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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Neuanfang in der Wittekindstraße
Zwischenüberschrift:
Wie sich die Sparkassen nach dem Krieg wieder berappelten
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Auferstanden aus Ruinen präsentiert sich die Kreissparkasse als erster Nachkriegsneubau an der Wittekindstraße. Der Vorgängerbau war bei Bombenangriffen 1944 und 1945 irreparabel zerstört worden. Die Sparkasse des Landkreises hatte es insofern härter getroffen als die der Stadt, denn deren Hauptstelle am Neumarkt, in der Bildmitte im Hintergrund zu sehen, war weniger stark beschädigt und recht bald in alter Form wiederhergestellt worden.

Das hatte zu der kuriosen Situation geführt, dass die ausgebombten Hauptstellen von Kreissparkasse, Deutscher Bank und Oldenburgischer Landesbank zunächst im Gebäude ihrer Konkurrentin Stadtsparkasse Unterschlupf fanden. 1947 wurde es der Stadtsparkasse zunehmend lästig, die Fremdinstitute in der eigenen Kassenhalle sitzen zu haben. Was als Solidaritätsaktion der Kreditinstitute untereinander begonnen hatte, stand der Abfertigung des wachsenden eigenen Kundengeschäfts mehr und mehr im Wege. Die Stadtsparkasse kündigte den Untermietern, was allerdings nicht viel bewirkte, denn deren eigene Neubauten wurden nicht so rasch fertig wie geplant.

1949 war es dann so weit, dass die Kreissparkasse ihren Neubau an der Wittekind straße 18 beziehen konnte. Das historische Foto zeigt den Zustand im Jahr 1954. Wir verdanken es unserem Leser Heinz Lepand aus Bad Iburg. Als damals 20-jähriger Pennäler des Gymnasiums Carolinum musste er eine Jahresarbeit anfertigen. Thema: " Straßenverkehrsentwicklung und - planung in Osnabrück". Er knipste die damals noch recht schmale Wittekindstraße, um die Weitsicht der Stadtväter zu loben. Denn die hatten verfügt, dass bei der Neubebauung der Nordseite die Fluchtlinie zurückgenommen wird, um einer späteren Straßenverbreiterung nicht im Wege zu stehen. Der Neubau der Kreissparkasse folgt dieser neuen Baulinie, während das Ruinengrundstück rechts daneben noch die alte markiert und weiter vorspringt.

Die Neubestimmung der Fluchtlinie war es im Übrigen auch, die die Hauptstelle der Stadtsparkasse am Neumarkt zur Strecke brachte. So günstig sie zunächst dastand, weil sie nach dem Krieg wieder in alten Mauern präsent war, so bald zeichnete sich ab, dass sie der Verbreiterung der Ost-West-Achse im Wege sein würde. Das Gebäude Neumarkt 3 wurde abgerissen, nachdem die Stadtsparkasse ihre neue Hauptstelle 200 Meter weiter an der Ecke Möserstraße bezogen hatte.

Doch zurück zur Kreissparkasse. Der hier abgebildete erste Bauabschnitt, 1949 eingeweiht, geht auf einen Entwurf des Architekten Fritz Stahlenburg zurück, der Erweiterungen zu beiden Seiten schon mitgeplant hatte. Die wenig repräsentativ ausgeführte Seitenansicht deutet darauf hin. Dennoch musste er auf dem begrenzten Raum zunächst sämtliche Funktionen unterbringen. Im Erdgeschoss waren die Kassenhalle, die Räume der Direktion und die Registratur angeordnet, im ersten Obergeschoss die Abteilungen mit wenig Publikumsverkehr, im zweiten Obergeschoss zwei Wohnungen und im Dachgeschoss schließlich die Hausmeisterwohnung. Die 1955 und 1958 folgenden Flügelbauten nahmen den Altbau von 1949 in ihre Mitte, sodass ein architektonisch einheitlich gestalteter Gebäuderiegel von gut 80 Meter Länge entstand.

Die so geschaffene Bausubstanz genügte den Anforderungen bis Ende der 1970er-Jahre. Dann wurde eine Ausdehnung unausweichlich. 13 von 14 eingereichten Wettbewerbsentwürfen sahen einen Abriss und völligen Neubau vor, so auch der siegreiche Entwurf des Quakenbrücker Architekten Jan-Gerd Mack. Nach seinen Plänen wurde der Bereich zwischen Wittekind-, Georg- und Schillerstraße auf einer Gesamtfläche von 6000 Quadratmetern mit einer neuen Sparkassenzentrale und angeschlossenem Parkhaus überbaut. Hundert Jahre nach ihrer Gründung als " Spar-, Leih- und Vorschusskasse des Amtes Osnabrück" 1882 erhielt die Kreissparkasse das zu dem Zeitpunkt modernste Bankgebäude Osnabrücks, das deshalb auch nach der Fusion von Stadt- und Kreissparkasse im JAHR 1997 Zentrale der neu geformten " Sparkasse Osnabrück" blieb.
Bildtexte:
Die Wittekindstraße in Blickrichtung Neumarkt im Jahr 1954. Rechts vorne der Nachkriegsneubau der Kreissparkasse, links hinten das Landgericht, dazwischen im Hintergrund die alte Zentrale der Stadtsparkasse.
Fassaden aus Sandstein und Glas kennzeichnen den Nachfolge-Bau der Sparkasse, der seit 1983 diesen Abschnitt der Wittekindstraße beherrscht.
Fotos:
Heinz Lepand, Joachim Dierks
Autor:
Joachim Dierks


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