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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Sabi und Matibi haben Osnabrück verlassen
 
Zoo in Toulouse erwartet Sabi und Matibi
Zwischenüberschrift:
Elefantenkühe nach stundenlanger Vorbereitung in Container verladen und nach Toulouse abtransportiert
Artikel:
Kleinbild
 
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Vor ein paar Wochen waren es noch fünf. Dann wurden Miry und Betty nach Italien gebracht. Und nun weilt nur noch ein einziger afrikanischer Elefant im Osnabrücker Zoo. Und auch er wird die Stadt schon bald verlassen. Nachdem die beiden Elefantenkühe Sabi und Matibi gestern auf den Weg nach Toulouse geschickt worden sind, hält Elefantenbulle Tutume erstmals alleine die Stellung noch. Sein Abtransport nach Kanada steht ebenfalls bevor. Künftig sollen in Osnabrück asiatische Elefanten gezüchtet werden.
Es ist noch recht früh, kurz vor 9 Uhr. Die Außenanlage des Elefantenhauses ist zugeschneit, die Pfleger sitzen in der Küche neben der Elefantenhalle und wärmen sich mit einem Becher Tee. Dabei passiert zu früher Stunde schon so einiges rings um das Gebäude: Zwei Container sind unmittelbar vor dem Ausgang platziert worden. Einige Meter weiter wartet ein Transport-Lkw er konnte nicht weiter auf das Gelände fahren. Hinzu kommt ein Kran, der die Container später nacheinander auf den Transporter heben wird. Doch es dauert noch, bis es so weit ist.
Noch spielen Sabi (27) und Matibi (13) in der Elefantenhalle und weben mit ihren Rüsseln. " So nennt man die kreisförmigen Bewegungen, die sie machen", erklärt Zoo-Sprecherin Lisa Josef und zeigt auf die beiden Elefantenkühe, die in der Halle stehen. Man merkt ihnen an, dass sie die Besonderheit des Tages erahnen können. Tierarzt Thomas Scheibe bewegt sich in der Nähe der Tiere. Da machen sie ohnehin schon spitze Ohren schließlich sorgt ein Tierarzt in der Regel nicht für die allergrößten Begeisterungsschübe bei Zoo-Bewohnern. Hinzu kommt heute aber noch eine ganze Reihe von Menschen, die zum Transportunternehmen Ekipa aus den Niederlanden gehören. " Das ist ein weltweit renommiertes Transportunternehmen für Tiertransporte", sagt Zoodirektor Michael Böer.
Alle sind im Einsatz, um Sabi und Matibi in ihr neues Zuhause ins französische Toulouse zu bringen. " Dort warten zwei afrikanische Bullen auf sie", sagt Böer. Männliche Elefanten, mit denen Sabi und Matibi eine Familie gründen können. Denn genau das war das Problem in Osnabrück: Die fünf afrikanischen Elefanten, die noch bis Mitte Dezember gemeinsam am Schölerberg gelebt haben, waren zum Teil Halbgeschwister, zum anderen Teil haben sie sich nicht verstanden. Kurzum: Die Familienplanung steckte in einer Sackgasse. Da europäische Zoos keine Tiere aus der freien Wildbahn entnehmen dürfen, wird genau geprüft, wo mit den vorhandenen Zootieren Herden aufgebaut werden können. " Im Frühjahr wird in Toulouse eine ganz neue Elefantenanlage fertig", sagt Böer. Die beiden Tiere werden es gut haben im sonnigen Südfrankreich, ist der Experte überzeugt.
Mittlerweile ist es kurz vor 12 Uhr. Ganze drei Stunden sind vergangen, in denen die Reisecontainer für die beiden Damen optimiert worden sind. " Wir haben die Kisten im oberen Teil vom Tischler weiter schließen lassen", erklärt Zoo-Direktor Böer. Hintergrund: Bei einer Reisetemperatur um den Gefrierpunkt darf nicht zu viel Fahrtwind in die Container dringen. Amtstierärztin Jutta Breuer und Revierleiter Detlef Niebler schauen immer wieder, dass es den beiden Elefanten gut geht und die Reise optimal vorbereitet wird.
Mittlerweile sind Sabi und Matibi auch schon beide in ihrer eigenen Box. Tierarzt Thomas Scheibe kommt nacheinander mit einer Spritze zu ihnen. " Sie werden leicht ansediert, sodass sie leichter in die Container geführt werden können", erklärt Böer. " Doch bevor sie losfahren, müssen sie wieder ganz wach sein." Dafür bekommen sie ein Antidot, ein Gegenmittel. Nacheinander werden die Container mit den Elefanten auf den Lkw gehoben. Erst gegen Nachmittag beginnt die rund 22 Stunden lange Fahrt bei höchstens 80 Stundenkilometern nach Toulouse.
Die Tiere werden auf der Fahrt keine Angst haben, versichert Zoodirektor Böer: " Sie werden sich über Lautsprache unterhalten und sich gegenseitig fragen, wie es ihnen geht und wie sie sich fühlen." Heute Nachmittag sollen Sabi und Matibi in ihrem neuen Zuhause eintreffen.
Bildtexte:
Sabi wurde als Erste zu ihrem Transportcontainer geführt. Matibi (links) spürte, dass etwas anders ist als sonst. Immer wieder steckte sie ihren Rüssel in Richtung Sabi. In Toulouse sind die beiden wieder zusammen.
Nach mehr als fünf Stunden ist es so weit: Der Container mit Sabi wird vom Elefantenhaus zum Transportwagen gehoben.
Fotos:
Stefanie Hiekmann

Osnabrück. Auf eine 22 Stunden lange Reise sind die beiden afrikanischen Elefantendamen Sabi und Matibi gestern Nachmittag von den Mitarbeitern des Osnabrücker Zoos geschickt worden. Heute Nachmittag werden sie in ihrem neuen Zuhause, im Zoo African Safari bei Toulouse in Frankreich, eintreffen.
" Die beiden werden es dort sehr gut haben", versicherte Zoodirektor Michael Böer bei der Verabschiedung und verwies auf eine neue Elefantenanlage, die im Frühjahr in Südfrankreich eröffnet wird. Bereits im Dezember waren die beiden Elefantenkühe Miry und Betty aus Osnabrück verabschiedet worden. Während sie in Italien auf Elefanten-Bullen getroffen sind, mit denen sie nun eine Familie gründen sollen, stehen Sabi (27) und Matibi (13) nun in Südfrankreich vor dieser Aufgabe.
Autor:
Stefanie Hiekmann


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