User Online: 2 | Timeout: 04:43Uhr ⟳ | Ihre Anmerkungen | NUSO | Info | Auswahl | Ende | AAA  Mobil →
NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Datensätze des Ergebnis
Suche: Auswahl zeigen
Treffer:1
Sortierungen:
Anfang der Liste Ende der Liste
1. 
(Korrektur)Anmerkung zu einem Zeitungsartikel per email Dieses Objekt in Ihre Merkliste aufnehmen (Cookies erlauben!)
Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Hier sind Fahrräder unerwünscht
Zwischenüberschrift:
Anlieger wehren sich gegen weitere Abstellflächen am Hauptbahnhof
Artikel:
Kleinbild
 
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Die Stadt will neue Abstellflächen für Fahrräder vor dem Hauptbahnhof schaffen, aber jetzt bekommt sie Gegenwind von den Anliegern, die in der ehemaligen Expressgutabfertigungshalle ihre Geschäfte betreiben. Der eine fürchtet um die Fluchtwege aus seiner Disco, die anderen wollen nicht, dass rostige Fahrradleichen ihre Eingangsbereiche verunzieren.

Immer mehr Menschen benutzen das Rad, und immer mehr Velos verstopfen den Bahnhofsvorplatz. Um das Chaos besser in den Griff zu bekommen, hat der Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt jetzt beschlossen, dass 75 neue Fahrradbügel aufgestellt werden sollen. Einen kleineren Teil davon wollen die Planer zwischen dem Bahnhofsportal und dem Parkhaus platzieren, den größeren aber an der Nordseite, auf der Hochbordfläche vor der Diskothek Green Mark und der Geschäftsstelle von Weser-Ems-Bus.

Der Beschluss wurde einstimmig gefasst. Allerdings seien die Politiker wohl nicht darüber informiert worden, welche Konsequenzen sich daraus ergäben, sagt Wolfgang Schön, Inhaber der Diskothek Green Mark. Wenn der Platz vor seinem Lokal mit parkenden Fahrrädern blockiert werde, könne er für die Sicherheit bei einem Brand oder einer Panik nicht mehr garantieren. Denn es sei absehbar, dass viele Pedalisten die vorgegebene Parkordnung ignorierten und ihre Drahtesel auch in den Gassen parkten, die aus Sicherheitsgründen frei gehalten werden müssten, sagt Schön. Er wartet nun auf ein klares Wort von der Feuerwehr, die auf funktionierende Fluchtwege großen Wert legt.

45 Edelstahlbügel für 90 Fahrräder sind in der Vorlage für den Ausschuss skizziert. Für die Fußgänger, die zwischen der Humboldtbrücke und dem Bahnhofsportal unterwegs sind, bleibt nach dem derzeitigen Konzept ein 4, 75 Meter breiter Durchgang. Zwischen dem Fahrradparkplatz und der Rampe vor dem Gebäude haben die Planer allerdings nur zwei Meter Abstand vorgesehen.

Viel zu wenig, meint Disco-Betreiber Wolfgang Schön. Er ist nicht allein mit seiner Kritik. Auch die benachbarte Weser-Ems-Busverkehr GmbH wehrt sich gegen die schleichende Vereinnahmung durch wild geparkte Räder. Immer wieder komme es vor, dass jemand sein Velo einfach am Geländer der Rampe festmache, klagt Service-Mitarbeiter Stephen Budd.

Damit werde Kunden der Weg versperrt, und dann müsse eben das Schloss geknackt werden, um das unerwünschte Hindernis zu entfernen. Wenn jetzt auch noch Fahrradbügel aufgestellt würden, sei es mit dem freien Zugang vorbei.

Ulrich Reu, Inhaber des E-Roller-Verleihs von Segway, ist zwar nicht direkt betroffen, aber er hat sich der Allianz gegen den Fahrradparkplatz angeschlossen, weil er den Anblick der " Schrotträder" vor seinem Geschäft nicht ertragen will.

Gegen die Ausweitung der Fahrradbügel stellt sich auch Wolfgang Schreyer, der Eigentümer und Vermieter des Gebäudes, in dem früher die Expressgutabfertigung untergebracht war. Falls die Stadt darauf nicht eingeht, bringt er schon mal ein Druckmittel ins Spiel: Als Vermieter der Radstation behalte er sich vor, den Vertrag zu kündigen, wenn ihm Hindernisse in den Weg gestellt würden.

Wohin aber mit den Fahrrädern, wenn sie bei Schreyer & Co. nicht erwünscht sind? Wolfgang Schön schlägt vor, unter der Humboldtbrücke eine Abstellfläche auszuweisen.

Das werde nicht funktionieren, meint hingegen Franz Schürings, der Leiter des Fachbereichs Städtebau. Vielen Radfahrern sei der Weg zu lang, außerdem fehle eine gewisse soziale Kontrolle. Schürings kündigt an, dass die von den Anliegern aufgeworfenen Fragen, insbesondere nach den Fluchtwegen, bis zur nächsten Ratssitzung geklärt werden sollen. Die Entscheidung über die Fahrradabstellplätze fällt dann voraussichtlich am Dienstag in der kommenden Woche.

Bildtext:
" Hier bitte nicht!" Gegen Fahrradabstellplätze vor der ehemaligen Expressgutabfertigung wehren sich (von links) Stephen Budd (Weser-Ems-Bus), Wolfgang Schön (Green Mark) und Ulrich Reu (Roadrunner).

Foto:
Elvira Parton


Anfang der Liste Ende der Liste