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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Zoo-Schimpansin Zamana gestorben
Zwischenüberschrift:
Menschenaffe gerade erst aus Basel eingetroffen
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Der Zoo trauert um Schimpansenweibchen Zamana. Wie gestern bekannt wurde, hat Tierpfleger Wolfgang Festl den elfjährigen Menschenaffen bereits am Montagmorgen tot im Schimpansenhaus gefunden. Das Tier war erst am Mittwoch vergangener Woche aus Basel zum Schölerberg gebracht worden.

Bei der Obduktion in der Tierärztlichen Hochschule Hannover seien chronische Veränderungen von Niere und Lunge sowie geschwollene Lymphknoten festgestellt worden, berichtet der Zoo in einer Pressemitteilung. " Das bedeutet, dass der Organismus des Tieres bereits geschwächt war, als Zamana bei uns ankam", so Zoodirektor Michael Böer, " der Zustand war jedoch klinisch nicht auffällig, sodass weder die Baseler Kollegen noch wir etwas feststellen konnten." Die neue Situation in Osnabrück habe dann dazu geführt, dass Zamanas Kreislauf versagte.

Schimpansenexperte Festl habe den Menschenaffen am Montagmorgen um fünf Uhr leblos im Schlafbereich des Schimpansenhauses gefunden. Eine Herz-Lungen-Massage sei erfolglos geblieben. " Der Todesfall von Zamana hat uns völlig unerwartet getroffen und erschüttert uns", wird Festl in der Zoo-Mitteilung zitiert. Seit der Ankunft des Tieres aus Basel habe der Pfleger jede Minute im Affenhaus verbracht nachts schlafend auf einer Liege im Tierpflegergang.

Festl hatte den Angaben zufolge jeden Schritt der Zusammenführung mit einem Tierpfleger aus Basel besprochen, der Zamana kannte. " Die Zusammenführung von Schimpansen ist nicht einfach", so Festl, " auch in der Wildbahn gibt es dabei jede Menge Auseinandersetzungen, denn die Menschenaffen sind sehr emotional und werden auch handgreiflich." Im Fall Zamana sei das Kennenlernen laut Festl normal verlaufen: " Natürlich gab es auch Geschrei und die ein oder andere heftige Auseinandersetzung aber für die lebhaften Schimpansen war das alles im Rahmen. Chef Tatu war Zamana auch recht freundlich gesonnen, und noch am Sonntag kam unsere Schimpansin Vanessa zu Zamana zur Fellpflege, dem sogenannten Groomen." Zamana habe ruhig gewirkt, nachts geschlafen und regelmäßig gefressen.

Zamana war von Basel nach Osnabrück gebracht worden, nachdem die bislang am Schölerberg lebenden Menschenaffen Kisha und Kume gen Basel und Leipzig aufgebrochen waren. Auch wenn die Zusammenführung verschiedener Schimpansen eine Herausforderung sei, sei sie wichtig, heißt es in der Mitteilung des Zoos weiter. Zoodirektor Böer: " Westafrikanische Schimpansen sind eine stark bedrohte Tierart. Wir Zoos sind dafür verantwortlich, mit professionellem Zuchtmanagement für den Erhalt zu sorgen. Deswegen ist es eine essenzielle Aufgabe, die Tiere zwischen den Zoos zu tauschen, um mit gesundem Nachwuchs die Menschenaffen für unsere Kinder und Enkel zu bewahren."

Bildtext:
Starb unerwartet an Kreislaufversagen: Schimpansin Zamana.

Foto:
Zoo Basel/ T. Weber
Autor:
pm/ack


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