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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Zoo Osnabrück tauscht seine Elefanten aus.
Zwischenüberschrift:
Afrikanische Dickhäuter werden durch fünf asiatische ersetzt – Ziel: Endlich Nachwuchs!
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück. Die Trennung von den Zirkuselefanten Miry und Betty im Dezember war nur der Anfang. Der Osnabrücker Zoo gibt in Kürze auch die drei verbliebenen afrikanischen Elefanten ab. Sie sollen im März durch fünf asiatische Dickhäuter ersetzt werden, von denen sich der Zoo endlich Zuchterfolge verspricht.

Die Elefantenkühe Sabi (27 Jahre) und Matibi (13) sollen schon nächste Woche ihr Gehege am Schölerberg verlassen. Ihr neues Zuhause wird nach einer Entscheidung des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP) der " African Safari"- Zoo im französischen Toulouse sein. Bulle Tutume (13) zieht dann bis Mitte März ebenfalls um voraussichtlich nach Kanada, andernfalls nach Fasano im Süden Italiens.

Kritik von Tierschützern

" Der Umzug geschieht im Interesse der Tiere", versichert Zoodirektor Michael Böer. Die teilweise verschwisterten Elefanten hätten sich in Osnabrück unwohl gefühlt und nicht vertragen. " In Toulouse wird es ihnen besser gehen", sagt Böer und widerspricht damit Kritik der European Elephant Group, einem Verein von Elefantenfreunden und - kennern mit Sitz in Bayern. Diesem bereite die Unterbringung in Toulouse aus Zucht- und Haltungsaspekten Sorge, heißt es in einem offenen Brief an die Zooleitung, der unserer Zeitung vorliegt.

Böer hält dagegen: In Toulouse werde im Mai eine der modernsten Elefantenanlagen Europas fertig, und die Kühe aus Osnabrück würden dort auf zwei willige Jungbullen treffen.

Die Ankunft der neuen, asiatischen Elefanten am Schölerberg vollzieht sich dann im fliegenden Wechsel mit Tutumes Abschied. " Es wird durchgängig ein Elefant in Osnabrück zu sehen sein", verspricht Böer. Schon früher aufzustallen und asiatische und afrikanische Elefanten gemischt zu halten, sei nicht mehr zeitgemäß. " Die beiden Arten verhalten sich wie Fuchs und Hund. Man muss sich entscheiden." Weil sich aber im EEP kein neuer afrikanischer Bulle für Osnabrück fand, habe es für diese Spezies in der Hasestadt keine Zukunft mehr gegeben, so der wissenschaftliche Leiter des Zoos.

Welche Dickhäuter nun im Tausch für die Artgenossen hierher kommen, steht bereits weitgehend fest. Es handelt sich um die vierköpfige Elefantenfamilie um Anführerin Htoo Yin Aye aus dem niederländischen Zoo Emmen, der die Gruppe nach einer natürlichen Herdenspaltung dringend abgeben muss.

Viel Platz vorhanden

Zoodirektor Böer, in seiner Karriere bereits bei vier Elefantengeburten dabei, verspricht sich viel von der 30-jährigen Elefantenkuh Htoo Yin Aye und hält bei ihr " noch fünf bis sechs" Kälber für möglich. Große Hoffnungen ruhen auch auf ihrer Tochter Ma Palai, mit 15 gerade geschlechtsreif. Darüber hinaus gehören die Jungbullen Ananda (4) und Mong Tine (1) zum Verband. Welcher Zuchtbulle künftig in Osnabrück das Vergnügen haben wird, entscheidet sich in Kürze. Raum für Nachwuchs biete die für Zuchtzwecke geplante Elefantenanlage genug. Michael Böer: " Wir haben Platz für acht bis zehn Tiere und können unsere Anlage nun endlich optimal nutzen."

Bei dem vom EEP koordinierten Elefantentausch fließt übrigens kein Geld. " Keiner der zehn Elefanten, die unseren Zoo betreffen, kostet auch nur einen Euro", stellt Böer klar. Bezahlen müssen die Empfänger-Zoos lediglich für den Transport der Elefanten. Zwischen zwei und vier Euro pro Kilometer seien das bei Überlandfahrten im Fall Osnabrück–Toulouse also bis zu 5600 Euro. Ein Lufttransport, etwa nach Kanada, schlage dagegen mit rund 25 000 Euro zu Buche.

Bildtexte:
Tutume, Sabi und Matibi verlassen den Osnabrücker Zoo. Dort sollen die afrikanischen Dickhäuter durch eine Gruppe asiatischer Elefanten aus dem Zoo Emmen ersetzt werden. Ein Zuchtbulle, der noch zu suchen ist, macht die Gruppe dann komplett.

Im April 2003 wurde Jungelefant Tutume aus Berlin nach Osnabrück transportiert. Unser Bild zeigt ihn mit Pfleger Günter Otto.

Fotos:
Archiv/ Michael Hehmann

Kommentar:
Im Sinne der Tiere

Dass der Zoo Osnabrück mit seinen afrikanischen Elefanten eine seiner wichtigsten Attraktionen verliert, ist aus Besuchersicht äußerst schade. Vielen Menschen aus Stadt und Land sind Sabi, Matibi und Tutume ans Herz gewachsen. Doch aus Gründen des Artenschutzes ist ihr Weggang unvermeidlich. Die Tiere, die sich nicht vertrugen, werden sich woanders wohler fühlen und eine reelle Chance bekommen, sich fortzupflanzen.

Und Zuchterfolge versprechen ja auch die fünf Elefanten, die der Zoo Osnabrück demnächst im kostenlosen Tausch erhält. Spätestens, wenn das erste asiatische Elefantenbaby am Schölerberg geboren wird, ist der Verlust der afrikanischen Artgenossen vergessen.

Information:
Afrikanische Elefanten
Afrikanische Elefanten erkennt man etwa an ihren großen Ohren. Sie leben in den Wäldern und Savannen West-, Zentral- und Ostafrikas. Die Dickhäuter werden bis zu 4, 50 Meter lang und erreichen eine Schulterhöhe von 3, 70. Bei einem Gewicht zwischen 4 und 7, 5 Tonnen sind sie damit die größten Landsäugetiere.
Mit ihrem bis zu zwei Meter langen Rüssel riechen, atmen, tasten und greifen sie. Ferner dient die verlängerte Nase als schlagkräftige Waffe und zur Lauterzeugung.
Ein ausgewachsener Elefant frisst täglich knapp zwei Zentner Pflanzen und trinkt bis zu 150 Liter Wasser. Die gewaltigen Stoßzähne sind verlängerte Schneidezähne.
Afrikanische Elefanten leben in Kleingruppen, angeführt von der Mutter. sst
Autor:
Sebastian Stricker


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