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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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aus Zeitung:
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Überschrift:
Künftiger Generalsekretär fing als Tierarzt an
Zwischenüberschrift:
Umweltstiftung stellt sich neu auf – Heinrich Bottermann setzt sich mit einer Stimme Mehrheit durch
Artikel:
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Originaltext:
Berlin. Es dauerte länger als geplant, bei der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) den Spitzenposten neu zu besetzen. Im 14-köpfigen Kuratorium hatten sich bei der Wahl des neuen Generalsekretärs Fronten gebildet. Erst nach Stunden stand Heinrich Bottermann als Nachfolger von Fritz Brickwedde fest.

Das 14-köpfige Kuratorium ist unabhängig und breit aufgestellt. Nach Parteiangehörigkeit austariert, gehören ihm Bundes-und Landespolitiker an sowie Wissenschaftler und Gewerkschafter. Vorsitzender ist Hubert Weinzierl, Ehrenvorsitzender des Deutschen Naturschutzrings .

Dem Gremium lag gestern ein Dreiervorschlag vor, der einem Kuratoriumsmitglied aber nicht ausreichte. Mit dem Wunsch, einen vierten und fünften Bewerber auf die Top-Liste zu nehmen, setzte er sich allerdings nicht durch.

Erst dann wurde abgestimmt über die Dreierliste, die zuvor eine Findungskommission erstellt hatte: mit dem besten Ergebnis für den 57-jährigen Heinrich Bottermann. Er wird ab Oktober für fünf Jahre den Posten des nach B 9 besoldeten DBU-Generalsekretärs innehaben.

Bottermann studierte Veterinärmedizin in Gießen und wurde in Hannover promoviert. Er startete seine berufliche Karriere von 1985 bis 1990 als beamteter Tierarzt im Kreis Borken. Von 1990 bis 1993 war er Referatsleiter beim Gesundheitssenator in Bremen, bevor er von 1993 bis 1995 Referatsleiter im Bundesministerium für Gesundheit war. Es folgten Stationen im Ministerium für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (1995 bis 2007). Seit dem 1. August 2007 ist er Präsident des Landesamtes Natur, Umwelt und Verbraucherschutz, einer Behörde mit 1400 Mitarbeitern.

Vor allem aus den Reihen der Union hatte es zuvor starke Unterstützung für Christine Hawighorst gegeben, die einstige Chefin der niedersächsischen Staatskanzlei. Nach der Wahlniederlage von Ministerpräsident David McAllister (CDU) am 20. Januar dieses Jahres war die politische Beamtin aus Wallenhorst immer wieder für hohe Posten im Gespräch. Gestern fehlte der Juristin nur eine Stimme. " Es haben sich die durchgesetzt, die vor allem auf Erfahrung im Bereich Naturschutz setzen", hieß es nach der Sitzung.

Die DBU gilt mit einem Stiftungskapital von zwei Milliarden Euro als größte Umweltstiftung Europas . Sie vergibt rund 47 Millionen Euro Fördermittel pro Jahr. Die Stiftung wurde 1991 ins Leben gerufen.

Bildtext:

Verlässt die Deutsche Bundesstiftung Umwelt: General sekretär Fritz Brickwedde.

Foto: Archiv

Kommentar
Eine Überraschung

Der Goldschatz der Ökoszene lagert in Osnabrück. Klar, dass es hohes Interesse, aber auch Gerangel gab, als jetzt der Posten des Generalsekretärs bei der Deutschen Bundesstiftung Umwelt neu besetzt wurde. Wenn andere die Mittel zusammenstreichen und auf die Schuldenbremse treten müssen, stößt die Stiftung Projekte an.

Die Stellenbeschreibung war anspruchsvoll. Langjährige Führungserfahrung und ausgewiesene Organisationsfähigkeiten sowie Kenntnisse der Förderstrukturen in Deutschland und Europa die Liste der Fähigkeiten, die das gesuchte Multitalent mitbringen musste, ist lang.

Nun hat es ein Veterinärmediziner, der derzeit 1400 Mitarbeiter in einem NRW-Landesamt führt, auf den Top-Posten geschafft. Heinrich Bottermann bringt in die Stiftung viel Sachverstand mit. Zu seinen Aufgaben gehörten neben Naturschutz unter anderem auch Strahlenschutz und Überwachung der Wassergüte mit einem behördeeigenen Laborschiff. Das sieht nach Multitalent aus.

Die Berufung des 57-Jährigen ist eine Überraschung, aber auch eine Enttäuschung für jene, die auf die hohen Qualitäten von Christine Hawighorst gesetzt haben. Die Ex-Chefin der niedersächsischen Staatskanzlei hat bewiesen, dass sie komplexe Behörden führen kann, sie kennt die Kommunal- und die Landespolitik, sie hat Kontakte zur Wirtschaft. Das alles sind Vorzüge, die sie unbedingt empfehlen. Und: Eine Frau an der Spitze der DBU wäre ein starkes Signal gewesen.


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