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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Zahlt das Land für ein Obussystem in Osnabrück?
Zwischenüberschrift:
Nahverkehrsplan geht in die nächste Etappe
Artikel:
Kleinbild
 
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Originaltext:
Osnabrück. Der Oberleitungsbus soll in Osnabrück das Rückgrat des öffentlichen Nahverkehrs werden, im Landkreis wollen die Nahverkehrsplaner den Schienenverkehr besser einbinden. Mit diesen Vorgaben geht der Entwurf für den 3. Nahverkehrsplan von Stadt Osnabrück und Landkreis Osnabrück demnächst in die Bürgerbeteiligung. Einstimmig gab der Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt das 200-seitige Papier für das weitere Verfahren frei. Das Votum des Landkreises wird in Kürze erwartet.
Mehr Fahrgäste, weniger CO 2 : Diese Ziele will die Planungsgesellschaft Nahverkehr Osnabrück (Planos) mit einem Obussystem erreichen. Grundlage des Nahverkehrsplans für die Stadt Osnabrück ist die Machbarkeitsstudie des Ingenieurbüros Lindschulte & Kloppe. Danach sollen die Busse in der Innenstadt mit Batteriebetrieb, also ohne Oberleitung, verkehren und erst außerhalb des Wallrings ihre Stromabnehmer ausfahren. Die Gutachter haben vorgeschlagen, elf Hauptlinien mit 52 km Oberleitung zu installieren. In den Stadtteilen sollen Nebenlinien mit Kleinbussen für eine wohnnahe Anbindung sorgen.
Auf einen breiten Konsens hatte Planos-Geschäftsführer Martin Meyer-Luu gehofft, um die Weichen für den öffentlichen Nahverkehr zu stellen. Immerhin ist der Aufbau eines neuen Systems mit erheblichen Investitionen verbunden, die nur mit Unterstützung des Landes gestemmt werden können. Knapp 100 Millionen Euro werden benötigt, wenn sich die Stadt für den Obus entscheidet. Für eine Straßenbahn kalkulieren die Planer die vierfachen Kosten.
Gegenwind schlägt den Nahverkehrsplanern von der Stadtbahn-Initiative entgegen, die sich für die Einführung einer Straßenbahn starkmacht. Vor allem über die Finanzierung wird heftig gestritten. Straßenbahnen seien förderfähig, sagen die Stadtbahn-Aktivisten, Obusse nicht. Formal stimme das, räumt Martin Meyer-Luu von der Planos ein. In den Gesprächen mit der Landesregierung habe es aber deutliche Signale gegeben: " Wir erwarten eine positive Nachricht."
Die Kritik der Stadtbahn-Initiative zielt aber auf die ihrer Ansicht nach unzureichende Stadt-Umland-Verknüpfung. Das Planos-Konzept ende an der Stadtgrenze, die Pendler hätten das Nachsehen. Auch das will Meyer-Luu nicht gelten lassen.
Die Landesregierungen in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen hätten mit der angekündigten Reaktivierung alter Eisenbahnstrecken einen wichtigen Stein ins Rollen gebracht. Wenn außerdem auf vorhandenen Strecken wie dem Haller Willem weitere Verbesserungen (kürzere Taktzeiten, zusätzliche Halte) geschaffen würden, könne der Schienenverkehr zum Rückgrat des öffentlichen Nahverkehrs im Landkreis werden.
Der Link zum Entwurf für den Nahverkehrsplan:
www.planos-nahverkehr.de/ index.php? id=171

Bildtext:
Großräumige Oberleitungsbusse wie hier in Salzburg sollen das Rückgrat des Nahverkehrssystems sein.

Foto:
PR

Kommentar
Schöne Pläne mit Achillesferse

Schick sehen sie ja aus, die neuen Oberleitungsbusse, die dem öffentlichen Nahverkehr in Osnabrück mehr Fahrgäste und der Stadt weniger Emissionen bescheren sollen. Der Disput, den die Stadtbahn-Initiative vom Zaun gebrochen hat, macht aber eines deutlich: Die schönen Gedankenspiele, die im Entwurf für den Nahverkehrsplan zusammengefasst sind, haben eine Achillessehne. 100 Millionen Euro kalkulieren die Planer für den Systemwechsel. So viel Geld kann Osnabrück aus eigener Kraft nicht aufbringen.

Es mag ja sein, dass sich das Land auf eine Förderung und vielleicht sogar auf die angepeilte Quote von 70 Prozent einlässt. Wenn nicht, muss die Planos das ganze Konzept einstampfen und ihre ganze Kraft auf einen Plan B konzentrieren.

Was könnte das sein? Ein Straßenbahnsystem sicher nicht. Das würde selbst die Kosten für eine Basisversion auf 400 Millionen Euro erhöhen. Wer glaubt, das Land würde bereitwillig 70 oder gar 90 Prozent dazu beisteuern, lebt im Wolkenkuckucksheim.
Autor:
Rainer Lahmann-Lammert


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