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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
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Inhalt:
Überschrift:
Osnabrücker Luft wird nur langsam besser
 
Luft besser – aber nicht gut genug
Zwischenüberschrift:
Stickstoffdioxid weiter problematisch – Stadt: Ohne Umweltzone keine Fristverlängerung durch die EU
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück. Seit der Einführung der Umweltzone ist die Osnabrücker Luft zwar besser geworden, aber doch längst nicht so gut, wie es sich die Fachleute versprochen hatten. Das ergibt sich aus den Messdaten für das abgelaufene Jahr.
Der Feinstaub ist zwar kein Problem mehr, als kritisch gelten aber vor allem die Werte für das giftige Stickstoffdioxid, das zum größten Teil auf den Straßenverkehr zurückgeht. Trotz aller Bemühungen ist es bisher nicht gelungen, dieses für Atemwegserkrankungen verantwortliche Gas deutlich zu reduzieren.
Hätte Osnabrück die Umweltzone nicht eingeführt, dann wäre die Stadt zu drastischen Maßnahmen gezwungen worden, sagt Detlef Gerdts, der Leiter des Fachbereichs Umwelt. Dazu gehörten drastische Tempolimits und Fahrverbote.

Osnabrück. Seit Einführung der Umweltzone vor vier Jahren ist die Osnabrücker Luft zwar besser geworden. Die Effekte sind aber weniger positiv als erhofft. Das geht aus Messdaten für 2013 hervor.

Vor allem das giftige Gas Stickstoffdioxid bereitet den Experten Kopfzerbrechen. Für den Ausstoß ist zu rund 80 Prozent der Straßenverkehr verantwortlich. Wird Stickstoffdioxid über einen längeren Zeitraum in Konzentrationen von mehr als 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft (µg/ m³) eingeatmet, kommt es nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation zu Atemwegserkrankungen. Die Europäische Union (EU) hat daher als Grenzwert 40 µg/ festgelegt, der seit 2010 eingehalten werden muss.

Osnabrück ist nach wie vor weit entfernt davon, denn an der Messstation am Schlosswall wurde für 2013 ein " gleitender Jahresmittelwert" von 47 µg/ registriert. Der Blick in die Statistik zeigt, dass dieser Wert seit 2007 um 10, seit Einführung der Umweltzone um 3 und im
Vergleich zum Vorjahr um
1 µg/ zurückgegangen ist.

Die Stadt habe mit höheren Rückgängen gerechnet, sagt Detlef Gerdts, Leiter des Fachbereichs Umwelt und Klimaschutz. Die Effekte der Abgasnormen Euro 4 und 5 für Kraftfahrzeuge seien geringer ausgefallen als erwartet. Jetzt hoffen die Experten auf Euro 6. Durch die ab Anfang 2015 für alle Neuzulassungen verbindliche Verschärfung soll sich der Stickstoffdioxid-Ausstoß noch einmal um die Hälfte reduzieren. Und spezielle Katalysatoren mit " AdBlue"- Technologie können bewirken, dass das giftige Gas fast gar nicht mehr entsteht.

Ein Ratsbeschluss vom 9. Dezember 2008 verpflichtet die Stadt, Luftschadstoffe in Osnabrück planmäßig und nachhaltig zu reduzieren, und zwar mit einem langfristigen, verursacherbezogenen Konzept. Die Einführung der Umweltzone ist ein wichtiger Bestandteil. Seit Anfang 2012 ist die dritte Stufe in Kraft (Einfahrt nur mit grüner Umweltplakette). Aber auch der Einsatz schadstoffarmer Motoren für den städtischen Fuhrpark und die Busse im Nahverkehr, ein optimiertes Radwegenetz sowie die Verbesserung des Verkehrsflusses gehören zum Luftreinhalte- und Aktionsplan.

Bis 2015 hat die Stadt Zeit, die Stickstoffdioxid-Belastung unter den Grenzwert zu senken. Im Februar 2013 hatte die EU für 24 Ballungsräume in Deutschland die Frist entsprechend verlängert (darunter Osnabrück und Hannover). 33 Städte bekommen keinen Aufschub und müssen zum Beispiel mit drastischen Tempolimits und Fahrverboten sofort für saubere Luft sorgen. Auch Strafgelder drohen.

Hätte Osnabrück keine Umweltzone eingeführt, wäre die Frist nicht verlängert worden, sagt Detlef Gerdts. Eine weitere Verbesserung der Luftqualität erhofft sich der Fachbereich Umwelt und Klimaschutz in diesem Jahr unter anderem von der Sanierung der Martinistraße, die ähnlich wie die Bremer Straße einspurig mit speziellen Abbiegespuren an den Knotenpunkten ausgebaut werden soll. Das mache den Straßenverkehr flüssiger und verhindere Rückstaus, ist Detlef Gerdts überzeugt.

Kritik der Landes-FDP

Am Mittwoch hatte die FDP-Landtagsfraktion die Umweltzonen in Hannover und Osnabrück für gescheitert erklärt, da der Nutzen nicht nachweisbar sei. " Die insgesamt festgestellten Ergebnisse lassen keine absoluten Rückschlüsse zu", hatte die rot-grüne Landesregierung auf eine Anfrage der Liberalen geantwortet, die vor allem auf Angaben zur Luftbelastung mit Feinstaub zielte.

Wie in allen anderen Regionen Niedersachsens ist Feinstaub auch in Osnabrück kein Problem mehr. 2013 wurde lediglich an 10 Tagen der Grenzwert von 50 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft überschritten. Erlaubt sind laut EU-Verordnung 35 Tage, 2012 waren es 17 Tage.

Bildtext:
Auf der Martinistraße soll der motorisierte Verkehr künftig besser fließen. Für dieses Jahr ist der einspurige Ausbau mit speziellen Abbiegespuren geplant (ähnlich wie auf der Bremer Straße). Rückstaus sollen vermieden werden. Die Stadt erhofft sich auch dadurch eine Verbesserung der Luftqualität im Zentrum.

Foto:
Jörn Martens

Autor:
Holger Jansing


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