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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
"frieda" soll den Kongress-Markt aufrollen
 
Namensstreit um die Stadthalle
Zwischenüberschrift:
Wie wird die Stadthalle heißen? – Hallenchefin setzt auf Werte und grünes Image
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück. Die Osnabrückhalle erfindet sich neu. Renoviertes Haus, moderne Technik, ökologische Standards, soziale Verantwortung und ein neuer Name: " frieda Veranstaltungs- und Kongresszentrum Osnabrück". Am Montag will der Aufsichtsrat darüber entscheiden. Die FDP, die nicht im Aufsichtsrat vertreten ist, überschüttet " frieda" mit Häme. Die CDU sagt: " Frieda geht auf keinen Fall."

Anfang der Woche stellte Hallenchefin Sandra Gagliardi den Parteien das Vermarktungskonzept für die runderneuerte Stadthalle vor. Titel: " Wertschöpfung durch Werte". Der neue Name taucht erst auf Seite 24 des Konzeptes auf und ist nur ein kleiner, aber symbolträchtiger Mosaikstein, der für das moderne, ökologische Image und neue Selbstverständnis des Hallenbetreibers stehen soll.

Langfristig will Gagliardi die Stadthalle in die Top Zehn der Kongresshallen vergleichbarer Größe in Deutschland bringen. Drei Säulen tragen das neue Konzept: Ökologie, soziale Verantwortung und innovative Technik. " Wir greifen damit die Mega-Trends auf", sagt die Hallenchefin.

Ökologie: Das " green meeting" (umweltbewusstes Tagen) hat in wenigen Jahren den Veranstaltungsmarkt erobert. Hallen, die Kongressveranstaltern nicht ein ökologisches Tagungsmanagement bieten könnten, seien bald nicht mehr wettbewerbsfähig, heißt es im Strategiepapier. Die Osnabrückhalle setzt " Grün tagen" seit 2010 um. Ein " Nachhaltigkeitsteam" soll das Prinzip fortlaufend weiterentwickeln.

Soziale Verantwortung: Immer mehr Unternehmen geben sich ein Leitbild, in dem sie sich zu ihrer gesellschaftlichen Verantwortung bekennen. " Corporate Social Responsibility" (CSR) heißt das in der Sprache der Wirtschaft. Das Bekenntnis zu Werten und ethischen Ideen bindet Kunden und Mitarbeiter emotional. Hallenchefin Gagliardi will dieses Ziel durch Kooperationen mit Hilfsorganisationen erreichen, die einen lokalen oder regionalen Bezug haben. Beispiel: Die Stadthalle bietet terre des hommes Präsentationsmöglichkeiten in der Halle und animiert Veranstalter, die Hilfsorganisation zu unterstützen. Die Stadthalle kann mit dem positiv besetzten Image werben, Veranstalter haben ein gutes Gewissen, und terre des hommes generiert Spenden.

Innovative Technik: Die Stadthalle schafft die Technik für sogenannte hybride Veranstaltungsformen, die persönliche und virtuelle Zusammenkünfte verknüpfen. Die Stadthalle kommt damit dem Wunsch vieler Firmen entgegen, die soziale Medien und andere Plattformen nutzen, um Reisekosten zu sparen.

Wichtiger Bestandteil des Zukunftskonzeptes ist das geplante Hotel, das die Arkona-Gruppe betreiben will. Die Stadthalle verbessert damit ihre Chancen, mehrtägige Kongresse zu akquirieren. Außerdem hat Sandra Gagliardi die Personalentwicklung durch Coaching und Fortbildungen vorangetrieben. " Wir haben ein hohes Fachwissen im Haus. Wir arbeiten daran, dieses Fachwissen auch richtig an den Kunden zu bringen", sagt die Hallenchefin.

Dieses alles soll im neuen Namen gebündelt nach außen getragen werden. Der neue Name müsse kurz, gut einprägsam, positiv besetzt und leicht auszusprechen sein. Er sollte mit Attributen wie " modern, sympathisch, bodenständig, freundlich, frisch, zuverlässig, ehrlich, offen und freundschaftlich" assoziiert werden, " frieda" bringe all das mit. Der Name werde konsequent kleingeschrieben, " um Interpretationen, die die Wurzeln der Friedensstadt darstellen, zu unterstreichen". Frieda haben seinen Ursprung im Schwedischen und bedeute " die Friedliche". Der Name werde als norddeutscher Name eingeordnet und dokumentiere damit die geografische Lage Osnabrücks. Außerdem liege die Assoziation " gute Stube" nahe, die die Stadthalle für die Osnabrücker immer noch sei, doch bald " viel moderner und jünger".

Die FDP, die sich als erste Partei zu Wort meldete, lehnt den Namen ab. Es verbänden sich für ihn damit Begriffe wie " provinziell, behäbig, alt", teilte Fraktionschef Thomas Thiele mit, der sich eher an einen Kuh-Namen erinnert fühlt. Claudia Schiller (CDU) lobte in einer Mitteilung das " durchdachte" und " zukunftsweisende" Strategiepapier, sagte aber Nein zu " frieda". Der Name Osnabrückhalle solle bleiben.

Osnabrück. Die Pläne der Stadthallen-Chefin, dem Veranstaltungs- und Kongresszentrum künftig den Namen " frieda" zu geben, stoßen in der Politik auf Wider stand. Während Sandra Gagliardi mit der neuen Wortmarke das moderne, grüne Image der Halle fördern will, wirkt der schwedische Vorname auf FDP-Vordenker provinziell. Die CDU spricht sich dafür aus, den aktuellen Namen Osnabrückhalle beizubehalten. Am Montag will der Aufsichtsrat der Halle entscheiden. Dabei geht es nicht nur um die Bezeichnung, sondern um ein komplett neues Konzept.
Autor:
Wilfried Hinrichs


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