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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Kulturkampf auf der Straße
Zwischenüberschrift:
Bürgerdiskussion über den städtischen Nahverkehr der Zukunft
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Autos ausbremsen, Bus und Bahn beschleunigen nur so bringt man nach Ansicht von Verkehrsplanern die Menschen in der Stadt zum Umstieg von privaten auf öffentliche Verkehrsmittel. Kein leichtes Unterfangen, wie sich am Mittwoch bei der öffentlichen Diskussion der neuen Nahverkehrsstudie für Osnabrück andeutete.

Vor einem Publikum, das dem öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) eher zugeneigt ist, stellte Uwe Kloppe von der Düsseldorfer Ingenieursgesellschaft Lindschulte & Kloppe in der Volkshochschule sein Gutachten vor. Kernaussage der im Auftrag von Stadt und Planungsgesellschaft Nahverkehr (Planos) angefertigten Studie: Will Osnabrück seine ehrgeizigen Klimaziele schnell erreichen und mehr Fahrgäste als bisher anlocken, muss es sich vom herkömmlichen Dieselbus verabschieden und auf Fahrzeuge setzen, die möglichst keine Schadstoffe ausstoßen.

Ob nun elektrisch betriebene Busse oder eine Straßenbahn das Transportmittel der Wahl seien, ließ der Experte offen. " Beides ist in Osnabrück technisch machbar." Das hiesige Fahrgastaufkommen (aktuell 85 000 Personen pro Tag) sei allerdings auch künftig mit Bussen zu bewältigen. " Eine Straßenbahn ist komfortabel, aber überdimensioniert", so der Gutachter. Letztlich sei es eine Frage des Geldes. Kloppes Berechnungen zufolge kostet der Neubau einer Straßenbahn in der Hasestadt bis zu 381 Millionen Euro. Ein oberleitungsgestütztes E-Bus-System sei für ein Viertel des Preises (94 Millionen Euro) zu haben.

Damit scheint für die Verkehrsplaner die Entscheidung gefallen. Planos-Geschäftsführer Martin Meyer Luu sagte, er halte eine Straßenbahn wegen ihres ungünstigen Kosten-Nutzen-Verhältnisses für nicht förderfähig. Investitionen in ein E-Bus-System hätten hingegen gute Chancen, zu 70 Prozent vom Land übernommen zu werden. Thomas Polewsky (Stadtbahn-Initiative) zweifelte an der Leistungsfähigkeit von Oberleitungsbussen und erkannte Widersprüche und Unzulänglichkeiten im Gutachten. " Es untersucht wichtige Aspekte nicht." Angesichts der genannten Summen räumten aber auch anwesende Straßenbahn-Verfechter ein, dass eine schienengebundene Lösung gegenwärtig unbezahlbar sei. Stadtwerke-Vorstand Stephan Rolfes fand beschwichtigende Worte: " Wenn wir noch eine Straßenbahn in Osnabrück hätten, würden wir anders diskutieren."

Grünen-Politiker Volker Bajus versuchte ebenfalls, die Lager zu einen. Er halte den O-Bus mit eigenen Fahrspuren, die Autos verdrängen, für eine geeignete Zwischenlösung. Sie erhalte die Option auf einen späteren Straßenbahn-Bau. Der Ratsherr und Landtagsabgeordnete lenkte den Blick auf die Verabschiedung des Nahverkehrsplans durch den Rat am Jahresende und sprach von einem " Kulturkampf" zwischen Autofahrern und ÖPNV-Nutzern, der Osnabrück bevorstehe.

Bildtext:

Mit dem Midibus soll der Osnabrücker Busverkehr ins Zeitalter der E-Mobilität fahren. Jetzt war das Fahrzeug auf der Stadtbuslinie Berningshöhe unterwegs.
Autor:
Sebastian Stricker


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