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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Kulturgeschichtliches Museum zapft Erinnerungen seiner Besucher an
Zwischenüberschrift:
Ausstellung von Bollmann-Bildkarten zeigt die Innenstadt im Wandel
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Was war eigentlich vorher dort, wo jetzt das Nikolaizentrum steht? Wer kann sich noch an die Nissenhütten im Schloss garten erinnern? Wo genau standen die Gasometer? Wie war das mit der Ruine der Kornbrennerei Gosling, die noch bis 1962 die Vorbeifahrenden auf dem Neuen Graben grüßte? Derlei Fragen, aber auch die zugehörigen Antworten drängen sich auf, wenn man alte handgezeichnete " Bildpläne" der Stadt betrachtet. Ihnen ist eine Ausstellung im Kulturgeschichtlichen Museum gewidmet, die am Sonntag um 17 Uhr an den Start geht.
Es kommt nicht oft vor, dass Museumsdirektorin Eva Berger zur Eröffnung einer Ausstellung einlädt, die noch nicht fertig ist. " Es wird einige weiße Wände geben", erklärte sie, " und zwar ganz bewusst, weil wir die Besucher auffordern, uns ihre Geschichten zu erzählen und eigene private Bilder beizusteuern." Es geht um den Wandel des Stadtbildes in den vergangenen 56 Jahren, und da hätten natürlich sehr viele Osnabrücker, bei denen der Ritt auf dem Steckenpferd schon etwas länger zurückliegt, persönliche Erinnerungen. " Aufhänger" für die Erinnerungen sind vergrößerte Ausschnitte aus den Bollmann′schen Bildplänen von der ersten Auflage 1957 bis zur achten Auflage, die jetzt gerade fertig geworden ist.
Ein Bildplan ist kein herkömmlicher Stadtplan, sondern eigentlich ein Kunstgemälde. Die Gebäude sind aus der Vogelperspektive von schräg oben gezeichnet, sodass man neben der Dachansicht auch den vertrauten Anblick der Fassade hat. Zu Detailausschnitten sind in der Ausstellung Fotos gestellt, die einen Vergleich zwischen Zeichnung und fotografisch festgehaltener Realität ermöglichen. " Davon brauchen wir aber noch mehr", sagte Kultur-Fachbereichsleiterin Dagmar von Kathen, " und auch die Erinnerungen unserer Mitbürger." Nicht die nachlesbaren Fakten, sondern der persönliche, emotionale Zugang zu Bildern, die Geschichte geworden sind, sei gefragt. Während der Öffnungszeiten der Ausstellung werden wissenschaftliche Hilfskräfte mit Steno-Block anwesend sein und dankbar alles an Episoden und Anekdoten festhalten, was ihnen die Besucher mitteilen möchten. Bilder und Texte werden in die stadthistorische Datenbank des Museums eingehen.
Eher zufällig wurde die Idee zu der Ausstellung geboren, als Stadtsprecher Sven Jürgensen routinemäßigen Arbeitsbesuch aus Braunschweig bekam. Sven Bollmann, Geschäftsführer des gleichnamigen Verlags, brauchte für die Neuauflage des Bildplans noch einige Fakten und Genehmigungen. " Im Gespräch mit Herrn Bollmann wurde mir plötzlich klar, welch einen Erkenntnisgewinn man daraus ziehen kann, wenn man ältere Ausgaben im Zeitablauf miteinander vergleicht", sagte Jürgensen. Sicherlich würde das nicht nur ihm, sondern ganz vielen Menschen so ergehen. Ein Anruf bei Eva Berger, ein Anruf bei Dagmar von Ka then und Jürgensens Begeisterung für die Ausstellungsidee war auf die beiden Kulturschaffenden übertragen. Willi Teufert, frisch pensionierter Stadtplaner, sorgte für wertvolle Unterstützung aus dem Fachdienst Geodaten der Stadt.
Im Begleitprogramm der Ausstellung bekommen Kinder Gelegenheit, in vereinfachte Bildpläne der Stadt ihren persönlichen Weg zur Schule oder zur Oma einzuzeichnen. Nicht nur Kinder dürften von pädagogischen Nebeneffekten profitieren, meinte Berger: Im Zeitalter der Navis, wo immer weniger Leute einen Stadtplan besitzen und manche Mitbürger auch gar nicht gelernt hätten, ihn zu lesen, stelle der Bildplan eine ideale Verständnisbrücke dar, weil er weniger Abstraktionsvermögen voraussetze.
Die interaktive Ausstellung " Wie war das noch? Osnabrücks Innenstadt im Wandel, entdeckt in den Bollmann′schen Bildplänen 1957–2013" wird am Sonntag, 1. Dezember, um 17 Uhr im Kulturgeschichtlichen Museum eröffnet. Einführender Dialog zwischen Sven Bollmann und Eva Berger. Paralleles Werkstattprogramm für Kinder im Akzisehaus. Wer mit eigenen Beiträgen die Ausstellung ergänzen oder bereichern möchte, wende sich bitte an Eva Berger, Tel. 05 41/ 323-22 48 oder schicke eine E-Mail an museum@ osnabrueck.de.

Bildtexte:
" Ach ja, die Nissenhütten!" – Der Bollmann-Bildkartenausschnitt von 1957 wird manchen Zeitgenossen Erinnerungen entlocken, hoffen (von links) Dagmar von Kathen, Sven Jürgensen, Willi Teufert und Eva Berger.

Sechs Jahrzehnte Städtebau auf Fotos begleiten die Bildplan-Ausschnitte.

Ein Stadtmodell aus der gleichen Epoche erleichtert die räumliche Vorstellung

Fotos:
Hermann Pentermann
Autor:
Joachim Dierks


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