ende dieses Jahres solle die Vorplanung beginnen. Das heißt, Gutachten werden angefordert und Wünsche sortiert. " Wir werden die Planung umfassend angehen und alle Alternativen prüfen", kündigt der Fachbereichsleiter an.

Schürings bremst, wenn es darum geht, den Masterplan allzu wörtlich zu nehmen. Das Ziel, den Verkehr zu reduzieren, lasse sich zwar herauslesen, aber eine Festlegung gebe es noch gar nicht. Die werde der Rat erst treffen, wenn die Fakten auf dem Tisch liegen. Zur Realisierung werde es voraussichtlich nicht vor 2016 kommen.

Für den Chefplaner zeichnet sich jetzt schon ein hartes Tauziehen ab: Für die Martinistraße gebe es sehr unterschiedliche Nutzungsansprüche, aber der Platz ist begrenzt. Radler wollen möglichst durchgängige Fahrradspuren bisher gibt es nur einen Streifen vom Arndtplatz bis zur Wallkreuzung. Vielen Velofahrern ist es ein Dorn im Auge, dass sie auf parallele Verbindungen wie die Katharinenstraße ausweichen sollen.

Auch für den öffentlichen Nahverkehr werden schon Forderungen angemeldet. So warnen die Stadtwerke davor, die Martinistraße nach dem Vorbild der Bremer Straße umzubauen. " Die Mittelinseln machen uns große Schwierigkeiten", sagt der für den Busverkehr zuständige Vorstand Stephan Rolfes. Jeder Müllwagen, jedes Lieferfahrzeug und jeder Paketdienst auf der Fahrbahn sei für den Bus ein unüberwindliches Hindernis. Die Verzögerungen hätten schon dazu geführt, dass ein Bus zusätzlich eingesetzt werden müsse.

Ein kritischer Abschnitt für die Stadtbusse ist der Abschnitt vom Arndtplatz stadteinwärts bis zum Wall. Eine separate Busspur, möglichst schon ab der Parkstraße, würde Abhilfe schaffen, sagt Rolfes. Er kann sich auch eine gemeinsame Busspur für beide Richtungen vorstellen, die je nach Verkehrsaufkommen genutzt wird.

Wenn es um den ÖPNV geht, kommt auch die Stadtbahn ins Spiel, die im Nahverkehrsplan als Option genannt ist. Die Stadtbahninitiative setzt sich dafür ein, dass Schienenfahrzeuge über den Neumarkt rollen können. Die Martinistraße würde sich als Fortsetzung anbieten, sagt Jörn Keck vom Verkehrsclub Deutschland, zumindest bis zum Arndtplatz.

Allen Beteiligten ist aber klar: Auf der Martinistraße wird es ganz schön eng.

Bildtexte:
Sicher auf die andere Seite? Für Fußgänger ist die Martinistraße ein unangenehmes Pflaster.

Radler bleiben der Martinistraße derzeit am besten fern.

Fotos:
Michael Gründel

Osnabrück. Die Stadt Osnabrück will die Martinistraße umgestalten, es zeichnet sich aber jetzt schon ab, dass die unterschiedlichen Interessen nur schwer unter einen Hut zu bringen sind. Dazu gehören die Wünsche von Anwohnern, Fußgängern und Radlern, aber auch die Forderungen der Nahverkehrsplaner. Im Masterplan Mobilität ist das Ziel formuliert, den Verkehr zu begrenzen. Das könnte auf eine Reduzierung auf nur noch zwei Autospuren hinauslaufen. Stadtplaner Franz Schürings betont jedoch, zur Martinistraße gebe es bislang keine verbindlichen Beschlüsse. Erst Ende des Jahres werde die Stadt mit der Vorplanung beginnen und Gutachten in Auftrag geben. Alle Wünsche und alle Alternativen würden eingehend geprüft. Mit dem Ausbau der Martinistraße rechnet Schürings frühestens 2016.
Autor:
Rainer Lahmann-Lammert


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