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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Sieben gute Gründe für Tempo 30
Zwischenüberschrift:
Leserbrief
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
zu den Artikeln " Mit Tempo 30 wäre es traumhaft leise" (Ausgabe vom 15. April) und " Osnabrück soll leiser werden" (Ausgabe vom 22. April).
" Der Lärmaktionsplan für die Stadt Osnabrück sieht mehrere Möglichkeiten, die Anwohner der stark befahrenen Straßen vor Lärm zu schützen: Durch Flüsterasphalt, Straßenumgestaltung und passiven Lärmschutz in Form von Schallschutzfenster sowie durch Verkehrsumleitung, wenn es denn vernünftige Umleitungsmöglichkeiten gibt, lässt sich einiges erreichen.
Aber die wichtigste Maßnahme für mehr Ruhe bleibt Tempo 30! Für Tempo 30 nicht nur auf den lärmgeplagten Radialstraßen und großen Abschnitten des Walls, sondern flächendeckend spricht viel: 1. Der Pkw-Verkehr ist nur noch halb so laut wie bei Tempo 50. 2. Es wird bei Tempo 30 nachgewiesenermaßen der Verkehrsfluss verbessert. 3. Dadurch wird weniger Treibstoff verbraucht und weniger Stickoxide, Feinstaub und CO 2 freigesetzt auch wenn bei Tempo 30 die meisten Autos im dritten Gang fahren. 4. Das Radfahren wird sicherer und macht einfach mehr Spaß, was wiederum die Autofahrer zum Umsteigen auf das Fahrrad bewegt. 5. Die Autofahrer haben eine reelle Chance noch rechtzeitig zu bremsen, wenn ihnen ein Kind in 14 Meter Entfernung vor das Auto läuft. Bei Tempo 50 beträgt der Anhalteweg mindestens 27, 7 Meter, bei Tempo 30 dagegen sind es nur 13, 3 Meter. Auch werden Unfälle mit Tempo 30 in neun von zehn Fällen überlebt, während bei Tempo 50 die Unfälle zu 80 % für Fußgänger und Fahrradfahrer tödlich enden. 6. Über die Hälfte der Autofahrten in der Stadt sind kürzer als 5 km. Angenommen, die Autos müssten an keiner Kreuzung halten und könnten ihre Geschwindigkeit für eine 5 km lange Strecke gleichmäßig beibehalten, würde das Auto mit 30 km/ h zehn Minuten und das Auto mit 50 km/ h sechs Minuten brauchen. Das bedeutet, dass eine Fahrzeitverlängerung von maximal vier Minuten den Anwohnern und den anderen Verkehrsteilnehmern zu spürbar mehr Ruhe, saubererer Luft und deutlich mehr Sicherheit verhilft! 7. Allein das Aufstellen von Schildern , Tempo 30 Lärmschutz′ führte in der Stadt Celle dazu, dass auch ohne Überwachungsmaßnahmen die durchschnittliche Geschwindigkeit sich um 14, 5 km/ h reduzierte! Auch der Lärmaktionsplan betont, dass Tempo 30 die kostengünstigste und die am schnellsten greifende Maßnahme wäre. Dass die Gutachterinnen trotzdem nur relativ wenige Straßenabschnitte für diese Maßnahme vorschlagen, hat einen juristischen Hintergrund: Der Lärmaktionsplan orientiert sich an den Schwellenwerten, die als gesundheitsschädlich anerkannt sind: 65 dB am Tag und 55 dB in der Nacht. Die , straßenverkehrsrechtliche Zulässigkeit′ für die Schaffung einer Tempo-30-Strecke auf einer Hauptverkehrsstraße auch wenn dort viele Menschen wohnen besteht aber erstaunlicherweise erst ab einem Lärmpegel von 70/ 60 dB. Diese dB-Werte werden vom menschlichen Ohr als mehr als doppelt so laut wahrgenommen und sind garantiert sehr gesundheitsschädlich. Etliche der lauten Straßenabschnitte sind zwar lauter als 65/ 55 dB, aber nicht lauter als 70/ 60dB. Somit kommt für diese Bereiche die effektivste und kostengünstigste Maßnahme nicht infrage zumindest solange man diese , straßenverkehrsrechtliche Zulässigkeitsregelung′ im Bundesrecht für unumstößlich hält. Genau dort liegt die Herausforderung für die Osnabrücker Politiker/- innen und für die Verwaltung mögen sie sich für eine zeitgemäße, dem wissenschaftlichen Stand entsprechende Neufassung der straßenverkehrsrechtlichen Bestimmung einsetzen!"

Bildtext:
Beitrag zur Lärmreduzierung.

Foto:
Michael Hehmann
Autor:
Kerstin Rademacher


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