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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Das Nettetal besser zur Geltung bringen
Zwischenüberschrift:
Studierende stellen Konzept vor: Wie bringt man Natur, Kultur und Verkehr unter einen Hut?
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Wallenhorst/ Osnabrück. Das Nettetal hat ein Riesen-Potenzial, aber Verkehr, Landwirtschaft, Naturschutz und touristische Bedürfnisse stehen sich teilweise gegenseitig im Weg. Der Arbeitskreis Dorferneuerung hat das schon vor längerer Zeit erkannt und mit Erfolg darauf hingewirkt, dass das Nettetal in das Förderprogramm Dorferneuerung aufgenommen wird. Studierende der Hochschule Osnabrück stellten jetzt ein Konzept vor, wie sich die teils widerstreitenden Interessen unter einen Hut bringen lassen.

Almuth Bennett, Dorothee Rehr, Nicole Zidorn und Charlotte Huhold gehören zu den 20 Studierenden der Fakultät Landschaftsarchitektur, die sich unter Anleitung ihres Professors Edgar van Schayck dazu Gedanken gemacht haben.

Die Ausarbeitung der vier angehenden Freiraumplanerinnen wurde hochschulintern besonders gut bewertet. Deshalb erhielten sie die Gelegenheit, die Ergebnisse ihrer Untersuchung auf mehreren Stellwänden im Rathaus-Foyer zu präsentieren. " Das heißt aber nicht, dass die anderen Entwürfe nichts taugen", betonte van Schayck. Er empfahl der Gemeindeverwaltung und dem Arbeitskreis Dorferneuerung ausdrücklich, auch die weiteren Entwürfe zu studieren. " Das werden wir auch machen, wir werden uns die Rosinen herauspicken", meinte der Arbeitskreis-Vorsitzende Karl Burmeister.

Reinhard Langemeyer, der in der Gemeindeverwaltung zusammen mit Sandra Kujas das Projekt betreut, pflichtete ihm bei und verwies darauf, dass letztlich der Rat frei entscheide, welche Einzelmaßnahmen umgesetzt werden. " Und das natürlich auch nur im engen Einvernehmen mit der Stadt Osnabrück", stellte Bürgermeister Ulrich Belde klar, " denn das Nettetal gehört uns ja nicht alleine." Genau das ist auch der Ansatz von Almuth Bennett und ihren Kommilitoninnen: " Wir haben aus Rulle genauso wie aus den Osnabrücker Stadtteilen Haste und Dodesheide auf das Nettetal geblickt. Aus allen drei Richtungen sollten die Angebote des Nettetals einladend präsentiert werden." Hier eine kleine Auswahl der studentischen Anregungen zu verschiedenen Themen.

Verkehr: Nach den Ergebnissen einer Verkehrszählung ist die Hälfte des Kfz-Verkehrs Durchgangsverkehr. Der müsste herausgehalten werden, indem die Durchquerung langsamer und, etwa durch Plateau-Aufpflasterungen, unattraktiver gemacht werde.

Bestehende touristische Busangebote wie etwa das zur Varus-Schlacht sollte das Nettetal einbeziehen. An Wochenenden sollte zusätzlich ein Shuttlebusverkehr für Naherholung Suchende eingerichtet werden. " Busse sind kein Teufelszeug", bekräftigte auch Karl Burmeister, " denn ein Bus kann 20 Autos ersetzen, die dann keinen Parkplatz mehr bei Knollmeyer brauchen."

Natur: Die Studentinnen sehen den Maisanbau entlang einiger Flussabschnitte als ökologisch unerwünscht und vom Landschaftsbild her unschön an. Als " Stickstoffbremse" schlagen sie zwischengeschaltete Pufferzonen vor. Monokulturen sollten wenigstens durch Blühstreifen eingefasst, begradigte Abschnitte des Flusslaufs renaturiert werden. Aussichtsstege über die Schilf-Röhricht-Zone im Uferbereich könnten die Flusslandschaft besser erlebbar machen.

Kultur und Erholung: Zurzeit herrsche ein " Schilder-Wirrwarr". Hinweisschilder auf touristische Angebote müssten vereinheitlicht werden. " Auf dem Weg zur Wittekindsburg haben wir uns beim ersten Mal verlaufen", erzählte Dorothee Rehr. Die Verknüpfung ausreichender Parkplätze mit dem auszubauenden Netz von Wanderwegen und Jogging-Strecken müsse verbessert werden. Bei den Parkplätzen müssten Übersichtskarten mit allen Kulturmerkmalen, Wanderwegen, Trimm-dich-Strecken und Bushaltestellen aufgestellt werden. Ein Sandweg für Reiter sei vom Reiterhof Hardinghaus bis zur Bramheide anzulegen. Das Kloster Nette biete sich für ein Hofcafé und einen Hofladen an. Streuobstwiesen müssten zum Selberpflücken und einem " Obstwiesenfest" einladen. Das steinalte Backhaus am Hof Pohlkötter verdiene es, aufgewertet und wieder in Funktion gesetzt zu werden. Beim Gasthaus Knollmeyer könnten eine Außenbühne angelegt und der Biergarten aufgehübscht werden.

Bürgermeister Belde dankte d en Studentinnen für ihr Entwicklungskonzept, das er als " Initialzündung" begreife, um die ganze Bandbreite an Kulturerlebnissen und Freizeitmöglichkeiten in diesem " Kleinod der Naherholung" hervorzuholen. Bis zum 3. April wird die Ausstellung im Rathausfoyer aufgebaut bleiben. Am 3. April um 19 Uhr werden die Studierenden dem Arbeitskreis Dorferneuerung ihr Konzept erläutern.

Bildtexte:
Beliebtes Ausflugsziel ist der Kletterwald.

In der gesamten Region bekannt und beliebt ist Knollmeyers Mühle.

Mit einem Konzept für das Nettetal befassen sich (von links) Edgar van Schayck, Ulrich Belde, Dorothee Rehr, Nicole Zidorn, Karl Burmeister und Almuth Bennett.

Fotos:
Archiv/ Martens/ Hehmann/ Parton
Autor:
Joachim Dierks


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