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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Kollegienwall wird zur Justizallee
Zwischenüberschrift:
Land investiert sechs Millionen Euro – Gerichtspräsident hält am Gefängnisneubau für 29 Millionen fest
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück. 29 Millionen Euro fehlen Landgerichtspräsident Antonius Fahnemann zu seinem Glück. Dann könnte der alte, marode Knast in Osnabrück abgerissen und durch einen Justizneubau ersetzt werden. Doch das Land hat erst einmal nur sechs Millionen Euro lockergemacht. Zu wenig für den großen Wurf. Genug aber, um die erste Stufe für das neue Justizzentrum zu zünden.

In Kürze, so Fahnemann gestern bei der Präsentation der Jahresbilanz seines Landgerichtes, solle am Kollegienwall mit den Bauarbeiten begonnen werden. Dann bekommt das Amtsgericht etwas aufs Dach. Ein ganzes Stockwerk, genauer gesagt. Und das soll Platz bieten für fünf neue Verhandlungssäle zwei für das Amts-, drei für das Landgericht.

Etwa ein Jahr werde es dauern, schätzt Fahnemann, bis in den neuen Räumen die ersten Urteile gefällt werden können. So lange muss sich die Justiz anders behelfen. Denn für die Bauarbeiten muss das Dach teilweise geöffnet werden. Damit Verhandlungen nicht unter freiem Himmel stattfinden, werden in unmittelbarer Nachbarschaft provisorische Gerichtssäle eingerichtet.

" Schrottarchitektur"

Obdach findet die Justiz am Kollegienwall im Gebäude mit der Hausnummer fünf. Bislang bietet die Volkshochschule hier Sprachkurse für Ausländer an. Zukünftig sollen unter der neuen Adresse übergangsweise Urteile im Namen des Volkes gesprochen werden. Zumindest so lange, bis das neue Stockwerk steht. Dann geht es für die Richter wieder auf die andere Straßenseite.

In die Neuerwerbung des Landes soll danach das Handelsregister für die sieben Amtsgerichte im Zuständigkeitsbereich des Landgerichtes einziehen. Das ist bislang in den oberen Stockwerken der alten Ihr-Platz-Filiale in der Johannisstraße untergebracht. Doch die Zeichen stehen auf Abschied.

Sechs Millionen kosten diese Maßnahmen nach Angaben von Fahnemann, 3, 8 Millionen davon die Aufstockung des Amtsgerichtes. Die neuen Säle sollen " unzumutbare Zustände" bei Verhandlungen in Osnabrück beenden, schildert der Präsident. Aufgrund von Raummangel werde teilweise in alten Richterbüros verhandelt. Da sei es vorgekommen, dass die Eltern eines Missbrauchsopfers direkt neben dem Täter hätten sitzen müssen. Damit soll zukünftig Schluss sein.

Ein Dorn im Auge bleibt für Fahnemann aber der alte Knastbau hinter Land- und Amtsgericht. " Unglaublich, dass es so etwas noch gibt", urteilte der Richter gestern. Dabei gibt es bereits Pläne, den Altbau abzureißen und durch einen achtstöckigen Neubau zu ersetzen. Der Knast käme dann in die beiden oberen Stockwerke. Was fehlt, sind die besagten 29 Millionen Euro.

Doch für deren Freigabe will Fahnemann bei Niedersachsens neuer Justizministerin Antje Niewisch-Lennartz (Grüne) werben. Die hat sich für den 14. Juni zu Besuch angekündigt. " Das alte Konzept muss fortgeführt werden", forderte Fahnemann gestern. Die jetzigen Baumaßnahmen " sind für uns nur die erste Stufe".

Und wo der Landgerichtspräsident gestern schon einmal die Zukunft des Justizstandorts am Kollegienwall skizzierte, machte er am Neumarkt gleich weiter. " Unsere Vision: Die Schrottarchitektur vor dem Landgericht soll weg", erklärte Fahnemann. Nach einer möglichen Verlegung der Bushaltestelle solle das Gelände vor dem historischen Landgericht Platzcharakter erhalten. " So wie es früher einmal war." Und es sehe danach aus, so Fahnemann, als wenn dieser Traum wahr werden könnte. Inklusive einer Beleuchtung, die die schmucke Sandsteinfassade des Gerichts bei Nacht ins rechte Licht rückt.

Bildtexte:
Hier lagern Akten: In diesem Gebäude in der Johannisstraße ist das Handelsregister untergebracht.

Provisorium: Am Kollegienwall, Hausnummer 5, soll während der Bauarbeiten verhandelt werden.

Ein Extra-Stockwerk soll der Flachbau des Amtsgerichts erhalten, um den Raummangel zu beheben. Das alte Untersuchungsgefängnis im Hintergrund soll unterdessen abgerissen werden - wenn das nötige Geld da ist.

Fotos:
Klaus Lindemann

Kommentar
Wichtig für die Neumarkt-Gestaltung

Für die Rechtspflege in Osnabrück ist der Ausbau des Justizzentrums von herausragender Bedeutung. Viel zu lange mussten die Richter in Sitzungssälen Recht sprechen, die im Sommer zu Brutkästen, im Winter zu Kühlschränken wurden. Das Land steht im Wort, die Modernisierung voranzutreiben und den Bediensteten ein zeitgemäßes Arbeitsumfeld zu bieten.

Aber auch für die Stadt sind die Investitionen des Landes am Neumarkt von großer Wichtigkeit. Investitionen, die locker in den dreistelligen Millionenbereich gehen, werden dem Platz ein ganz neues Gesicht verleihen. Der Autoverkehr wird auf zwei Spuren begrenzt, der Busverkehr neu geordnet und der Neumarkt den Menschen zurückgegeben. Und mittendrin: das künftige Justizzentrum. Beim Gestaltungswettbewerb, den die Stadt jetzt für den Neumarkt ausloben will, sollte daher der Justizbereich einbezogen werden.

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Autor:
Dirk Fisser/Wilfried Hinrichs


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