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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Streit um Entwurf für Naturspielplatz
Zwischenüberschrift:
Planer wollen Angebote für alle Altersgruppen – Anwohner wollen Wildnis möglichst erhalten
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Die Pläne für einen Naturspielplatz zwischen Spichernstraße und Rudolfstraße sind jetzt vorgestellt worden. Es handelt sich um ein Projekt des Sanierungsprogramms " Soziale Stadt″ im Quartier Rosenplatz. Gegen den Spielplatz hat sich inzwischen eine Anwohner-Initiative formiert.

Nach der für den Sommer anvisierten Ausschreibung könnten die Arbeiten im Herbst dieses Jahres beginnen, meinte Hartmut Damerow, Abteilungsleiter Planung und Bau beim für die Spielplätze zuständigen Osnabrücker Servicebetrieb.

Der Rat hatte den Ausbau der bisher nicht genutzten, rund 2000 Quadratmeter großen Fläche zum naturnahen Spielplatz beschlossen, um sie allen Generationen zugänglich zu machen. " Wir haben immer dafür gekämpft, städtische Flächen gerade auch für Kinder aus dem Sanierungsgebiet zu öffnen, die bisher sehr wenig Spielraum hatten″, sagte Susanne Ahrens von der Gesellschaft für Stadtentwicklung. Das gemeinschaftliche Lernen, Spielen und Erholen im Grünen steht im Mittelpunkt der Planung.

" Das wird kein Standardspielplatz. Wir wollen besondere Angebote für alle Altersgruppen in der Natur schaffen″, erklärte Landschaftsarchitekt Klaus Wiebold. Der Hauptzugang soll an der Spichernstraße liegen. Im Eingang entsteht ein schmaler Naturlehrpfad mit verschiedenen Pflanzen, " vielfältig wie ein Waldrand″, wie Planerin Doris Kube ausführte. Dort sind aus Rücksicht auf die angrenzenden Häuser keine Spielgeräte geplant. Über einen zweiten, kleineren Zugang an der Rudolfstraße wird noch diskutiert.

Wo heute ein wilder Großgarten gedeiht, soll ein komplett eingegrüntes Spielareal entstehen. Hohe Bäume bilden einen Sicht- und Schallschutz gegen die Häuserfassaden. Die bestehenden Gehölze seinen maßgeblich für die Gestaltung, machte Kube deutlich. Teils würden Spielmöglichkeiten wie ein Balancier- und Seilparcours in das Baumensemble integriert, ohne die Wurzeln zu schädigen. " Wir wollen vielfältige Bewegungsangebote für Jung und Alt schaffen. Auch ein Bodentrampolin und eine Kletterwand sind vorgesehen″, erklärte die Planerin. Überdies gibt es einen Ballspielbereich, einen Wasserspielplatz und einen mit Spielhaus und Rutsche gestalteten Spielhügel.

Ein Teil des Areals ist als Naturspielfläche vorgesehen. Als Inseln der Ruhe sind eine Rundbank unter einer alten Kirsche, ein Rosenpavillon, über die Fläche verteilte Sitzbänke, zwei Hängematten und ein Unterstellhäuschen als Regenschutz geplant. Eine 300 Quadratmeter große Fläche wird von Spielgeräten frei gehalten. Dort sollen Anwohner gemeinschaftlich gärtnern können.

Etwa 50 Anwohner waren zu einer weiteren Infoveranstaltung im Raspo-Vereinsheim gekommen und diskutierten teilweise heftig mit den Beteiligten der Stadt. Das Areal wird seit 20 Jahren von einigen Anwohnern gepflegt und genutzt. Neben Obstbäumen und Birken wachsen dort Sträucher und Rosen.

Neben der Entwurfsplanung klebten viele Zettel mit Schlagwörtern wie " Idee Bürgergarten erhalten″, " Brennnesseln und Co″, " möglichst viel Grün″, " maximal 3 Spielgeräte″. Das waren die Wünsche der Arbeitsgruppe, die sich auf Initiative der Stadt nach der ersten Infoveranstaltung im Februar gebildet hatte. Die Architektin erklärte, die Wünsche seien in die Planung eingeflossen.

Das sahen einige Anwohner anders. Sigrid Wengert, Teilnehmerin der Arbeitsgruppe: " Das ist Augenwischerei! Wengert sowie weitere Anwohner wollten am liebsten das Gelände mit dem vorhandenen Bewuchs behalten. Ulli Sommer, Mitglied der SPD-Ratsfraktion, stellte klar, dass die Einrichtung des Spielplatzes einstimmig vom Rat beschlossen worden sei, insofern gehe es nicht mehr um das " Ob″, sondern nur noch um das " Wie″. Ein Teil der Arbeitsgruppe hatte einen Alternativentwurf erarbeitet. Danach soll der Platz zwar geöffnet und mit wenigen Spielgeräten aufgewertet werden, aber das Gelände soll ein " Naturerfahrungsraum″ bleiben. Sabine Mahlow, Mitglied der Arbeitsgruppe: " Die Wildnis ist schon da, das ist der perfekte Spielplatz! Ulli Sommer sah das ganz anders. Sobald ein Spielplatz öffentlich sei, müssten gewisse Sicherheitsvorkehrungen eingehalten werden.

Bildtext:
Auf dieser natürlich-wilden Grünfläche soll ein " naturnaher Spielplatz entstehen. So will es der Rat der Stadt. Die Anwohner kritisieren den Plan. So, wie es sei, sei es die beste Lösung für Kinder und Erwachsene.

Foto:
Klaus Lindemann
Autor:
Heike Dierks/Barbara Behnen


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