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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Überschrift:
Rathaus soll Kulturerbe werden
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Vorschlag der Kultusminister
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück. Das Rathaus von Osnabrück soll in den Adelsstand historischer Stätten Europas erhoben werden. Die Kultusminister der Länder wollen Osnabrück, Münster und das Hambacher Schloss als erste Orte Deutschlands für das " Europäische Kulturerbe-Siegel" anmelden.

" Hier zeigte sich erstmals, dass Konflikte nicht durch Waffengewalt, sondern durch die Bereitschaft zum Kompromiss beigelegt werden können", sagte Stephan Dorgerloh. Präsident der Kultusministerkonferenz, am Rande der Tagung in Berlin.

Das Siegel ist neu. Mit dem Kulturerbe-Stempel will die Europäische Union Stätten auszeichnen, die die europäische Einigung sowie die Geschichte der EU symbolisieren. Das Siegel geht auf einen Beschluss des Europa-Parlaments von 2011 zurück. Im Bewerbungsdurchgang 2013/ 2014 kann jeder Mitgliedstaat bis zu vier Stätten vorschlagen. Die Entscheidung trifft eine Jury bis Ende 2014. Ab 2015 gilt das reguläre Verfahren, in dem jeder Staat alle zwei Jahre bis zu zwei Stätten einreichen kann.

" Das ist toll, dass wir als erster Ort dafür ausgewählt worden sind", sagte Oberbürgermeister Wolfgang Griesert gestern Abend. Das Kulturerbe-Siegel würde das Selbstverständnis Osnabrücks bestärken, für Frieden und Toleranz zu werben. Die Rathäuser mit ihren Friedenssälen symbolisierten auch ein Stück europäische Einigung, denn hier sei in den Friedensverhandlungen eine neue europäische Staatenordnung entwickelt worden, die noch heute sichtbar sei, sagte der Oberbürgermeister.

Die gemeinsame Bewerbung von Münster und Osnabrück erfolgte in enger Abstimmung mit den Kultusministerien der Länder Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen. Der Osnabrücker Teil ist unter Federführung der Leiterin des städtischen Fachbereiches Kultur, Dagmar von Kathen, in Kooperation mit Eva Berger und Thorsten Heese vom Kulturgeschichtlichen Museum erarbeitet worden. Dabei wurden sie vom Staatsarchiv in Osnabrück, von der Denkmalpflege, dem Stadtmarketing sowie dem Pressesamt unterstützt.

Kein Welterbe

Das Europa-Siegel ist eine Stufe niedriger angesiedelt als das Weltkulturerbe, um das sich die Rathäuser schon mehrfach vergebens bemühten. Der erste Versuch scheiterte 1998. Ein zweiter Anlauf 2003, angestoßen von der unternehmernahen " Initiative Westfalen" im Münsterland, endete 2005 mit der ernüchternden Erkenntnis, dass es auf absehbare Zeit nichts mit dem Weltkulturerbe werden wird. Für die Vorschlagsliste, die die Kultusministerkonferenz der UNESCO 2015 vorlegen wird, gibt es bereits reichlich Bewerber.

Die beiden Rathäuser haben ein gemeinsames Handicap: Ihre Bausubstanz ist in großen Teilen nicht mehr Original. Im Bombenkrieg wurde das über 600 Jahre alte Rathaus von Münster vollständig zerstört. Der stolze Giebel, das Wahrzeichen der Stadt, stürzte 1944 in sich zusammen. Das Osnabrücker Rathaus wurde nach 25-jähriger Bauzeit 1512 vollendet. Auch hier hinterließ der Krieg tiefe Wunden, nur noch wenige Steine des vermeintlich historischen Gemäuers stammen aus der Bauzeit.

Bildtext:
Das Steckenpferdreiten ist ein Höhepunkt der regelmäßigen Erinnerungsfeste. Spielort ist das Rathaus, das zum Kulturerbe erhoben werden soll.

Foto:
Michael Gründel


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