User Online: 1 | Timeout: 16:39Uhr ⟳ | Ihre Anmerkungen | NUSO | Info | Auswahl | Ende | AAA  Mobil →
NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Datensätze des Ergebnis
Suche: Auswahl zeigen
Treffer:1
Sortierungen:
Anfang der Liste Ende der Liste
1. 
(Korrektur)Anmerkung zu einem Zeitungsartikel per email Dieses Objekt in Ihre Merkliste aufnehmen (Cookies erlauben!)
Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Nach Debatte Ratsmehrheit für Frank Otte
Zwischenüberschrift:
Neuer Stadtbaurat gewählt
Artikel:
Kleinbild
 
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Erleichtert wirkte Frank Otte am Dienstagabend nach seiner Wahl zum neuen Stadtbaurat von Osnabrück. Von der Zuschauerbank hatte er die Ratsdebatte verfolgt, die vor der Stimmabgabe über das Auswahlverfahren geführt worden war.

Eigentlich ist es nicht üblich, vor einer Personenwahl noch einmal über die Sache zu diskutieren. Da die FDP aber den Antrag gestellt hatte, die Wahl zu vertagen, erhielten die unterschiedlichen Lager noch einmal die Chance, sich gehörig die Meinung zum Thema Stadtbaurat zu sagen.

Die Liberalen hatten ihren Antrag so begründet: Durch ein Rechtsgutachten solle geklärt werden, ob eine erfolgreiche Konkurrentenklage ausgeschlossen werden könne. Die drohe möglicherweise deshalb, weil die Oberbürgermeister-Stellvertreterin Rita Maria Rzyski vor anderthalb Wochen noch geäußert hatte, sie halte Otte nicht für den geeignetsten Bewerber. Die Tatsache jedoch, dass nur Otte die Chance auf eine Ratsmehrheit habe, sei für sie Anlass gewesen, ihn vorzuschlagen. Auch Fritz Brickwedde, Vorsitzender der Rats-CDU, hatte das Verfahren kritisiert. Angesichts der Erfahrungen im Fall Bott, der die Stadt noch lange viel Geld kosten wird, sei jedes Risiko auszuschließen.

Rzyski revidierte vor dem Rat ihre Einschätzung von Otte: Nach intensivem Nachdenken und ohne die Fraktionsvorsitzenden noch einmal in ihre Überlegungen einzubeziehen, sei sie nun zu der Überzeugung gelangt, dass Otte nicht nur ein mehrheitsfähiger, sondern auch der geeignetste Kandidat für den Posten des Stadtbaurates sei: " Herr Otte ist für mich der beste Kandidat."

So recht wollte das Wulf-Siegmar Mierke (UWG/ Piraten) nicht glauben. Frank Henning, SPD-Ratschef, Michael Hagedorn (Grüne) und Giesela Brandes-Steggewentz (Linke) widersprachen dem. Henning hielt eine Vertagung der Wahl auch deshalb für überflüssig, weil das Rechtsamt schon vor der Sitzung alle Zweifel an der juristischen Korrektheit des Verfahrens ausgeräumt habe. Ungewöhnlich an dem Verfahren sei lediglich, so Hagedorn, dass einer Stadtrats-Wahl eine " derartige Diskussion" vorgeschaltet werde. Otte sei der beste Bewerber gewesen, das habe er in zwei Vorstellungsrunden gezeigt.

Der Gewählte selbst betonte, dass es ihm vor allem um die Sache gehe und er mit allen Fraktionen vertrauensvoll zusammenarbeiten wolle: " Ich freue mich sehr auf die neue Aufgabe, nun in meiner Heimatstadt etwas bewegen zu können." Große Aufgaben sehe er in den Bereichen Verkehr und Militärflächen-Konversion. Am 17. Juni will er loslegen.

Bildtext:
Blumen von der OB-Vertreterin Rita Maria Rzyski: der neue Stadtbaurat Frank Otte (r.) mit dem Ratsvorsitzenden Josef Thöle.

Foto:
Michael Schwager

Kommentar

Offenes Wort kein Fehler

Für das Hickhack um die Besetzung der Stadtbauratsstelle wird jetzt OB-Stellvertreterin Rzyski verantwortlich gemacht. Sie hätte mit ihrer öffentlich geäußerten Beurteilung der Kandidaten den Eindruck verstärkt, im Rathaus herrschten in Personalsachen derzeit chaotische Zustände. Der Eindruck besteht durchaus, aber die Ursachen dafür liegen woanders.

Mit dem im Rat gescheiterten Vorschlag des damaligen Oberbürgermeisters Pistorius, Stelleninhaber Wolfgang Griesert ohne Neuausschreibung wiederzuwählen, ging′s schon los. Dann kamen die vermurkste erste Ausschreibung und die Verlagerung der Verantwortung dafür vom OB auf die Personalfachbereichsleiterin und externe Beratungsunternehmen. Und dann noch die Indizien für eine Vorfestlegung von Rot-Grün auf Otte.

Sicher hätte sich Rzyski Ärger erspart und das Betriebsklima im Rathaus geschont, wenn sie für sich behalten hätte, einen anderen Bewerber für besser zu halten als den vorgeschlagenen. Aber Offenheit an sich ist nicht verkehrt.
Autor:
Michael Schwager


Anfang der Liste Ende der Liste