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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Gedenken und Kranzniederlegung
Zwischenüberschrift:
Schüler gestalten Veranstaltung gegen Unmenschlichkeit
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Die zentrale Gedenkfeier zum 9. November wurde gestern von Schülern der Bertha-von-Suttner-Realschule gestaltet. Im Anschluss daran gingen alle Teilnehmer gemeinsam zur Alte-Synagogen-Straße, wo sie Kränze am Mahnmal der Alten Synagoge niederlegten.

" Die Gedenkfeier war sehr bewegend und sehr schön sowohl vom Inhalt als auch von der Organisation her", erklärte Moshe Baumel, Rabbiner der jüdischen Gemeinde Osnabrück, im Anschluss. Und auch Bürgermeister Boris Pistorius zeigte sich beeindruckt von der Intensität, mit der sich die Schüler mit dem Thema auseinandergesetzt hatten. " Das sah man auch an der Szenendarstellung, die durch ihre Sprachlosigkeit zu einer besonders andächtigen und aufmerksamen Stille im Raum führte", so Pistorius, der sich damit auf die Aufführung eines Theaterspiels zum Purimfest bezog. Hier stellten Schüler der Klasse 8b und 8c der Bertha-von-Suttner-Realschule pantomimisch Szenen aus dem Buch Esther dar. Demnach rettete Esther das jüdische Volk vor dem ersten Pogrom seiner Geschichte. Abgesehen von den Erläuterungen einer Erzählerin, fiel auf der Bühne in der Aula des Schlosses nur ein Satz: " Vernichtung der Juden im ganzen Reich." Diese konnte Esther jedoch verhindern, und am Ende ging der Böse " in die Falle, die er dem Gerechten gestellt hat", so die Erzählerin.

Musikalisch wurde die Veranstaltung von einem Chor, bestehend aus Schülern der Klassen 6a und 6b der Bertha-von-Suttner-Realschule, sowie dem christlich-jüdischen Chor " Hava Nashira" begleitet. Darüber hinaus hatten noch weitere Klassen und Kurse eigenständig Präsentationen sowie einen Film für die Gedenkfeier vorbereitet. Darin kamen unter anderem Zeitzeugen der Pogromnacht von 1938 zu Wort. Damals wurde auch die Osnabrücker Synagoge in Brand gesteckt, und es kam zu Plünderungen. Außerdem wurden 80 bis 90 Männer verhaftet und am Tag darauf nach Buchenwald und Sachsenhausen deportiert. Daran erinnerte Pistorius in seiner Rede bei der Gedenkveranstaltung, bevor er anprangerte, dass alltägliche antisemitische Ressentiments heute wieder in der Mitte der Gesellschaft angekommen seien. " Doch eines ist auch klar: Wer Rechtsextremismus und Rechtsterror nur anprangern kann, wenn er im gleichen Atemzug auch Linksextremismus und Linksterror nennt, verkennt die Gefährlichkeit des Rechtsextremismus", so Pistorius. Natürlich dürfe keine Form von Extremismus verharmlost werden. Jede habe ihr ganz eigenes Gefährdungspotenzial, so der Oberbürgermeister weiter.

Danach zogen die Teilnehmer zum Mahnmal der Alten Synagoge, wo Stellvertreter für die Stadt Osnabrück, das Land Niedersachsen, die Jüdische Gemeinde, die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit, die Hans-Calmeyer-Initiative sowie die Deutsch-Israelische Gesellschaft Kränze niederlegten. Abschließend sprach Baruch Chauskin, Kantor der Jüdischen Gemeinde Osnabrück, ein Gebet für die Seelen der Opfer der Schoah, und Michael Grünberg, Vorstand der Jüdischen Gemeinde Osnabrück, das Kaddisch-Gebet. Dazwischen erläuterte Baumel diese Gebete: " Bei uns gibt es Gebete zum Gedenken, aber auch welche für die Zukunft. Darin bitten wir, die Sünde auszulöschen, aber nicht Sünder, also nicht die Menschen."

Bildtexte:
Rabbiner Moshe Baumel, Kantor Baruch Chauskin, Oberbürgermeister Boris Pistorius und Polizeipräsidentin Heike Fischer bei der Kranzniederlegung.

Zur Kranzniederlegung zogen die Teilnehmer der Gedenkfeier zum 9. November zum Mahnmal der Alten Synagoge.

Die Schüler der Bertha-von-Suttner Realschule Führten den Gedenktag zur Alten Synagoge an.

Fotos:
Edmont Seiler
Autor:
Claudia Sarrazin


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