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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Inhalt:
Überschrift:
Bleiben vormittags künftig die Türen zu?
Zwischenüberschrift:
Museen sollen werktags erst ab 14 Uhr geöffnet sein – Keine Sonderausstellungen
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück. Bleiben die Türen der Osnabrücker Museen künftig vormittags zu? Die Stadt will mit der Maßnahme Kosten sparen. Die Kulturszene läuft Sturm.

Von einer " Katastrophe für die Kunsthalle", spricht Hiltrud Schäfer, Vorsitzende des Vereins " Freunde der Kunsthalle Dominikanerkirche Osnabrück e.V.". Der Verein hat ein Protestschreiben an Fraktionen im Rat der Stadt auf den Weg gebracht. Darin wird von einem " irreversiblen Imageschaden" für Osnabrück gesprochen.

Worum geht es? Die Stadt muss sparen. Die Kulturverwaltung will mit eingeschränkten Öffnungszeiten und dem Verzicht auf Sonderausstellungen im Jahr 2014 ihren Beitrag zur großen Sparanstrengung liefern. Die Pläne betreffen das Kulturgeschichtliche Museum, das Felix-Nussbaum-Haus, das Museum am Schölerberg und die Kunsthalle Dominikanerkirche. Das " Haushaltssicherungskonzept 2014" sieht vor, die Öffnungszeiten dieser Häuser " einheitlich zu reduzieren". Danach würden die Häuser von Dienstag bis Freitag nicht mehr am Vormittag und am Donnerstag nicht mehr bis 20 Uhr geöffnet sein. An Werktagen würden die Museen erst ab 14 Uhr geöffnet. Am Wochenende sollen die Öffnungszeiten nicht verändert werden.

Dieser Vorschlag sei " sicher nicht die optimale Lösung", sagt Rita Maria Rzyski, Stadträtin für Familie, Bildung, Kultur, Gesundheit, Soziales und Sport. Den Protest gegen die Kürzungspläne kann sie dennoch nicht verstehen. Schließlich kommen nach ihrer Darstellung vormittags nur wenige Einzelbesucher. Zudem würden die Museen für Schulklassen geöffnet bleiben.

So hat nach Rzyskis Worten eine Zählung für die Kunsthalle an drei Vormittagen 28 Besucher ergeben, 62 für den gleichen Zeitraum im Kulturgeschichtlichen Museum. 34 Besucher wurden im Erhebungszeitraum von Dienstag bis Freitag an den Vormittagen im Museum am Schölerberg gezählt. Auch die Abendöffnung bis 20 Uhr zieht nach dieser Darstellung nur vereinzelt Museumsbesucher an.

" Wir haben kein Problem mit den Gruppen, wir haben ein Problem mit dem zahlenden Einzelbesucher", benennt Rzyski ein aus ihrer Sicht zentrales Defizit der Osnabrücker Museen. Öffnungszeiten am Abend machten nur Sinn, wenn sie auch mit Angeboten verbunden würden. Rzyski: " Es reicht nicht, die Türen offen zu halten, um auch Besucher anzuziehen."

Das sieht die Kunstszene anders. Gerade anspruchsvolle Projekte werden aus ihrer Sicht so behindert. " Die Stadt wirft der neuen Leitung der Kunsthalle Stolpersteine in den Weg", bemängelt Hiltrud Schäfer, während Siegfried Hoffmann, Gründer der Vordemberge-Gildewart-Initiative, bemängelt, dass mit eingeschränkten Öffnungszeiten das Vorhaben, Osnabrück als Standort der Konkreten Kunst zu platzieren, behindert werde. Museen, die erst ab 14 Uhr öffnen? " Das wäre dörflich", sagt dazu Siegfried Hoffmann. Von einem " Armutszeugnis für die Stadt" spricht Ulrike Hamm, Vorsitzende des Museums- und Kunstvereins. Vor allem der Ruf des Felix-Nussbaum-Hauses wird nach ihrer Einschätzung leiden.

Ulrike Hamm kündigte einen Protestbrief des Museums- und Kunstvereins noch in dieser Woche an. Nach Siegfried Hoffmanns Worten wird sich auch die VG-Initiative noch gegen die Kürzungspläne äußern.

Bildtexte:
Zu wenige Einzelbesucher? Der markante Eingang zum Felix-Nussbaum-Haus.
Bei Gruppen beliebt: Die Kunsthalle hier mit der Ausstellung des European Media Art Festivals.
An Vormittagen zu wenig frequentiert? Das Museum am Schölerberg.
Markante Freitreppe: Das Kulturgeschichtliche Museum in Osnabrück.

Fotos:
dpa/ Pentermann/ Stadt Osnabrück/ Andreas Hänel/ Klaus Lindemann
Autor:
Stefan Lüddemann


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