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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Eine Streichholzschachtel gewinnt
Zwischenüberschrift:
Wettbewerb für Büro- und Ausstellungsgebäude der Naturerbe GmbH entschieden
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück. Eine Streichholzschachtel hat das Rennen gemacht: Beim Architektenwettbewerb für das neue Büro- und Ausstellungsgebäude der Naturerbe GmbH der Deutschen Bundesstiftung Umwelt setzte sich der pfiffige Quader gegen die Formenvielfalt anderer Entwürfe durch. Vorteil: Mit dem Entwurf des Stuttgarter Architekturbüros Metaraum bleibt ein Maximum der Parkfläche erhalten.
Die Naturerbe GmbH ist Deutschlands größter Waldbesitzer. Als Tochtergesellschaft der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) verwaltet sie die Flächen, die zumeist nach einer militärischen Vorgeschichte dem Naturschutz zur Verfügung gestellt wurden. Schon jetzt sind es 62 000 Hektar, wie DBU-Generalsekretär Fritz Brickwedde vermerkte, demnächst sollen es doppelt so viele werden.
Für die 20 Mitarbeiter der Naturerbe GmbH in Osnabrück will die DBU Büros bereitstellen, ebenso für die 100 Förster und Waldarbeiter vor Ort, die gelegentlich in der Zentrale zu tun haben. Auf einen Schreibtisch dürfen aber auch Diplomanden und Praktikanten hoffen.
Nach dem Willen der DBU soll im Neubau zugleich eine weitere Ausstellungsfläche entstehen, die das Zentrum für Umweltkommunikation (ZUK) ergänzt. Sechs Millionen Euro lässt sich Europas größte Stiftung ihr neues Projekt kosten und opfert dafür eine 50er-Jahre-Villa an der Natruper Straße, die ihr schon seit Jahren gehört. Holzbauweise war obligatorisch im Wettbewerb, für den neun Architektenbüros ihre Entwürfe eingereicht haben, Passivhausstandard ebenfalls, weitere ökologische Finessen galten als erwünscht.
Am Ende votierte die siebenköpfige Jury unter Vorsitz von Wolfgang Schneider einstimmig für den Beitrag von Marcus Huber und Marcus Lembach vom Stuttgarter Büro Metabau.
Der favorisierte Baukörper ist eine zweigeschossige Halle, die längs aufgeteilt ist in Büro- und Ausstellungsfläche. Er füge sich harmonisch in die Bebauung der Natruper Straße ein und zeichne sich durch eine zeitlose und klare Architektursprache aus, heißt es in der Begründung der Jury.
Ein teilweise unterirdischer Gang verbindet das neue Gebäude mit dem bestehenden Zentrum für Umweltkommunikation. Das Flachdach ist ebenso wie die Halle zweigeteilt: Über dem Ausstellungsteil sollen Oberlichter angebracht werden, über dem Verwaltungstrakt Solarzellen.
Generalsekretär Brickwedde kündigte an, dass die Villa an der Natruper Straße im Mai oder Juni abgerissen werde. Ein Erhalt des Altbaus habe sich wegen der schlechten Substanz und der katastrophalen Energiebilanz nicht angeboten. Das Naturerbe-Gebäude soll 2014 fertig werden.
Die neun Entwürfe aus dem Architektenwettbewerb werden bis Dienstag nächster Woche im Zentrum für Umweltkommunikation (ZUK) an der Bornau ausgestellt.

Bildtexte:
Intelligent angeordnete Fenster schützen vor Blendung, gestatten aber die Aussicht in den großzügigen Park. So soll der Neubau für die Naturerbe GmbH aussehen.

Der Park wird geschont, die Villa (im Hintergrund) abgerissen: DBU-Generalsekretär Fritz Brickwedde (Mitte) erläutert das Modell für den Neubau der Naturerbe GmbH. Der Entwurf stammt von Marcus Huber (links) und Marcus Lembach (2. von rechts).

Zeichnung/ Foto:
Metaraum/ Uwe Lewandowski

Kommentar
Ein Segen für die Stadt

Konsequent ist er ja: Der Neubau für die Naturerbe GmbH passt gut zum sachlichen Stil des Zentrums für Umweltkommunikation (ZUK), er schont den ansehnlichen Park und offenbart seine Vorzüge im Inneren. Die Osnabrücker können sich freuen, dass die Umweltstiftung zum dritten Mal in 20 Jahren Millionenbeträge in hochwertige Architektur investiert.

Von den Ausstellungen und Fachtagungen profitieren alle Interessierten. Und die 20 Arbeitsplätze der Naturerbe GmbH sind ein kleiner Segen für die Stadt.

Schade nur, dass die 60 Jahre alte Villa an der Natruper Straße so leichtfertig für den Neubau aufgegeben wurde. Eine Stiftung, die auch den Denkmalschutz auf ihre Fahnen geschrieben hat, sollte mit schlechter Bausubstanz und unzureichender Wärmedämmung doch spielend fertig werden.
Autor:
Rainer Lahmann-Lammert


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