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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Überschrift:
Was bleibt, sind nur die großen Bäume
Zwischenüberschrift:
Rat bekräftigt Konzept für Naturspielplatz an der Spichernstraße – FDP-Antrag abgelehnt
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Über kaum eine Spielfläche in Osnabrück sind so viele Diskussionen geführt worden: Zwei Bürgerversammlungen und drei Ausschusssitzungen wurden der Gestaltung des Naturspielplatzes an der Spichernstraße gewidmet. Jetzt hat der Rat entschieden und das Konzept der Planer bestätigt. Die Anwohnerinitiative fühlt sich ausgetrickst.

Die FDP wollte das Verfahren noch stoppen und stellte in der Ratssitzung am Dienstag den Antrag, den als Spielplatz vorgesehenen Hof als Naturerlebnisfläche zu gestalten. So hatten es die engagierten Mütter aus dem Viertel gefordert, die Bürgermeister Burkhard Jasper vor der Sitzung noch eine Liste mit 155 Unterschriften übergeben hatten. Aber der Antrag erhielt nur die zwei Stimmen der Liberalen und wurde mit großer Mehrheit abgelehnt.

Die Stadt will ihr Angebot für Kinder nicht auf ein Naturerlebnis beschränken, sondern ihnen einen " richtigen" Spielplatz anbieten, mit Geräten von der Matschanlage bis zum Bodentrampolin. Hartmut Damerow vom Osnabrücker Servicebetrieb kündigt an, dass die großen Bäume erhalten blieben. Sträucher und übriger Bewuchs müssten aber aus dem Weg geräumt werden, um Platz für Spielgeräte zu schaffen.

Den engagierten Müttern aus dem Viertel geht das entschieden zu weit. Sabine Mahlow und ihre Mitstreiterinnen würden auf dem verwunschenen Areal zwischen Spichernstraße, Rudolfstraße und Koksche Straße am liebsten alles so lassen, wie es ist. Aber sie akzeptieren, dass Wege durch die Wildnis geführt und ein paar Spielgeräte aufgestellt werden.

Bisher nutzen fast ausschließlich Nachbarn das unzugängliche städtische Areal. " Wir waren von Anfang an nicht dagegen, das zu öffnen", sagt Sabine Mahlow von der Initiative. Aber im Protokoll einer Bürgerversammlung werde den Anwohnern unterstellt, sie wollten die Fläche nur exklusiv für sich behalten.

Wenn Hartmut Damerow gefragt wird, welche Elemente aus der Bürgerbeteiligung in die Planung eingeflossen sind, dann verweist er auf die großen Bäume, die nicht angetastet werden sollen. Zudem hätten die Anwohner ja noch Vorschläge für bestimmte Spielgeräte eingebracht und die würden " zu 95 Prozent umgesetzt".

Sabine Mahlow protestiert: Fast alle Anwohner hätten gefordert, die Vegetation zu erhalten und dann erst ihre weiteren Wünsche geäußert. Ausgerechnet das Wichtigste sei aber gar nicht berücksichtigt worden. Hartmut Damerow sieht das anders: " Die Maximalforderungen, dass nichts passiert, konnten wir nicht erfüllen."

Auf Unverständnis stößt bei der Initiative auch die Absicht der Stadt, das steinerne Spielhaus abzureißen und an seiner Stelle ein normgerechtes Holzhaus für die Kinder zu errichten. Da stecke doch eine perfektionistische Haltung hinter, lautet der Vorwurf. Dass auf die Sicherheit geachtet werden muss, räumen auch die Mütter ein. Aber da genüge es doch, das Obergeschoss für die Kinder dichtzumachen und nur für Fledermäuse zu öffnen, hält Sabine Mahlow dagegen.

Bildtext:
Wie ein verwunschenes Schloss: Dieses Haus auf dem Naturspielplatz an der Spichernstraße wird wohl durch einen DIN-gerechten Holzbau ersetzt.

Foto:
Klaus Lindemann
Autor:
Rainer Lahmann-Lammert


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