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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Neumarkttunnel wird abgebrochen
Zwischenüberschrift:
Kollegienwall bis Oktober gesperrt
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Originaltext:
Osnabrück. Der Tunnel am Neumarkt wird ab Montag abgebrochen und zugeschüttet. Begonnen wird mit dem Abschnitt am geplanten Hasehaus. Der Kollegienwall bleibt deshalb vom 3. Juni, 9 Uhr, bis voraussichtlich Anfang Oktober gesperrt und ist danach Einbahnstraße. Der Verkehr wird für die Dauer der Bauarbeiten umgeleitet. Die Kosten für den ersten Bauabschnitt betragen nach Angaben von Kämmerer Thomas Fillep 630 000 Euro.

Der Abbruch des fast 50 Jahre alten Tunnels stellt alle Beteiligten vor große Herausforderungen. Unter dem Neumarkt schlummern zehn Kilometer Stromkabel, au ßerdem Hunderte Meter Gasleitungen und Wasserrohre. " Das wird eine Operation am offenen Herzen", sagte Ingo Hannemann, Geschäftsbereichsleiter Technik bei den Stadtwerken, am Donnerstag anlässlich der Vorstellung der Baupläne. Für die Kunden soll es zu keinerlei Beeinträchtigungen in der Ver- und Entsorgung kommen.

Auch die Nutzer von Stadtbussen müssen sich auf Änderungen einstellen. Von den Bauarbeiten unmittelbar betroffen ist der Bussteig D 1. Die Verkehrsbetriebe kündigten an, Umleitungen einzurichten und Bussteige neu zu belegen. " Wir haben den Bussteig B vor dem ehemaligen Wöhrl-Gebäude verlängert und weichen außerdem auf den Bussteig D 2 aus", sagte Olaf Sidortschuck, Leiter Infrastruktur Strecke. Die Umleitungsstrecke für die Straße Kollegienwall verläuft über Wittekindstraße und Möserstraße zum Hauptbahnhof.

Den Ablauf der Bauarbeiten erläuterte Lutz Vorreyer, beim Fachdienst Straßenbau zuständig für Brückenbau und Abbrüche. Nach der Schließung der vier Tunneleingänge in dem 24 mal 30 Meter großen, abgesperrten Baufeld sollen ab Dienstag zunächst die Überdächer verschwinden. Gleichzeitig werden die Rolltreppen und Glasscheiben sowie übrige Einbauten demontiert, Decke und Wände abgebrochen. Anschließend wird unter der Fahrbahn eine 19 Meter lange und 30 Zentimeter dicke Stahlbetonwand errichtet, die von der Busspur an der Verkehrsinsel bis zum Hasehaus verläuft. Sie dient als Abbruchkante für den nächsten Bauabschnitt und soll die Straße stützen. Die Betonsohle des Tunnels aus dem Baujahr 1964 bleibt bestehen, wird aber durchlöchert, " damit sie durch das Grundwasser nicht aufschwimmt wie ein Boot", so Vorreyer. Zum Schluss wird der unterirdische Gang schichtweise mit 5000 Kubikmeter Sand und Schotter verfüllt und Leitungen neu verlegt. " Danach können wir den Neumarkt wunderbar und problemlos neu gestalten."

Parallel zum Tunnelabbruch wird auch das alte Gebäude am Kollegienwall weichen. Dort soll ab dem 10. Juni mit dem Bau des neuen Hasehauses begonnen werden. Klaus Rosche, Geschäftsführer des Bauherrn Hoff und Partner, kündigte den Start der Abbrucharbeiten für den 10. Juni an. Eine Teilbaugenehmigung liege seit vergangener Woche vor, in Kürze soll den Mietern gekündigt werden unter anderem der Konditorei Coppenrath. Das Gebäude sei dann " innerhalb von Tagen" geräumt, sagte Rosche. Nach dem Abbruch würden Spundwände in die Erde getrieben, um das Wasser fernzuhalten. Danach beginne der Erdaushub. " Im September 2014 soll das Hasehaus komplett fertig sein."

Bildtexte:
Ablauf und Auswirkungen der Bauarbeiten erläuterten am Donnerstag (von links) Hasehaus-Geschäftsführer Klaus Rosche, Lutz Vorreyer und Jürgen Schmidt vom Fachdienst Straßenbau, Kämmerer Thomas Fillep, Ingo Hannemann (Stadtwerke) sowie Olaf Sidortschuk vom Verkehrsbetrieb.

Ab Montag, 3. Juni, wird der Neumarkttunnel abgebrochen und zugeschüttet. Begonnen wird mit dem Teilstück am Eingang Kollegienwall.

Ein Blick auf den Plan zeigt, wie der Tunnel unter dem Neumarkt verläuft (grauer Bereich). Die bunten Linien stehen für Ver- und Entsorgungsleitungen. Insgesamt liegen hier zehn Kilometer Stromkabel und mehrere Hundert Meter Gas- und Wasserrohre unter der Straße. Grafik: Stadt Osnabrück

Durch die Sperrung des Bussteiges D 1 ergeben sich einige Änderungen für Nutzer von Stadtbussen.

Fotos:
Sebastian Stricker

Grafik:
Verkehrsbetriebe

Chronologie
14. Dezember 1964: Eröffnung des Neumarkttunnels.
26. November 1977: Erweiterung und Neugestaltung. Der Tunnel wird zur Neumarkt-Passage.
11. November 1993: Modernisierung durch Glaswände und Rolltreppen.
2001: Fußgänger dürfen den Neumarkt wieder ebenerdig überqueren.
Dezember 2004: Ratsbeschluss zur Schließung des Mittelabschnitts.
17. November 2005: Eröffnung des umgebauten Tunnels.
April 2011: Der Tunnel wird bis auf den östlichen Durchgang geschlossen.
11. Juli 2012: Der Rat beschließt, den Tunnel ganz abzubrechen und zu verfüllen. r.
Autor:
Sebastian Stricker


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