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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Überschrift:
"Kein Biogas auf dem Piesberg"
Zwischenüberschrift:
Stadt-CDU für Lösung im Kreis
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück. Wohin mit dem Biomüll aus Stadt und Landkreis Osnabrück ab 2016, wenn der Vertrag mit Remondis in Schwegermoor endet? Für die CDU-Fraktion Osnabrück steht fest: Es soll dafür keine Biogasanlage am Piesberg geben.

In diesem Punkt legten sich Fraktionsvorsitzender Fritz Brickwedde und Josef Thöhle, stellvertretender Vorsitzender im zuständigen Betriebsausschuss Osnabrücker Servicebetrieb, jetzt schon fest. Die beiden Christdemokraten lehnen Überlegungen der Osnabrücker Stadtverwaltung, eine Anlage auf den Piesberg zu bauen, deshalb ab, weil sich das Gelände inzwischen zum Landschafts- und Kulturpark weiterentwickelt habe. Wesentliche Schritte in Richtung Naherholungsgebiet seien getan: Es gibt unter anderem einen Rundwanderweg und einen Aussichtsturm.

Die Osnabrücker CDU-Fraktion favorisiert überdies, eine Biogasanlage, in der kompostierbares Material verwertet werden soll, gemeinsam mit dem Landkreis Osnabrück zu verwirklichen. Nur so kämen die Abfallmengen zusammen, die für den wirtschaftlichen Betrieb benötigt würden. Außerdem sei es vermutlich einfacher, im Landkreis einen Standort zu finden, der möglichst wenig Anwohner belastet. Denn auch deshalb sei der Piesberg kein geeigneter Standort. Die Anwohner rund um die ehemalige Mülldeponie der Stadt seien in der Vergangenheit über viele Jahre durch den Verkehr der Müllfahrzeuge und den Abfallgeruch belastet gewesen.

Die Landkreisverwaltung bringe der Position der StadtCDU Sympathien entgegen, sagte ein Sprecher von Landrat Michael Lübbersmann auf Anfrage unserer Zeitung. Die Entsorgungsgesellschaft Awigo des Landkreises sei beauftragt, in Abstimmung mit der Stadt Standort-Varianten zu prüfen. Dabei sei neben dem Aspekt der Wirtschaftlichkeit auch zu prüfen, inwieweit Anwohner belastet werden.

Josef Thöle ist der Ansicht, dass eine Wirtschaftlichkeitsberechnung für eine neue Biogasanlage, so wie sie die Stadtverwaltung derzeit anstellt, zunächst nur mit dem Biomüll aus Stadt und Landkreis kalkulieren dürfe. Da kommen jährlich rund 8500 Tonnen Biomüll aus der Stadt und 20 000 Tonnen aus dem Landkreis zusammen. Es sei dagegen nicht richtig, dabei Biomüll aus Oldenburg einzukalkulieren. Thöle: " Wir wollen doch Mülltourismus vermeiden."

Thomas Fillep, Kämmerer der Stadt Osnabrück, meint: " Unser erstrangiges Ziel ist eine Kooperation mit dem Landkreis Osnabrück zur Errichtung und zum Betrieb einer gemeinsamen Vergärungsanlage." Hierzu gebe es eine Projektrunde zwischen den zuständigen Betrieben von Stadt und Landkreis.

Da der Vertrag mit Remondis aufgrund politischer Beschlusslage und EU-Recht zum 31. Dezember 2015 gekündigt worden sei, würden derzeit diverse Alternativen auf ihre Wirtschaftlichkeit hin überprüft. Anders als die Osnabrücker CDU meint Fillep aber: " In diese Wirtschaftlichkeitsüberprüfung ist auch das bereits in den vergangenen Jahren vorgesehene Projekt einer Vergärungsanlage auf dem Piesberg einzubeziehen, um am Ende ein in jede Richtung geprüftes Angebot dem Rat der Stadt zur Entscheidung vorlegen zu können."

Bildtext:
Daraus soll Biogas werden. Die Vergärungsanlage dafür solle im Landkreis stehen, fordert die Osnabrücker CDU.

Foto:
dpa

Kommentar
Alternative schaffen

Stadt und Landkreis sind gut beraten, eine wettbewerbsfähige Alternative zur Biomüllverwertung im Remondis-Werk in Schwegermoor voranzutreiben. Denn nur so haben sie eine Verhandlungsposition auf Augenhöhe, falls Remondis auch für die künftige Bioabfallverwertung in Betracht gezogen werden soll.

Denn an die zähen Verhandlungen in den Jahren 2000 und 2001, als der Preis in Schwegermoor deutlich höher lag als in Nachbarregionen, dürften sich mit Sicherheit noch einige in Rat und Kreistag erinnern.
Autor:
Michael Schwager


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