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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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aus Zeitung:
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Überschrift:
Stadt wirbt fürs Radfahren
Zwischenüberschrift:
Marketing-Kampagne "Osnabrück sattelt auf" setzt auf Emotionen
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Der Rat der Stadt hat beschlossen, die Osnabrücker umzusatteln. Mit der Kampagne " Osnabrück sattelt auf" sollen die Bürger der Stadt bewogen werden, vom Auto aufs Fahrrad umzusteigen, um die Umwelt zu schützen. Bau- und Umweltdezernent Wolfgang Griesert gab das ehrgeizige Ziel aus, den Verkehr auf zwei Rädern von heute 12 auf 17 Prozent bis 2025 zu steigern.

Die Marketing-Offensive kostet laut Griesert 100 000 Euro. Er fügte an, dass die Stadt schon heute drei Euro pro Bürger in die Infrastruktur für Radfahrer investiert. Neben der Marketing-Kampagne soll der Umstieg vom Auto auf das Fahrrad durch den Ausbau von Radwegen ermöglicht werden.

Griesert nannte als Beispiele den neuen Neumarkt, der auf jeder Seite eine zwei mal zwei Meter große Radspur erhalten soll, sowie die Römereschstraße und die geplante Westumgehung, wo großzügige und sichere Radwege geplant sind. Griesert hat zudem die Stadtränder im Blick, wo es den Osnabrückern ermöglicht werden soll, schnell mit dem Rad in die Innenstadt zu gelangen. Mit der neuen Kampagne " Osnabrück sattelt auf" solle nun eine " Bewusstseinsänderung" geschaffen werden, damit die Osnabrücker zum Wohle des Klimaschutzes das Auto in der Garage lassen und aufs Rad steigen. Dafür sollen auch mehr Stellplätze für Drahtesel in der Stadt geschaffen werden.

Bis in den Mai werden die Plakate der Kampagne in der Stadt zu sehen sein. Mit Sprüchen wie " Entdecke das Geheimnis von guter Laune und ewiger Fitness" sollen Denkanstöße auf emotionaler Ebene gegeben werden. " Um das Mobilitäts-Verhalten zu ändern, ist ein psychologisches Modell wichtig", erläutert Kathrin Voskuhl von der Agentur fairkehr aus Bonn, die sich die Marketing-Strategie ausgedacht hat.

Sie und ihre Mitarbeiter hätten sich Sucht-Therapien zum Vorbild genommen, um Verhaltensmuster zu durchbrechen. Daher seien bewusst keine rationalen Slogans gewählt worden. " Die Argumente für das Radfahren kennen wir alle: Gesundheit, Geldersparnis, Umweltschutz." Gleichwohl werde vorrangig das Auto genutzt; auch auf kurzen Strecken, so Voskuhl.

Schulverkehr im Blick

Primäre Zielgruppe der Kampagne sei zunächst der Ausbildungs- und Schulverkehr, sagt Ulla Bauer vom Fachbereich Städtebau. " Im Jugendalter werden die Weichen für das spätere Verkehrsverhalten gelegt." An der Wittekind-Realschule und der Gesamtschule Schinkel starten verschiedene Aktionen zum Thema. Die Realschüler der neunten Klasse werden zum Beispiel zu Rad-Scouts ausgebildet, um nach den Sommerferien Fünftklässler sicher per Drahtesel zur Schule zu begleiten. Außerdem erarbeiten sie begleitend zur Rad-Kampagne Werbetexte. Die Gesamtschule Schinkel stellt bei ihrem jährlichen Gesundheitstag das Rad in den Mittelpunkt. Die Eltern der Schüler, die ihre Kinder mit dem Auto zur Schule chauffieren, sollen durch " Coaching Packs", ein kleines Radfahrer-Unterstützungspaket, für das Thema sensibilisiert und zum Umsatteln bewogen werden.

Die Kampagne " Osnabrück sattelt auf" sei in drei Phasen unterteilt, sagt Ka thrin Voskuhl. In der ersten Phase gehe es darum, Aufmerksamkeit zu erlangen. Dann werde zur Handlung aufgerufen, um schließlich zum Weitermachen zu motivieren. Im Herbst soll es als Dankeschön eine " Hugging-Aktion" geben, bei der Radfahrer auf offener Straße umarmt werden.

Bildtext:
Wie wäre es mit einem Umstieg? Mit der Fahrrad-Aktion " Osnabrück sattelt auf" will die Stadt Autofahrer sensibilisieren. Ob ein verregneter Tag die beste Wahl für die Ansprache ist, sei dahingestellt.

Foto:
Egmont Seiler
Autor:
Thomas Wübker


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