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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Osnabrücker Friedensgespräch verhebt sich an der Energiewende
Zwischenüberschrift:
Podium fordert gesellschaftliches Umdenken und versäumt globalen Blick auf Zusammenhang von Energie und Konflikten
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Um Energiepolitik und Frieden sollte es beim jüngsten Osnabrücker Friedensgespräch gehen doch das Podium kam über die Frage nach dem Gelingen der Energiewende in Deutschland kaum hinaus. Weil die Gäste Ernst-Ulrich von Weizsäcker, Naturwissenschaftler und Co-Präsident des Club of Rome, und Stephan Kohler, Vorsitzender der Geschäftsführung der Deutschen Energie-Agentur, im Wesentlichen auch noch einer Meinung waren, fehlte es der Diskussion im Osnabrücker Schloss sogar an Reibungspunkten.
Für eine echte Kontroverse hätte der Gesprächsrunde, die von dem Soziologen György Széll und dem Politologen Roland Czada von der Universität Osnabrück geleitet wurde, ein Ökonom in ihren Reihen gutgetan. Der hätte vielleicht das eine oder andere Statement aus wirtschaftlicher Sicht kritisch hinterfragt. So aber begleitete den Abend das dumpfe Gefühl, dass vor allem wissenschaftliche und theoretische Ideen präsentiert wurden, deren politische und ökonomische Realisierung schon dem mitdenkenden Laien fraglich erschienen.
Ohne Frage lagen sowohl Kohler als auch von Weiz säcker richtig damit, mehr Energieeffizienz und den Ausbau regenerativer Energien als zentrale Bestandteile der Energiewende herauszustellen. Kohler forderte eine gesellschaftliche Umorientierung. " Wir alle sind dafür verantwortlich, dass Energie effizienter genutzt wird", sagte er. " Die Politik kann dafür nur den Rahmen vorgeben." Von Weizsäcker sprach sich dafür aus, sozial Schwache stärker zu unterstützen, damit sie sich energieeffiziente technische Geräte leisten können. Wie aber Normalverdiener zu solchen Käufen animiert werden sollen, diese Frage wurde nicht gestellt. Auch auf die Nachfrage Czadas hin, wie die deutsche Wirtschaft bei höheren Energiepreisen konkurrenzfähig bleiben könne, fand von Weizsäcker keine überzeugende Antwort.
Die Konflikte um Energie im Nahen und Mittleren Osten oder in Afrika, die " Vermaisung" der deutschen Landschaft, die Konkurrenz zwischen " Tank und Teller" das angesetzte Thema hätte facettenreich diskutiert werden können. Der globale Blick auf Energiepolitik und Frieden gelang dem Podium allerdings viel zu selten.
Autor:
Franziska Kückmann


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