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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
26 Osnabrücker Fünftklässler in der Inklusion
Zwischenüberschrift:
Umbauten reibungslos – Pädagogik entwickelt sich
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Nach den Ferien besuchen in Osnabrück 26 Fünftklässler mit Förderbedarf Regelschulen. An den städtischen Gymnasien wurde kein Inklusionskind angemeldet.
Die baulichen Anpassungen hätten reibungslos geklappt. Die pädagogische Inklusion der Inklusionsschüler an der Bertha-von-Suttner-Realschule entwickele sich noch, berichtete Schulleiter Martin Sandkämper auf Anfrage unserer Zeitung. Insgesamt nehmen seit dem Ende der Sommerferien 26 Kinder mit Förderbedarf am Unterricht der weiterführenden Regelschulen in Osnabrück teil, meldete jetzt die Stadt.
In der Suttner-Realschule haben am 8. August drei Kinder mit Förderbedarf angefangen. Zwei der Kinder benötigen besondere Förderung ihrer emotionalen und sozialen Entwicklung. Ein Junge ist hörgeschädigt. Um seinen Nachteil auszugleichen, wurden eine Akustikdecke und weitere Klangverbesserungen an den Wänden eingebaut. Unbürokratisch und schnell habe die Stadt den Einbau in den Sommerferien veranlasst, berichtet Sandkämper. Ob diese baulichen Veränderungen in den kommenden Jahren noch ausreichen, wenn der Schüler mit seinen Klassenkameraden häufiger als jetzt Fachräume aufsuchen wird, müsse sich zeigen. Der Schulleiter hat die Eltern gebeten, sich bei eventuell auftretenden Problemen unverzüglich zu melden, damit er reagieren könne.
Das Land Niedersachsen hat den Kommunen die Einrichtung von Schwerpunktschulen für einen Übergangszeitraum bis 2018 eingeräumt. " Wir haben für Osnabrück entschieden, dass bereits in diesem Schuljahr alle Schulen in Osnabrück inklusiv sind. Das hat alle Beteiligten in kurzer Zeit vor Herausforderungen gestellt, denn die Kinder haben ganz unterschiedliche Bedürfnisse, auf die wir individuell eingehen", erläutert Stadträtin Rita Maria Rzyski. Deshalb habe der Fachbereich Schule/ Sport mit dem Eigenbetrieb Immobilien und den Schulen bedarfsorientierte Baumaßnahmen geplant, die teilweise auch schon abgeschlossen sind. Neben baulichen Maßnahmen wurden gesonderte Unterrichtsmaterialien, Ausstattungs- und Einrichtungsgegenstände wie höhenverstellbare Tische und Stühle sowie elektronische Hilfen (Smartboard, PC) erworben. So wurde beispielsweise auch ein Schwellkopierer zur Unterstützung für Blinde und sehbehinderte Schüler angeschafft. Dieser kann grafische Oberflächen darstellen, indem er zum Beispiel Linien aufschäumt und so mit den Fingerkuppen gelesen werden können.
Für die drei neuen Realschüler mit Förderbedarf werden der Schule insgesamt 10, 5 Lehrerstunden zusätzlich zugebilligt. " Damit werden wir nicht im gewünschten Maße unterstützt, aber es ist besser, als wir zunächst befürchtet hatten", bewertet Sandkämper die Lehrerversorgung. Die Hälfte der zusätzlichen Stunden übernehmen Lehrer mit sonderpädagogischer Ausbildung. Für die übrigen Stunden sind Realschullehrer zuständig, die sich bereits lange vor dem 8. August auf diese Aufgabe mit speziellen Fortbildungen vorbereitet hätten, sagt Realschulleiter Sandkämper. Bisher laufe alles, aber für eine endgültige Beurteilung sei es jetzt noch zu früh. " Viele Schritte in die Inklusion können wir erst jetzt beim Gehen lernen", findet der Schulchef, aber blickt optimistisch nach vorn.
Auch der Stadtelternrat will zunächst abwarten, wie sich die Inklusion in Osnabrück entwickelt. Vorsitzende Petra Knabenschuh kündigte an, dass sich das städtische Elterngremium im Herbst mit der Entwicklung befassen wolle: " Erst dann wird man vermutlich die Erfahrungen gesammelt haben, um die Situation bewerten zu können."
" In Osnabrück haben Eltern von insgesamt 61 Schülern mit Bedarf an sonderpädagogischer Unterstützung von der Wahlmöglichkeit Gebrauch gemacht und lassen ihr Kind eine allgemeine Schule besuchen", erläuterte Stadträtin Rita Maria Rzyski in Vertretung des Oberbürgermeisters.
Für die Jahrgangsstufe 1 sind 35 Anmeldungen, verteilt auf 14 Schulen, eingegangen. Die 26 Anmeldungen für die weiterführenden Schulen gingen bei zwei Gesamtschulen, zwei Hauptschulen und der Suttner-Realschule ein. Im Vorfeld zum Anmeldungsturnus hat das Bildungsbüro der Stadt gemeinsam mit der Landesschulbehörde ein Beratungsangebot für Eltern ins Leben gerufen.

Autor:
Michael Schwager


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