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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Viel Wahlkampf, wenig konkrete Aussagen
Zwischenüberschrift:
Beim „Heimatabend″ zur Zukunft des Güterbahnhofs geht es mehr um die Vergangenheit als um die Zukunft
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Eine hitzige und emotionale Diskussion führten am Sonntagabend in der Lagerhalle Besucher, Aktivisten und Politiker beim Heimatabend″ über die Zukunft des Güterbahnhofs. Eine konkrete Marschroute für das Gelände konnte nicht genannt werden. Während der von Entertainer Kalla Wefel einberufenen Podiumsdiskussion wurde bekannt, dass es einen oder mehrere Interessenten für die Fläche am Ringlokschuppen geben soll, die die Stadt für zwei Millionen Euro kaufen will.
Irgendwas mit Kultur soll am Güterbahnhof entstehen. Zumindest darin waren sich die Politiker einig. Und der Bau einer Halle für 3000 Menschen von der Zion GmbH solle auch nicht genehmigt werden. Ansonsten lieferten sich die Ratsherren auf dem Podium zum Teil ermüdende Scharmützel.
Ulrich Sommer (SPD) und Volker Bajus (Grüne) wiederholten ihre Vorwürfe, der damalige Osnabrücker Stadtbaurat und jetzige CDU-Oberbürgermeisterkandidat Wolfgang Griesert habe seinerzeit den Rat der Stadt nicht umfassend über die Lebensquelle und die Zion GmbH informiert. Griesert konterte, er habe sich mit einem Sektenbeauftragten kurzgeschlossen, und dieser habe grünes Licht gegeben. Auch Christopher Cheeseman (Linke), Thomas Thiele (FDP) und Ralf ter Veer (Piraten) wühlten in der Vergangenheit, förderten aber wenig Erhellendes zutage.
Laute Unmutsäußerungen
Besuchern des Heimatabends wurde angesichts des Wahlkampf-Theaters schnell langweilig. Einige der etwa 200 Zuschauer quittierten das Hin und Her der Politiker mit lautem Gähnen, Ausrufen wie Blablabla″, lauten Unmutsäußerungen oder der Forderung nach konkreten Aussagen. Die gab es jedoch nicht.
Auch die Frage nach einem Investor wurde nicht beantwortet. Der Einstieg von Alando-Chef Frederik Heede ist erst mal vom Tisch. Es gebe aber einen oder mehrere Interessenten, die die Fläche am Ringlokschuppen kaufen wollen, sagte Ulrich Sommer. Welche Pläne dort umgesetzt werden sollen, sagte er nicht.
Das eigentliche Thema des Heimatabends Das Kreuz mit dem alten Güterbahnhof Kultur auf dem Abstellgleis? wurde den Beteiligten einige Male ins Gedächtnis gerufen. Gastgeber Kalla Wefel stellte irgendwann die Frage, ob es die hitzige Diskussion überhaupt gegeben hätte, wenn Ralf Gervelmeyer und Günter Strunk von der Lebensquelle″ nicht in einem os1.tv-Interview geäußert hätten, dass Homosexualität eine Sünde sei. Laut Wefel sei auch ein Vertreter der evangelischen Freikirche zum Heimatabend eingeladen worden. Nach dem besagten TV-Interview hätten sich Gervelmeyer & Co jedoch ein Schweigegelübde gegenüber der Presse auferlegt.
So wurde beim Heimatabend viel drum herumgeredet. Die Tatsache, dass die Lebensquelle″ Eigentümer eines Filetstücks des Geländes ist, wurde nur am Rande erwähnt. Auch die Frage, wie mit der Freikirche umgegangen werden soll, blieb unbeantwortet. Nutzer des Areals aus der Kulturszene berichteten jedoch, dass die Mitglieder der Lebensquelle″ eine gute Nachbarschaft torpedierten.
Kulturszene sucht
Die Frage, wo und ob sich eine Landschaft für Kultur- und Kreativwirtschaft in Osnabrück etablieren könne, wurde jedoch nicht beantwortet. Die Winkelhausenkaserne am Hafen war mal dafür vorgesehen, wurde aber an einen Investor verkauft. Ein Besucher des Heimatabends schlug vor, das Geld aus dem Verkauf in eine Kulturszene am Güterbahnhof zu investieren.
In der ersten Halbzeit des Heimatabends stellten Vertreter der Kiez AG (Kultur-Initiative eigenständiges Zentrum am Güterbahnhof) und des Kulturvereins Petersburg ihr Schaffen und ihre Visionen einer zukünftigen Nutzung des Areals vor. Oliver Konen vom Kulturverein Petersburg berichtete, dass Karsten Gronewald die marode Halle vor sechs Jahren übernommen habe. Damals habe es keinen Strom, keine Heizung und kein Wasser gegeben. Heute probten dort 250 Musiker, es gebe ein Café und einen Garten. Konen leitet dort eine Tango-Gruppe. Wir wollen die Stadt bunter und vielfältiger machen. Die Petersburg ist ein friedlicher Ort″, sagte er.
Patrick Meyer und Nils Enewoldsen sehen sich als Nutzer der Kulturszene am Güterbahnhof. Die Kiez AG wiederum versteht sich als Sammelbecken für alle Osnabrücker, die sich für den Erhalt des Güterbahnhofs als Kulturraum einsetzen. Aktuell sammelt die Initiative Unterschriften für eine an den Rat gerichtete Petition, die eben jenes Ziel verfolgt. Meyer und Enewoldsen wollen am Güterbahnhof ein Kino, das alte Filme zeigt, sowie Park- und Grünflächen.

Bildtext:
Das Gelände am alten Güterbahnhof bleibt in der Diskussion und ist längst auch ein Wahlkampfthema.

Foto:
Jörn Martens
Autor:
Thomas Wübker


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