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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Behinderten-WG an der Josephskirche
Zwischenüberschrift:
Caritas investiert Millionenbetrag in 24 Plätze für Erwachsene – Baubeginn im Frühjahr
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück. Der Caritasverband baut an der St.-Joseph-Kirche im Stadtteil Schölerberg ein neues Behindertenwohnheim. Baubeginn ist voraussichtlich im Frühjahr 2014, die Bauzeit soll ein Jahr betragen. Das Haus bietet Platz für vier Wohngemeinschaften mit jeweils sechs Erwachsenen.
Die Kosten für das vom Stephanswerk realisierte Projekt dürften die Millionengrenze locker überschreiten. Der Bauherr selbst wollte sich diesbezüglich gegenüber unserer Zeitung zwar nicht konkret äußern und erst die Ausschreibungen im November abwarten. Als Richtwert dient jedoch der kürzlich eröffnete Erweiterungsbau des St.-Maria-Elisabeth-Hauses in Bad Laer. Für die dortigen neuen Wohnhäuser mit 18 Plätzen für Behinderte nahm der Caritasverband für die Diözese Osnabrück 1, 6 Millionen Euro in die Hand.
Gemeindehaus weicht
" Wir warten nur noch auf die Baugenehmigung", sagte Rita Nolte, Leiterin des Geschäftsbereichs Behindertenhilfe und Psychiatrie, der Neuen OZ. Vorgesehen ist ein zweigeschossiges Flachdach-Gebäude mit einer Gesamtnutzfläche von 1600 Quadratmetern. Der Haupteingang soll zur Straße " Am Wulfekamp" liegen. Die Bewohner verfügen über 16 Quadratmeter große Einzelzimmer. Jeweils zwei teilen sich Dusche und WC. Pro Gruppe gibt es außerdem eine Wohnküche sowie ein besonders ausgestattetes Pflegebadezimmer. Für den Neubau muss das seit der Renovierung der St.-Joseph-Kirche ungenutzte Gemeindehaus weichen.
In der neuen Behinderten-WG sollen laut Nolte in erster Linie die nicht mehr minderjährigen Bewohner des Pflegeheims St. Johann (54 Plätze) unterkommen. Damit würden das Haupthaus der Behindertenhilfe an der Johannisstraße sowie zwei weitere Wohngruppen am Stadtrand entlastet. Wie Nolte ankündigte, würden durch den Neubau nahe dem Vila-Real-Platz auch weitere Stellen beim Pflegepersonal geschaffen.
An das Grundstück der katholischen Pfarrgemeinde St. Joseph kam der Caritasverband nach eigenen Angaben auf Vermittlung von Generalvikar Theo Paul. Die Bistumsleitung habe sich an dieser Stelle, an der sich bereits ein Kindergarten befindet, wieder " etwas Soziales" gewünscht. Erste Gespräche zwischen Grundstückseigner und Interessent lägen bereits anderthalb Jahre zurück.
Gesellschaftliches Signal
" Wir sind ausgesprochen froh über die zentrale Lage", sagte Nolte. Damit komme der Caritasverband einem dringenden Anliegen von Angehörigen der Heimbewohner sowie von Betreuern nach. Der kurze Weg zum Marienhospital sei wichtig, denn viele der zum Teil mehrfach schwerbehinderten Bewohner müssten häufig zum Arzt.
Darüber hinaus sei die Ansiedlung in der Innenstadt ein politisches Signal. Rita Nolte: " Die Behinderten müssen endlich in der Mitte der Gesellschaft ankommen." Es gebe nach wie vor " Schranken in den Köpfen" und zahlreiche Vorbehalte, die Benachteiligung von Behinderten ziehe sich wie ein roter Faden durch den Alltag. Das Gelände biete viele Möglichkeiten, aufeinander zuzugehen, sagte Nolte. " Die Kinder im Kindergarten nebenan würden lernen, den Anblick von behinderten Menschen als ganz normal zu empfinden." Einige Nachbarn sowie die Kirchengemeinde selbst hätten bereits Interesse an ehrenamtlicher Mitarbeit im neuen Wohnheim bekundet.
Die Unterlagen für den Bebauungsplan Nr. 137 " Overbergschule/ St.-Joseph-Kirche" sind bis zum 31. Oktober im Fachbereich Städtebau (Dominikanerkloster, Hasemauer 1) sowie im Internet unter www.osnabrueck.de einzusehen.

Bildtexte:
Im Schatten der St.-Joseph-Kirche soll ein Haus für Wohngemeinschaften von erwachsenen Behinderten entstehen. Bauherr ist der Caritasverband, die Projektleitung liegt beim Stephanswerk.

Das alte Gemeindehaus von St. Joseph Osnabrück, hier links im Bild neben der Overbergschule, soll für den Neubau einer Behinderten-WG abgebrochen werden.

Diese Entwurfszeichnung liefert einen ersten Eindruck vom möglichen Aussehen der neuen Behinderten-WG an der St.-Joseph-Kirche.

Fotos:
Jörn Martens
Grafik:
Stephanswerk

Die Stich-Frage des Tages für die OB-Kandidaten

Unternimmt die Stadt genug, um Behinderten in Osnabrück das Leben zu erleichtern?

Die Stadt ist mit der Fachstelle Inklusion, der inklusiven Beschulung und den Maßnahmen für barrierefreie Veranstaltungen auf dem richtigen Weg. Menschen mit Handicaps müssen am öffentlichen Leben möglichst uneingeschränkt teilhaben können und ihre Chancen auf Ausbildung und Arbeit erhöhen werden. Außerdem setze ich mich für Barrierefreiheit bei Wohnungen, öffentlichen Gebäuden und im Personennahverkehr ein.

Wolfgang Griesert

Nein, die Stadt unternimmt niemals genug. Damit Menschen mit Behinderungen am gesellschaftlichen Leben teilhaben können, müssen immer noch viele Barrieren überwunden werden. Da hapert es noch, z. B. bei Gebäuden, Straßen und Wegeführungen, aber auch an Gebärdendolmetschern oder einfacher Sprache. Die sehr unterschiedlichen möglichen Beeinträchtigungen müssen bei Planungen immer mit bedacht werden.

Birgit Bornemann
Autor:
Sebastian Stricker


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