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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Überschrift:
Klares Nein zum Bustreff bei Wöhrl
Zwischenüberschrift:
Stadtwerke: Zu hohe Kosten, zu wenig Platz, zu viele Behinderungen
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück. Aus der Skepsis ist Gewissheit geworden: Die Stadtwerke lehnen kategorisch einen Busbahnhof am Neumarkt ab. Das Konzept, vorgelegt von der Initiative " Lebendiges Osnabrück", würde den Nahverkehr schwächen, sagte Stadtwerke-Vorstand Stephan Rolfes am Freitag vor der Presse.

In der Initiative " Lebendiges Osnabrück" haben sich Kaufleute zusammengeschlossen, die das am Neumarkt geplante Einkaufszentrum kritisch sehen. Ihr Gegenentwurf sieht eine Tiefgarage und einen zentralen Busbahnhof am Standort des früheren Wöhrl-Kaufhauses vor. Die Stadtwerke legten jetzt sieben Gegenargumente vor.

Zu wenig Raum: Der Platz wäre nicht lang genug, um die Busse optimal aufzustel len. Benötigt würden 200 Meter, sagte Harald Schulte von der Planungsgesellschaft Osnabrück (Planos). Nach dem vorliegenden Konzept ist der Platz nur 160 Meter lang.

Zu wenig Entwicklungsmöglichkeiten: Der Stadtrat hat im Masterplan Mobilität das Ziel formuliert, den Anteil des Nahverkehrs am Gesamtverkehr bis 2025 um 20 Prozent zu steigern. Ein Bustreff hinter Wöhrl wäre nicht entwicklungsfähig, auch eine Neuplanung der Linien brächte keinen Fortschritt, sagen die Stadtwerke.

Zu große Behinderungen: Wenn alle Busse den Umsteigeplatz ansteuern sollten, würde es nach Angaben von Planos-Chef Martin Meyer-Luu 2900 Abbiegevorgänge am Neumarkt geben. Zu Stoßzeiten müssten pro Minute vier bis fünf Busse abbiegen. Das sei nicht zu bewältigen, ohne den Verkehr auf dem Neuen Graben praktisch zum Erliegen zu bringen. Die Busse bräuchten eine Vorrangschaltung, um Verspätungen zu vermeiden.

Zu hohe Kosten: Die Schleife über den zentralen Bustreff würde pro Fahrt zwei bis drei Minuten kosten, so Meyer-Luu. Bei 1450 Fahrten summiere sich das auf 50 Stunden pro Tag und 14 600 Stunden pro Jahr. Umgerechnet in Betriebskosten verursachten diese Stichfahrten zusätzliche Kosten von 750 000 Euro jährlich. " Für einen Zeitverlust ohne Mehrwert für die Fahrgäste", betonte Meyer-Luu.

Zu enge Zufahrt: Wo die südliche Zufahrt entstehen soll, ist heute ein Radweg. Es sei nicht zu erkennen, wie 950 Busse täglich dieses Nadelöhr passierten sollten, sagte Rolfes. Außerdem führte der Busverkehr direkt an der Grundschule vorbei.

Zu eng für Stadtbahn: Der Bustreff wäre für eine Stadtbahn wegen zu enger Radien nicht erreichbar, sagte Harald Schulte. Zwar sei für die nächsten Jahrzehnte keine Straßenbahn geplant, aber die langfristige Option sollte sich die Stadt erhalten.

Zu geringes Sicherheitsgefühl: Der stark frequentierte Neumarkt biete ein hohes Maß an sozialer Kontrolle. Ein Bustreff, den nur Buskunden nutzen, werde in verkehrsschwachen Zeiten verwaist sein und eine Hinterhof-Atmosphäre erzeugen.

Bildtext:
Passen hier 950 Busse täglich hindurch? Die Stadtwerke lehnen einen neuen Busbahnhof am Neumarkt ab. Ein Argument ist, dass die Zufahrt von der Johannisstraße (Foto) sehr problematisch wäre.

Foto:
Jörn Martens
Autor:
Wilfried Hinrichs


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