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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Droht der Stadtbahn das stille Aus?
Zwischenüberschrift:
Diskussion über Nahverkehrsplan
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück . Voraussichtlich noch in diesem Jahr werden Osnabrücker Rat und Kreistag den dritten Nahverkehrsplan verabschieden. Im Haus der Jugend trafen sich jetzt Mitglieder verschiedener Verkehrsinitiativen, um mit Politikern über offene Fragen zu diskutieren.

Dass er mit dieser Aussage derart viel Widerspruch ernten würde, hätte Jens Meier wohl kaum erwartet. " Die Hasestraße gehört nicht zum zentralen innerstädtischen Einkaufsbereich. Und deshalb ist es richtig, die Busse dort durchzuleiten." Für diese zwei Sätze musste sich der Grünen-Politiker im Haus der Jugend teils wütende Proteste anhören. " Eine Unverschämtheit!", riefen einige, die die Hasestraße anschließend als echte Shopping-Meile darstellten.

Zuvor hatten Politiker und Bürger zwar auch kontrovers, aber deutlich sachlicher diskutiert. Richtig emotional wurde es nur, wenn Piraten-Politiker Nils Peters das Wort ergriff. Leidenschaftlich warb das frühere SPD-Ratsmitglied für einen Verbundtarif für Osnabrücker Stadt und Land. " Ich habe die letzten zwei Jahre in Berlin gelebt und komme mir nach meiner Rückkehr vor wie in Und täglich grüßt das Murmeltier′."

Verbundtarif gefordert

Die Diskussion über einen gemeinsamen Tarif sei während seiner zwei Jahre in der Hauptstadt kein bisschen fortgeschritten. " In Berlin und dem Umland ist es dagegen völlig selbstverständlich, dass es einen Verbundtarif gibt." Für Peters führt kein Weg daran vorbei, dass Osnabrück und der Landkreis diesem Modell folgen. " Nur wenn es für den Nutzer möglichst einfach ist, bekommt man die Leute in die öffentlichen Verkehrsmittel."

Ähnlich äußerte sich Rolf Gelinsky. Der CDU-Kreistagsabgeordnete schilderte, wie er zur Vorbereitung auf die Diskussion bei den Stadtwerken angerufen und gefragt hatte, wie man aus Fürstenau am schnellsten zum Osnabrücker Kreishaus komme. " Oh!", habe die Stadtwerke-Mitarbeiterin laut Gelinsky geantwortet. Der Reiseplan habe schließlich Umstiege in Bramsche, Wallenhorst und am Neumarkt vorgesehen; gedauert hätte die Fahrt mehr als zwei Stunden. " Ich selbst komme aus Bersenbrück, aber von meinem Kreistagskollegen aus Fürstenau weiß ich, dass er für diese Strecke mit dem Auto eine Dreiviertelstunde braucht." Der Nahverkehrsplan sei ja eine schöne Sache, sagte Gelinsky. " Aber die Mobilität im Landkreis müsste durch diesen Plan wirklich deutlich verbessert werden!"

Weiteres zentrales Thema der Diskussion war die Frage, welches Verkehrsmittel in einigen Jahren den öffentlichen Osnabrücker Nahverkehr bestimmen soll: Oberleitungsbus oder Stadtbahn? Der Osnabrücker SPD-Politiker Horst Simon sagte, die Stadtbahn alleine könne nie die gesamte Fläche des Nahverkehrsnetzes abdecken. Deshalb sei er grundsätzlich für den O-Bus. Aber: Auch die Stadtbahn solle in Osnabrück eingesetzt werden, um die zentralen Strecken zu befahren. " Ich habe allerdings die Befürchtung, dass es nur Lippenbekenntnisse sind, wenn jetzt viele Politiker sagen, die Stadtbahn kommt schon irgendwann." Der Nahverkehrsplan zeige laut Simon, dass die Stadtbahn derzeit nicht einmal unernsthaft behandelt werde.

Thomas Haarmann von der FDP sagte, er teile die Sorge, dass es die Stadtbahn nie geben werde, wenn sie jetzt nicht in den Nahverkehrsplan aufgenommen werde. Nach Meinung Haarmanns ist die Bahn unumgänglich, wenn man die Aufenthaltsqualität zum Beispiel in der Johannisstraße steigern wolle. Zurzeit würden die Busse dort während der Rushhour praktisch Stoßstange an Stoßstange fahren. " Deshalb müssen wir auf die Schiene setzen!"
Autor:
Hendrik Steinkuhl


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