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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Arrivederci, Miry und Betty!
Zwischenüberschrift:
Osnabrücker Elefantenkühe ziehen nach Italien um
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Die Elefantenkühe Miry und Betty aus dem Zoo Osnabrück haben sich am Freitag auf eine weite Reise begeben. Ein Transporter brachte sie in ihre neue Heimat: den Tierpark Zoosafari in Fasano in Süditalien.

Blumen gab es nicht zum Abschied und auch keinen roten Teppich. Sand hatten die Zoo-Mitarbeiter auf den Weg zwischen Elefantengehege und Transporter geschaufelt. So liefen die Elefantenkühe nicht Gefahr, auf Schnee und Eis auszurutschen und sich zu verletzen, hieß es in einer Mitteilung. Am Ende ihres Weges stand ein Transportlader, der die beiden Kühe in ihre neue Heimat fuhr.

Das Reisen sind die Tiere gewohnt. Bevor sie im Februar 2011 in den Zoo kamen, waren sie jahrelang mit einem Zirkus unterwegs gewesen.

Schon vor dem Aufbruch der Tiere hatte Amtstierärztin Jutta Breuer bestätigt, dass Miry und Betty transportfähig seien und der Laster den beiden genügend Platz biete.

Das eigentliche Startzeichen erklang um kurz vor zehn Uhr am Morgen. " Komm Miry, komm Betty!", hallte es durch die kalte Dezemberluft über die Elefantenanlage. François Meise, Zirkusdirektor und ehemaliger Halter der Elefanten, war gekommen, um die Tiere auf ihrer Reise zu begleiten. Auf den Klang seiner Stimme hin zogen die beiden Kühe los in Richtung Transporter. Wie selbstverständlich seien die Tiere in den Transporter gestiegen, sagte der Revierleiter und langjährige Elefantenpfleger Detlef Niebler. " Sie kennen das von früher und verbinden damit nichts Negatives", erklärte er. Im warmen Transporter erwartete die Elefanten dann auch die Belohnung für ihren Gehorsam: eine Ladung Heu und zwei Brötchen.

Zehn Minuten, nachdem Betty und Miry eingestiegen waren, rollte der Transporter schon aus dem Zootor gen Italien. Der Zoo Osnabrück habe sich schweren Herzens dazu entschlossen, für die beiden ehemaligen Zirkuselefanten ein neues Zuhause zu finden, hieß es in der Mitteilung weiter. " Wir hatten gehofft, dass sich die beiden neuen Elefanten und unsere drei alteingesessenen Osnabrücker Dickhäuter Sabi, Matibi und Tutume zu einer Familie zusammenschließen", sagte Revierleiter Niebler. " Die älteren Kühe sollten, wie in freier Wildbahn üblich, die Tanten der jungen Kuh Matibi werden und bei einer späteren Jungenaufzucht helfen."

Doch es gab Kommunikationsprobleme: " Betty und Miry kannten keine anderen Elefanten", sagte Niebler. Die beiden seien sehr stark auf Menschen fixiert und könnten mit den anderen Elefanten nicht kommunizieren. " Sie kommen immer sehr forsch und schnurstracks auf die anderen zu. Matibi, die jeden um den Finger wickeln kann, kommt damit klar. Sabi und Tutume jedoch nicht."

So sei es immer wieder zu Missverständnissen und Reibereien zwischen den beiden Gruppen gekommen, weswegen der Zoo sie habe getrennt halten müssen. " In Italien haben die beiden nun nicht nur ein milderes Klima für ihren Ruhestand, sondern auch eine schöne große Anlage, wo sie unter sich bleiben können", sagte Niebler.

Sabi, Matibi und Tutume müssen zwar weiter dem norddeutschen Winter trotzen, dafür kann Jungbulle Tutume nun wieder in seinen Junggesellenbereich einziehen, den die Damen beschlagnahmt hatten: " Tutume braucht als junger Bulle mehr Rückzugsmöglichkeiten von den Kühen. Auch in freier Wildbahn sind die männlichen Elefanten Einzelgänger", erläutert Zoodirektor Michael Böer. Diesem natürlichen Verhalten müsse auch der Zoo gerecht werden.

Deswegen überlege der Zoo, wie es in Zukunft mit der Elefantenhaltung weitergehen könne. " Wir wollen den Zootieren ermöglichen, sich fortzupflanzen, da es für sie wichtige Erfahrungen sind. Gleichzeitig leisten wir damit einen Beitrag zum Artenschutz", sagte Böer. Die 13-jährige Matibi sei bereits fortpflanzungsfähig. In den kommenden Monaten wollen die Verantwortlichen im Zoo laut Böer überlegen, wie sie es der Kuh ermöglichen könnten, ein Baby zu bekommen und aufzuziehen.
Bildtext:
Italienische Reise: Miry (rechts) und Betty besteigen den Transport-Lkw, der sie ins süditalienische Fasano bringt. Dort werden die Elefantenkühe künftig in einem Tierpark leben.
Foto:
Egmont Seiler
Autor:
pm


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