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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Überschrift:
Flüsterasphalt soll Lärm am Wall mindern
Zwischenüberschrift:
Neumarkt-Pläne haben Folgen
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Weil die Autos bald nur noch auf zwei Spuren über den Neumarkt fahren sollen, bekommt der Wall eine geräuschdämmende Asphaltdecke. Denn die Stadt erwartet, dass sich der Verkehr vom Neumarkt auf den inneren Ring verlagern wird. Auf den westlichen und südwestlichen Abschnitten des Walls könnte das zu kritischen Lärmbelastungen führen.

Die von der Ratsmehrheit favorisierte Zweispurigkeit für den Neumarkt löst eine Kettenreaktion aus. Nach aktuellen Zählungen rollen täglich knapp 27 000 Autos über den Neumarkt. Die Reduzierung auf zwei Fahrspuren wird nach Einschätzung der Verkehrsplaner Folgen an anderer Stelle haben. Nach ihrer Prognose werden vier von zehn Autofahrern auf den Wall ausweichen.

Damit kommt ein neues Problem auf die Stadt zu. Ein Gutachten des Verkehrs experten Christoph Doll weist aus, dass der zusätzliche Verkehr den Lärmpegel am Wallring nur geringfügig um maximal 0, 68 dB( A) erhöhen wird. Die Steigerung ist so gering, dass sie vom menschlichen Ohr gar nicht wahrgenommen wird. Am Schlosswall und am Johannistorwall werden in den Nachtstunden aber schon jetzt Lärmwerte erreicht, die als unzumutbar gelten. Deshalb muss die Stadt handeln.

Am Donnerstag wird sich der Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt mit der Sache befassen. Die Verwaltung zeichnet drei Möglichkeiten auf, um das Lärmproblem zu entschärfen: eine andere Verkehrslenkung, eine Geschwindigkeitsbegrenzung oder den Einbau eines geräuschdämmenden Fahrbahnbelags.

In der Vorlage für den Ausschuss wird gegen eine andere Verkehrslenkung klar Stellung bezogen. An den Hauptverkehrsstraßen sei die Belastung jetzt schon so hoch, dass jeder Eingriff an anderer Stelle neue Probleme schaffe.

Auch von einer Geschwindigkeitsreduzierung raten die Planer ab. Nach ihren Berechnungen würde Tempo 30 zwar eine " wesentliche Pegelreduzierung" bewirken, doch es gebe Akzeptanzprobleme. Auf einer vierspurigen Straße mit so hohem Verkehrsaufkommen sei es schwierig, ein solches Tempolimit durchzusetzen.

In einer lärmarmen Fahrbahnoberfläche auch " Flüsterasphalt" genannt sieht der Fachbereich Städtebau die Lösung für das Lärmproblem. Er schränkt aber ein, dass es damit bislang wenig Erfahrung gebe und mit höheren Kosten gerechnet werden müsse. Weil die Fahrbahndecken am Schlosswall und am Johannistorwall in den kommenden Jahren ohnehin saniert werden müssten, werde sich der Mehraufwand aber " in einem vertretbaren Rahmen" bewegen.

Nach den derzeitigen Planungen soll der Wall-Abschnitt zwischen Kommenderiestraße und Laischaftsstraße im Jahr 2015 oder 2016 saniert werden. Zwei Jahre später soll auch der Johannistorwall eine neue Fahrbahn bekommen. Bislang ist aber keine Entscheidung gefallen. Die trifft der Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt.

Auch die zwei Spuren für den Neumarkt sind noch nicht beschlossen. Eine breite Mehrheit von SPD und Grünen, FDP und UWG/ Piraten will den Autos weniger, den Fahrrädern und Bussen aber mehr Fläche zur Verfügung stellen. Für diese neue Fahrbahnaufteilung hat sich der Verkehrsgutachter Christoph Doll ausgesprochen. Vorrangiges Ziel war es dabei, Hindernisse für den Busverkehr aus dem Weg zu räumen.

In seinem Gutachten plädiert Doll dafür, den Bussen Sonderspuren zu reservieren. Andernfalls könnten sie sich nicht reibungslos in den Verkehr einfädeln. Vor allem der Engpass vor dem VGH-Gebäude hindere die Busse am Vorwärtskommen.

Bildtexte:
Nur noch zwei Spuren für den Autoverkehr: Die Pläne für den Neumarkt haben Folgen an anderer Stelle, vor allem auf dem Wall.

Der Lärmpegel am Schlosswall ist schon jetzt zu hoch. Flüsterasphalt soll das Leben erträglicher machen.

Fotos:
Michael Hehmann
Autor:
Rainer Lahmann-Lammert


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