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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
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Überschrift:
Die "Neue Mitte" ist politisch erledigt
Zwischenüberschrift:
Ausschuss stoppt die Planungen für den Busbahnhof und dankt den Kaufleuten
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück. " Das ist bitter", sagte die Sprecherin der Initiative " Lebendiges Osnabrück", Herlinde Fohs, als sie enttäuscht den Ratssitzungssaal verließ. Gerade hatten SPD, Grüne und UWG ihrem Lieblingsprojekt den politischen Todesstoß verpasst: Die Idee der " Neuen Mitte" mit Tiefgarage und Busbahnhof am Neumarkt wird nicht weiterverfolgt.

" Bitter" ist das politische Aus, weil sich fast zeitgleich ein potenzieller Investor geoutet hat. Auf Anfrage der NOZ bestätigte der Geschäftsführer der Aachener Grundvermögen, Frank Wenzel, das " sehr starke Interesse" der Immobiliengesellschaft, dort als " Endinvestor" einzusteigen (Bericht unten).

Das Angebot kommt zu spät. Die Mehrheit im Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt stimmte am Donnerstagabend dafür, dem Konzept der Initiative " Lebendiges Osnabrück" nicht weiter zu folgen, sondern die Planungen für das Einkaufszentrum voranzutreiben.

Zuvor hatte Katharina Pötter für die CDU dafür geworben, die Idee der centerkritischen Kaufleute als Planungsalternative fortzuführen. " So können wir am Ende eine Auswahl treffen", so Pötter unter dem Applaus der Zuhörer. Der Initiative sollte Zeit gegeben werden, das Konzept zu konkretisieren.

Heiko Panzer (SPD), Wulf-Siegmar Mierke (UWG) und die im Ausschuss nicht stimmberechtigte Marita Sliwka (FDP) lehnten die " Neue Mitte" ab, weil sie städtebaulich keine Verbesserung am Neumarkt verspreche und mit gravierenden Nachteilen behaftet sei. Panzer sagte, die Fußgängerunterführung werde wie eine Barriere wirken und nicht, wie gewünscht, Große Straße und Johannisstraße verbinden. Panzer: " Die Tunnellösung ist ein Konzept der Vergangenheit, die Abstimmung mit den Füßen hat doch längst stattgefunden."

Für Jens Meier (Grüne) sind die Nachteile für den Busverkehr " der Knackpunkt". Der Busbahnhof würde mit Zeitverlusten, zusätzlichen Kosten von 750 000 Euro jährlich und dem Ende aller Stadtbahn-Visionen erkauft. Für Volker Bajus sind das " Killerargumente". Der Busbahnhof würde zum " toten Platz mit Raucherdach". Und die langen Rampen würden den übrigen Neumarkt vom Passantenstrom abschneiden: " Das ist dann der zweite tote Platz." Auch Horst Simon bemängelte, dass die " Neue Mitte" eben keinen zentralen Platz mit Aufenthaltsqualität schüfe.

Stadtbaurat Frank Otte betonte, der Neumarkt bleibe eine Barriere, wenn es nicht gelinge, im südlichen Teil einen " deutlichen Attraktivitätspunkt" zu schaffen. Ein Einkaufszentrum wäre das, ein Busbahnhof nicht. Die " Neue Mitte" würde zwar die Johannisstraße vom Busverkehr befreien, hätte aber gravierende Nachteile. So wären die Randgebäude wegen der Lärmbelastung nicht für Wohnungen geeignet, der Nahverkehr erlitte erhebliche Qualitätseinbußen, die Lage der Tiefgarage sei städtebaulich " als ungünstig zu bewerten" und die Investitions- und Unterhaltungskosten für die Stadt viel zu hoch.

Die Entscheidung des Ausschusses ist nicht das letzte Wort. Das hat am 12. November der Rat, wo es eine klare Mehrheit für das Einkaufscenter und gegen den Busbahnhof gibt.

Trotz der Absage: Sprecher aller Fraktionen würdigten das besondere Engagement der Kaufleute. Ausschussvorsitzender Ulrich Hus (SPD) fasste das Lob zusammen: " Das gibt es selten, dass sich eine bürgerschaftliche Initiative so intensiv und konkret einbringt." Die Kaufleute hätten viel Zeit und Geld investiert.

Jens Meier (Grüne) sagte: " Es wäre nicht ehrlich, die Initiative zu ermutigen, weiter Zeit und Geld zu investieren. Wir sind überzeugt, mit dem Einkaufszentrum das bessere Konzept auf dem Tisch zu haben."

Bildtext:
Aus der Traum von der " Neuen Mitte": Der Stadtentwicklungsausschuss lehnt den Vorschlag der Initiative " Lebendiges Osnabrück" ab.

Grafik:
Garthaus
Autor:
Wilfried Hinrichs


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