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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Wo Söhne ihre Mütter zur Schule bringen
Zwischenüberschrift:
Sprachkurs für Migranten an der Rosenplatzschule
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Ich möchte Deutsch lernen″, sagt Elif Ziftci. Sie spricht den Satz vorsichtig aus, weil sie sich in der deutschen Sprache unsicher fühlt. Sie sitzt mit anderen Müttern verschiedener Nationen in der Cafeteria der Rosenplatzschule und büffelt, während ihr Sohn in einem der oberen Stockwerke im Unterricht sitzt. Jeden Freitag bringt mein Sohn mich zur Schule″, scherzt die 28-jährige Türkin und lacht schüchtern.

Jeden Freitagmorgen stehen die Sozialarbeiterin Felicitas Niermann und die Übersetzerin für Arabisch und Türkisch, Sylvia Lüdtke, im Gang der Rosenplatzschule und sprechen Mütter an. Eine bestimmte Anzahl an Frauen kommt generell zum Sprachkurs. Viele müssen angesprochen werden. Die Hemmschwelle ist sehr groß″, sagt Sylvia Lüdtke. Einige Frauen könnten auch in ihrer Muttersprache schlecht lesen und schreiben, da sie zum Teil nur wenige Jahre die Schule besucht hätten. Im Kurs lernen diese Frauen, in lateinischen Buchstaben Deutsch zu lesen und zu schreiben.

Sieben bis acht Mütter sind immer beim Sprachkurs, sagt Felicitas Niermann. Heike Tennstädt, Lehrerin an der Rosenplatzschule, beziffert die Zahl der Eltern, die über ungenügende Deutschkenntnisse verfügen, auf 30 bis 40 Prozent. Der Bedarf ist groß.″ Die teil nehmenden Mütter dienten als Multiplikatorinnen, die andere Mütter über die Vorteile des Sprachkurses unterrichten sollen, sagt Sylvia Lüdtke.

Es ist wichtig, dass der Kurs in einem vertrauten Umfeld stattfindet″, sagt die Übersetzerin. Es gebe nicht nur Hemmschwellen, Deutsch zu sprechen, sondern auch andere Orte aufzusuchen, wo diese Sprachkurse stattfinden könnten, so Lüdtke weiter.

Obwohl der Sprachkurs für Mütter freiwillig und kostenlos ist, besteht für sie doch ein gewisser Druck. Elif Ziftci berichtet, ihr Sohn halte sie dazu an, zu dem Kurs zu gehen. Sie hatte neben anderen Müttern mit Felicitas Niermann die Idee zu dem Sprachkurs, der vom Stadtteilbüro Rosenplatz finanziell unterstützt und Teil des Netzwerks Elternschule ist, an dem mehrere Einrichtungen aus dem Quartier beteiligt sind. Dort leben Menschen aus zahlreichen Nationen. Viele Kinder gehen auf die Rosenplatzschule.

Felicitas Niermann berichtet von ersten positiven Ergebnissen des Sprachkurses. Im morgendlichen Elterncafé in der Rosenplatzschule sprechen einige Frauen Deutsch miteinander. Sie haben Mut gefasst.″ Für die Unterstützung ihrer Kinder bei den Schularbeiten reichten die Deutschkenntnisse noch nicht, meint die Sozialarbeiterin. Das übernehmen die Väter, die größtenteils gut Deutsch sprechen, die Schule, der Familien-Treff oder Nachhilfelehrer, sagt sie.

Die 34-jährige Araberin Haya versucht mit ihrem Sohn viel Deutsch zu sprechen. Das klappt nicht immer″, sagt sie. Ihr Sohn verbessere sie häufig. Dadurch lerne sie aber besser Deutsch.

Elif Ziftci spricht meistens Türkisch mit ihrem Sohn. Sie wendet sich aber auch in der Sprache Goethes und Schillers an ihn. Bei einem Satz wünscht die Türkin keine Verbesserungsvorschläge, berichtet sie. Er lautet: Räum dein Zimmer auf.″

Bildtexte:
Jeden Freitagmorgen treffen sich Mütter verschiedener Nationalitäten zum Deutschunterricht in der Rosenplatzschule.

Für viele Frauen ist die Hemmschwelle, Deutsch zu sprechen und zu schreiben, groß. Doch ihre Kinder motivieren sie.

Fotos:
Hermann Pentermann
Autor:
Thomas Wübker


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