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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Neues Leben für toten Arm der Hase
Zwischenüberschrift:
Fluss-Altarm wird wieder vernässt – Grenzüberschreitendes Projekt
Artikel:
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Originaltext:
Lotte/ Wallenhorst. Ein biologisch und historisch interessantes Projekt hat im Grenzbereich der Gemeinden Lotte und des Wallenhorster Ortsteils Hollage begonnen: Der Altarm der Hase wird in mehreren Abschnitten revitalisiert eine interkommunale Aktion auf etwa 13 000 Quadratmeter Fläche.

Die aktuellen Arbeiten laufen im Rahmen des Flurbereinigungsverfahrens. Vorgesehen ist, dass ab dem kommenden Jahr weitere Abschnitte in Kooperation mit dem Verein zur Revitalisierung der Haseauen zum Refugium für Fauna und Flora werden.

" Das Projekt ist historisch interessant, weil so einstmals die Hase verlaufen ist. Ich finde es toll, dass man gut erkennen kann, dass ein Fluss etwas Lebendiges ist und seinen Verlauf verändert″, begeistert sich Lottes Umweltbeauftragte Kornelia Lauxtermann für die Aktion. Diese werde auf insgesamt 350 Meter Länge dem Naturschutz gewidmet.

Damit werde ein vor Jahren unterbreiteter Vorschlag ihres Wallenhorster Kollegen Udo Stangier umgesetzt, sagt sie und lobt: " Er hat bis heute schon viel En ergie hineingesetzt.″

Dass die Arbeiten auf Lotter Terrain ausgeführt werden, die Flächen indes Eigentum der Gemeinde Wallenhorst sind, hat einen Grund. " Die Flächen sind neu geordnet worden bei einer Flurbereinigung ohne Verlegung der Landesgrenzen″, erklärt Stangier. Bei dem Neuordnungsverfahren seien einzeln gelegene Flächen zu einer einheitlichen zusammengelegt worden. " Eine dieser Flächen ist der , Barlager Altarm′″, berichtet er.

Stangier zur Historie: Bei der Begradigung der Hase vor rund 100 Jahren ist der einst große Bogen, den der Fluss beschrieb, abgekürzt worden. Der Altarm wurde später zum Totarm, weil er sogar bei Hochwasser nicht mehr durchflutet wird. " Landwirtschaftlich bestand kein Interesse mehr am Altarm. Außerdem ist er in den zurückliegenden Jahrzehnten von einst acht auf heute zwei bis vier Meter verfüllt worden, sodass nur noch an einer kleinen Stelle offenes Wasser stand. Das ändert sich derzeit durch die Arbeiten für die Revitalisierung″, erklärt Stangier. Kornelia Lauxtermann ergänzt: " Den ursprünglichen Verlauf erkennt man gut an dem Röhrichtgürtel, der zeigt, dass hier mal sehr feuchte andere Bodenbeschaffenheiten geherrscht haben.″

Die Revitalisierung erfolgt durch Entschlammung und Vorbereitung einer flachen Böschung. Im Einsatz sind Fachleute des Unterhaltungsverbandes Mittlere Hase aus Bersenbrück, die sich auch in Gesprächen als Kenner der Materie beweisen.

Drastische Maßnahme

" Das Ausbaggern ist eine drastische Maßnahme mit Eingriff in das Biotop Röhricht″, betont Stangier. Derzeit sei das Wasser etwa 20 bis 50 Zentimeter tief. Ausgebaggert werde auf 1, 50 bis 1, 80 Meter. Der Faulschlamm wird abgefahren und eine zum Rand hin südlich auslaufende Böschung angelegt, die eine optimale Erwärmung des Flachwasserbereiches gewährleisten soll.

Die Breite des revitalisierten Hase-Altarms wird später acht bis zehn Meter betragen. Das abschnittsweise Vorgehen geschieht, um Eingriffe in bestehende Biotopstrukturen zu minimieren und wirbellose Bewohner möglichst zu schonen. " Die Hälfte des Röhrichts auf Lotter Seite ist nun weg. Das geschieht aus arbeitstechnischen Gründen des Unterhaltungsverbandes jetzt und nicht später″, erklärt der Wallenhorster.

Der Bewuchs der Uferlinie soll überwiegend durch Eigenbegrünung geschehen. Gleichwohl werden möglicherweise nach Absprache mit der zuständigen Behörde im neu geschaffenen Bereich punktuell Teichrose, Seerose oder andere für das Gewässer eines Altarms typische Wassergewächse gepflanzt.

Ökologe Stangier wird genau beobachten, wie sich der westliche Teil des Altarms entwickelt und in welchem Umfang Vorkommen von Fröschen, Molchen und weiteren Tieren im Röhricht die Revitalisierung anzeigen. Gleiches gilt, wenn die weiteren Altarmabschnitte auf Hollager Seite bearbeitet sind.

" Hier sollen idealerweise auch Ringelnatter, Laubfrosch und Kammmolch ebenso wieder zu Hause sein wie Rohrammer, Teichrohrsänger und Braunkehlchen″, hofft Udo Stangier. Kornelia Lauxtermann sieht gute Chancen, dass auch die Knoblauchkröte heimisch werden könnte: " Es wäre schön, wenn sie vom ehemaligen Halener Truppenübungsplatz hierherwandern würde.″ Als optische landschaftliche Bereicherung sehen beide die vorgesehenen 25 bis 30 Kopfweidensetzstangen in doppelter Baumreihe an.

Brut- und Laichgewässer

" Entwicklungsziel ist ein artenreiches, mesotrophes, also mäßig nährstoffreiches, Stillgewässer der Auenlandschaft, das für die Fauna der umliegenden Grünlandbereiche als Brut- und Laichgewässer eine deutliche Bereicherung und zusätzliche Lebensgrundlage darstellen wird″, freut sich Udo Stangier auf die kommenden Jahre mit Entdeckungen neuer tierischer und pflanzlicher Bewohner am Altarm.

Bildtexte:
Frisch ausgebaggert ist dieser Teil des zukünftigen Biotops. Die Auenlandschaft wird in mehreren Abschnitten wiederhergestellt.

Die Neuordnung der Flächen bei der Flurbereinigung ermöglicht jetzt den Gemeinden Lotte und Wallenhorst, in interkommunaler Zusammenarbeit den Hase-Altarm an der Grenze von Halen und Hollage zu revitalisieren.

Wacker kämpft sich Crispus der Krause Sauerampfer durch das verdichtete Erdreich neben dem Hase-Altarm.

Vor Jahrzehnten einfach entsorgt, jetzt tauchen Dinge wie eine alte Milchkanne und Plastik-Bottiche wieder auf.

So soll es später mal aussehen.

Fotos:
Ursula Holtgrewe
Autor:
Ursula Holtgrewe


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