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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Inhalt:
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Bewegend und eindrucksvoll.
Zwischenüberschrift:
Ökumenische Gedenkfeier für geistig behinderte, sinnesgeschädigte und psychisch kranke NS-Opfer
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück. ", Fürchte dich nicht!′, heißt es häufig in Liedern und in der Bibel. Aber es gibt vieles, das uns Angst macht." In einer bewegenden ökumenischen Gedenkfeier für die behinderten und psychisch kranken Opfer des Nationalsozialismus in der sehr gut gefüllten Marienkirche sprach Friedemann Pannen gestern offen die Probleme von heute an.

Der Superintendent des evangelisch-lutherischen Kirchenkreises Osnabrück wies unter anderem auf die Sympathien hin, die manche Jugendliche wieder für nationalsozialistisches Gedankengut hegen. Er erwähnte auch den braunen Terror der NSU und kritisierte Wegschauen und Versagen des Verfassungsschutzes.

Frauen, Männer und Kinder, die in Osnabrück Opfer der menschenverachtenden NS-Politik geworden sind, wurden in dem Gottesdienst namentlich genannt und vorgestellt. So Gertrud David, die nur wenige Meter von der Marienkirche entfernt in der Krahnstraße gelebt hatte und unter den Folgen von Kinderlähmung und Epilepsie litt. Sie wurde verfolgt als jüdische Mitbürgerin und als sogenannte " unheilbar Kranke". Im Jahre 1940 wurde sie aus der Heil- und Pflegeanstalt am Gertrudenberg abtransportiert und in einem Konzentrationslager vergast. Oder der Junge Klaus Lienemann aus dem Stadtteil Schinkel, der nur sechs Jahre alt werden durfte. Er wurde als unheilbar psychisch krank eingestuft, und auch er wurde ein Opfer der Euthanasie.

Die Flötengruppe der Osnabrücker Werkstatt in Sutthausen begleitete die Gedenkfeier, zu der Heilpädagogische Hilfe, Diakonie und Caritas, Ameos-Klinik und die Hilfe für hörgeschädigte Menschen eingeladen hatten. Ein ungewohntes und erleichternd-beschwingtes Element dieses Gottesdienstes zum dunkelsten Kapitel der deutschen Geschichte waren viele Kerzen und ein sakraler Tanz. Direkt vor dem hell erleuchteten Altar von Sankt Marien in einem weißen glänzenden Kleid getanzt von Ute Hellmich-Kienker, verband er auf anregende Weise geistliche Musik, inspirierende Bewegung und Elemente der Gebärdensprache.

" Fürchte dich nicht, ich habe dich beim Namen gerufen, du gehörst mir." Dieses Bibelwort des Propheten Jesaja, das zum Mut aufruft und Trost verheißt, bildete das Leitmotiv eines eindrucksvollen Gottesdienstes am Holocaust-Gedenktag. Die Verbrechen an kranken und behinderten Menschen wurden schonungslos geschildert, der Opfer in Würde gedacht und die Aufgaben, die sich heute der Gesellschaft stellen, um todbringende Gewalt zu verhindern, klar benannt.

Bildtexte:
Am gestrigen Holocaust-Gedenktag fand in St. Marien am Markt ein ökumenischer Gedenkgottesdienst für Osnabrücker statt, die von den Nationalsozialisten wegen einer Behinderung oder Krankheit ermordet worden sind.

Ökumenische Gedenkfeier für geistig behinderte, sinnesgeschädigte und psychisch kranke NS-Opfer.

Fotos:
Uwe Lewandowski

Autor:
Gunhild Seyfert


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