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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Überschrift:
Stadt macht Jagd auf wilde Katzen
Zwischenüberschrift:
Seit August gilt in Osnabrück Kastrations- und Kennzeichnungspflicht
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück. Für Katzen, die Zugang ins Freie haben, gilt seit dem 1. August eine Kastrationspflicht. So hat es der Rat der Stadt Osnabrück im Juni beschlossen. Vielen Katzenhaltern scheint das nicht bewusst zu sein. Deshalb weist das Presseamt jetzt auf die Fristen hin.

Es geht nicht allein um die Kastration, sondern auch um die Kennzeichnung der Hauskatzen. Darauf weist Karin Heinrich, die Leiterin des Fachbereichs Bürger und Ordnung der Stadt Osnabrück, hin. Dafür wird vom Tierarzt ein Mikrochip unter die Haut implantiert oder eine Tätowierung angebracht. Die Halter sind verpflichtet, ihre gekennzeichneten Katzen in eine Haustier-Registrierungsdatenbank aufnehmen zu lassen.

Nach Auskunft von Karin Heinrich ist die Registrierung kostenlos. Eine Kennzeichnung mit einem Chip koste etwa 35 Euro. Deutlich günstiger sei zwar eine Tätowierung, doch die verblasse im Laufe der Zeit und müsse dann erneuert werden.

Die Kastration für frei laufende Katzen ist nach den Statuten der Stadt vorgeschrieben bis Ende Februar des Jahres, das der Geburt folgt. " Spätestens bis zur Vollendung des 7. Lebensmonats müssen die Katzen kastriert werden", heißt es in der Pressemitteilung der Stadt weiter.

Als Hintergrund dieser Regelung wird ein Problem genannt, das auch in Osnabrück besteht: In den vergangenen Jahren hätten sich Hauskatzen und verwilderte Katzen unkontrolliert vermehrt, sodass es zu einer Überpopulation gekommen sei. " Viele dieser Katzen leben in einem elenden Zustand: Sie sind verwahrlost, oft krank und von Flöhen und Würmern befallen", schreibt das Presseamt. Das gelte besonders für die dauerhaft frei lebenden Hauskatzen.

Um die Notwendigkeit der Kastration zu unterstreichen, zitiert die Stadt Michael Muris als Sprecher des Katzenschutzbundes Osnabrück mit den Worten: " Die Kastration aller frei laufenden Katzen und Kater, der sogenannten , Freigänger′, ist der einzig geeignete und tierartgerechte Weg aus diesem Kreislauf."

Verwildert lebende Katzen stammen von Hauskatzen ab. Katzen können im Jahr zwei- bis dreimal jeweils vier bis sechs Junge bekommen. Oft würden diese zumeist ungewollten Katzenwelpen ausgesetzt oder in Tierheimen abgegeben, mahnt die Stadt. Dabei seien die Aufnahmekapazitäten der Heime erschöpft, sagt Martina Rüthers, Leiterin des Tierheims Osnabrück. Die ausgesetzten Katzen würden sich wie die bereits frei lebenden jungen Tiere weiter vermehren. So bestehe ein erhöhtes Risiko für die Ausbreitung von Katzenseuchen.

Die Kastration sei für einen Tierarzt ein routinemäßiger Eingriff, der unter Narkose durchgeführt und von den Katzen gut verkraftet werde, heißt es in der Pressemitteilung weiter. Nach der Gebührenordnung für Tierärzte würden für einen Kater etwa 50 Euro und für eine Katze etwa 100 Euro berechnet.

Die Stadt weist darauf hin, dass jedes Jahr viele Katzen zulaufen und als Fundtier ins Tierheim kommen. Häufig sei es nicht möglich, den Tierhalter zu ermitteln. Die Katzen blieben oft monatelang im Tierheim, oft sogar für den Rest ihres Lebens. Durch eine Kennzeichnung mit einem Mikrochip oder einer Tätowierung könne den Tieren dieses Schicksal erspart bleiben.

Handlungsbedarf sieht der Fachbereich Bürger und Ordnung auch bei den bereits verwilderten Hauskatzen. Sie müssten ebenfalls kastriert werden, heißt es in der Mitteilung. Mit finanzieller Unterstützung der Stadt würden Tierschutzorganisationen diese Katzen einfangen und sie versorgen. Seit August seien bereits über 100 Tiere eingefangen und kastriert worden.

Allerdings benötigt die Stadt Informationen darüber, wo sich verwilderte Katzen aufhalten. Wer Hinweise auf Katzenkolonien geben kann oder regelmäßig Katzen sieht, die sich offenbar selbst überlassen sind, wird gebeten, die Stadt zu verständigen: Fachbereich Bürger und Ordnung, Telefon 05 41/ 323-44 90, oder per Mail an ordnung@ osnabrueck.de.

Bildunterschrift: Immer mehr Katzen werden im Tierheim abgegeben. Das soll sich mit der Kastrationspflicht für frei laufende Katzen ändern. Das Foto zeigt eine Europäische Kurzhaarkatze.

Foto: dpa
Autor:
pm/rll


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