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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Sorge um die Eichen im Heger Holz
Zwischenüberschrift:
Bezirksförster Berstermann rät: Durch Pflege-Durchforstung wirksam gegensteuern
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Die Eiche, der charakteristische Baum des Heger Holzes, macht der Heger Laischaft Sorgen. Bei der Laischaftsversammlung im Osnabrücker Rathaus machte Bezirksförster Frank Berstermann dafür ein Bündel von Ursachen verantwortlich. Aber er beruhigte die Mitglieder auch: Mit guter Pflege könne der hochwertige Bestand erhalten werden.

Damit wandte sich Berstermann auch gegen die jüngst veröffentlichte Forderung von Greepeace, das Land Niedersachsen solle zehn Prozent seiner öffentlichen Waldflächen aus der forstwirtschaftlichen Nutzung nehmen. Berstermann ist überzeugt: Im Heger Holz, einem ökologisch ausgerichteten Mischwald von etwa 90 Hektar Größe zugleich das meist besuchte Nacherholungsgebiet im Herzen von Osnabrück könnten alljährlich 450 Festmeter Holz eingeschlagen werden, ohne den Wald zu schädigen.

Die von Forstexperten als Hauptproblem der Eichen und anderer Laubbäume genannte Stickstoffbelastung durch Gülle ist nach Berstermanns Auffassung nur ein Faktor, der die Eichen schwäche. Dazu komme der Schädlingsbefall. Im Frühjahr fällt eine ganze Fraßgesellschaft von drei verschiedenen Raupenarten über die frischen Blätter her. Die Bäume schlügen zwar erneut aus, seien durch die Attacke der Raupen aber geschwächt. Im Spätsommer macht sich dann der Eichenprachtkäfer über den Baum her, bohrt Löcher in die Rinde, mindert damit den Saftstrom nach oben. Die Folge: mehr Totholz in der Krone. Weitere Stressfaktoren für die Eiche: Wetterextreme und trockene Böden, im Heger Holz verstärkt durch einen abgesunkenen Grundwasserspiegel durch den Rubbenbruchsee.

Derzeit stehen im Heger Holz noch hochwertige Eichen, viele davon für die Furnierherstellung geeignet. Der Wald im Westen der Stadt habe überdies Eichen-Bestände, deren Eicheln als Saatgut anerkannt sind. Berstermann empfiehlt eine regelmäßige Durchforstung als die Pflegemethode, mit der dieser Standard gehalten werden könne. In Kürze werde man 50 bis 100 mittelalte Eichen fällen müssen, die nicht mehr fit sind.

Die 48 Mitglieder der Heger Laischaft quittierten Berstermanns Vortrag mit Beifall. Vorher hatten sie von Wort- und Buchhalter Frank Henrichvark sowie den Vorstehern Ulrich Laer (Forsten) und Ingo Klute (Immobilien, Wege und Gräben) Lageberichte erhalten. Eine der Erfolgsmeldungen: Die neue Fachwerkscheune steht. Das Obergeschoss wird derzeit als Archiv und Lagerraum genutzt. Revisor Peter Rösler beantrage am Ende die Entlastung des Vorstandes, die anstandslos erteilt wurde.

Zu Beginn der Versammlung hatte der Wort- und Buchhalter (Vorsitzender) an die im vergangenen Jahr gestorbenen Laischaftsmitglieder erinnert. Dazu gehörten Alt-Wort- und - Buchhalter Ernst Henrichvark sowie Leo Lammers, als Deputierter jahrzehntelang wertvoller Ratgeber im Vorstand.
Autor:
Michael Schwager


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