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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
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Inhalt:
Überschrift:
Der rätselhafte Graben aus dem Mittelalter.
Zwischenüberschrift:
Archäologen informieren am Sonntag über den Stand der Ausgrabungen am Gymnasium Carolinum
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück. Die Archäologen am Gymnasium Carolinum kennen keine Winterpause. Auch strenger Frost und Schnee halten sie nicht davon ab, den Boden nach Spuren der Vergangenheit zu durchwühlen. Die Zeit drängt. Anfang Mai beginnen die Bauarbeiten für die neue Schulsporthalle. Bis dahin muss die 1000 Quadratmeter große Fläche erforscht sein.
An diesem Sonntag, 27. Januar, können sich Interessierte ein Bild vom Stand der Ausgrabungen machen. Das Areal ist von 10 bis 17 Uhr zugänglich, Führungen finden zwischen 10 und 16 Uhr zu jeder vollen Stunde statt. Außerdem sind zahlreiche Funde ausgestellt.
Halbzeitbilanz
Nach vier Monaten Arbeit ist Grabungsleiterin Ellinor Fischer mit den bisherigen Ergebnissen zufrieden. Fundamente der früheren Bischofsresidenz sind zwar nicht zum Vorschein gekommen, was darauf hindeutet, dass der Palast weiter westlich lag. Dafür gibt es wichtige Erkenntnisse über die mittelalterliche Topografie in diesem Bereich. Die Archäologen sind in ungefähr zwei Meter Tiefe auf einen riesigen Graben gestoßen, der in karolingischer Zeit entstand. Sie fanden dort im Erdreich Scherben von Krügen, die aus dem 9. bis 11. Jahrhundert stammen.
Die genaue Funktion des bis zu 15 Meter breiten Grabens ist abschließend noch nicht geklärt. Er verläuft vom früheren Jesuitenkolleg (dem Altbau der Schule) über das gesamte Gelände Richtung Hase. Ellinor Fischer hält es für möglich, dass der Graben Teil einer ersten Stadtbefestigung war. Die Anlage gebe Aufschluss darüber, welche Gebiete der Osnabrücker Keimzelle vor 1200 Jahren besiedelt waren und wie der Übergang zwischen Haseufer und der ersten Bischofskirche genutzt wurde. Wie damals das Gelände aussah, ist nicht überliefert.
Seit Kurzem stehen große Zelte auf dem Areal, um noch nicht abschließend dokumentierte Ausgrabungen zu schützen und eine Weiterarbeit bei Frost und Schnee überhaupt zu ermöglichen. Unter freiem Himmel ist der Boden mittlerweile zehn Zentimeter tief gefroren.
Unter der Plane ist es windgeschützt und daher deutlich milder als draußen. Selbst Pfützen und das an einigen Stellen nach oben drängende Grundwasser sind noch nicht vollständig vereist. Am Sonntag können sich hier die Besucher außer dem rätselhaften Graben auch 500 Jahre alte Abfallgruben, das Skelett eines mittelalterlichen Schweines, die Regenkanalisation der Jesuiten aus dem 17. Jahrhundert und alte Holzpfosten, aber auch Trichter von Stabbrandbomben aus dem 2. Weltkrieg anschauen.
Ein Zelt überspannt die freigelegten Fundamente der Hellingsmauer und angrenzender Gebäude. Die massiven Steinreihen vermitteln einen Eindruck davon, welche Anstrengungen unserer Vorfahren unternommen haben, Feinde abzuwehren.
Weil es viel zu sehen gibt, ist das Interesse an den Ausgrabungen groß. Ellinor Fischer und ihr Team führen mehrere Schulklassen pro Woche über das Gelände.
Offene Grabung: Sonntag, 27. Januar, 10 bis 17 Uhr, zu erreichen über den Conrad-Bäumer-Weg

Bildtexte:
Mittelalterliche Stadtbefestigung: Bei den Ausgrabungen kam der weitere Verlauf der Hellingsmauer zum Vorschein. Ein Zelt schützt derzeit die freigelegten Fundamente.

Relikte aus der Vergangenheit: Aus allen Epochen stammen die Funde, insgesamt 50 bis 60 Eimer voll.

In karolingischer Zeit entstand der riesige Graben, auf den die Archäologen in zwei Meter Tiefe stießen. Grabungsleiterin Ellinor Fischer zeigt die dort im Erdreich gefundene Scherbe eines Kruges aus dem 9. bis 11. Jahrhundert.

Grabungshelfer fegen den Schnee von den Mauerresten.

Möglicherweise 1200 Jahre alt sind diese Scherben.

Fotos:
Holger Jansing
Autor:
Holger Jansing


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