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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Leonardos bewegende Erfindungen
Zwischenüberschrift:
Da-Vinci-Ausstellung ab Sonntag im Museum Industriekultur
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Leonardo da Vinci (1452–1519) hat nicht nur die Mona Lisa gemalt. Er war auch ein genialer Techniker und Ingenieur, der seiner Zeit um Jahrhunderte voraus war. Im Osnabrücker Museum Industriekultur beginnt am Sonntag, 23. Juni, eine Ausstellung mit Modellen zum Anfassen von da Vincis Maschinen. Titel: " Leonardo da Vinci Bewegende Erfindungen".

Für Rolf Spilker, Leiter des Museums Industriekultur, ist da Vinci " der größte Name, den wir je im Museum hatten". Viele würden Leonardo eher mit Kunst als mit Technik verbinden. Dabei habe das " Universalgenie" viele Dinge erfunden, die noch in unserem Alltag verwendet würden. Beispiel: Mit dem Ratschengetriebe, das Hin-und-her-Bewegungen in einen kontinuierlichen Hub umwandelt, können große Lasten angehoben werden. Es wird heute in ähnlicher Form zum Beispiel in Kettenzügen verwendet.

Zu jedem Modell sind in der Ausstellung neben einer Erläuterung auch die Zeichnungen aus Leonardos Skizzenbüchern zu sehen, sodass Idee und Umsetzung direkt verglichen werden können.

Horst Langer, Professor im Fachbereich Ingenieurwissenschaften und Mathematik der Fachhochschule Bielefeld und Kurator der Ausstellung, sieht in Leonardo nicht nur den genialen Erfinder. Der Mann aus der Toskana habe nicht nur die eigenen, sondern auch viele Ideen und Konstruktionen von Technikern seiner Zeit dokumentiert. Die Wissenschaft nimmt an, dass Leonardo rund 100 000 beschriebene Blätter hinterlassen hat. Einiges ist noch verborgen, da runter das komplette Material, das im Vatikan aufbewahrt wird. Vieles aber ist in Archiven in ganz Europa wieder aufgetaucht.

Für Langers Studenten ist diese Hinterlassenschaft eine wahre Fundgrube. Die Beschäftigung mit den Ideen des Renaissance-Genies dient vor allem der Ausbildung. " Die Studenten sollen zu Beginn ihres Studiums alle technischen Möglichkeiten kennenlernen", begründet Langer das Projekt. Sie sollen kreativ arbeiten und lernen, ihre Ideen in echte Konstruktionen umzusetzen. Aus Skizzen werden am Rechner Zeichnungen. Dann müssen Teile gebaut werden. Dass Langers Rechnung aufgeht, erkennt er daran, dass sich seine Studenten sehr mit ihrem Studiengang identifizieren: " An einigen Hochschulen werfen 50 Prozent der Anfänger technischer Studiengänge die Flinte ins Korn." Manche Dozenten seien sogar stolz darauf, wenn sie derartige Abbrecherquoten vorweisen könnten. " Das können wir uns aber nicht leisten", konstatiert der Bielefelder Hochschullehrer.

Die insgesamt 95 Konstruktionen der Bielefelder Studenten werden europaweit gezeigt. 30 Modelle sind ab Sonntag, 11 Uhr, im Haseschacht-Gebäude des Museums am Fürstenauer Weg 171 zu sehen. Und anzufassen. Denn das ist das Konzept der Ausstellung: Die Besucher erhalten nur kurze Text-Informationen über die Ausstellungsstücke. Durch Anfassen, Kurbeln oder Bewegen sollen sie die Funktionsweise der einzelnen Kon struktionen begreifen.

Begleitet wird die Sonderausstellung, die bis zum 22. September im Museum Industriekultur zu sehen sein wird, von einem Lernprogramm. Museumspädagoge Jan Tönnies und Volontärin Marie Toepper bieten für Schulklassen und Kindergruppen unter anderem den Nachbau der Maschinen an. Mit handelsüblichen Mechanik-Baukästen, aber auch mit einfachen Materialien. Da werden dann auf Schaschlikspießen befestigte Verschlüsse von Plastikflaschen zu Zahnrädern (Infos: www.industriekultur-museumos. de).

Bildtext:
Eine Schleifmaschine für Hohlspiegel. Marie Töpper (Foto), Volontärin im Museum Industriekultur, probiert das Gerät aus.

Foto:
Hermann Pentermann
Autor:
Michael Schwager


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