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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Helm auf beim Fahrradfahren
Zwischenüberschrift:
Pilotprojekt zur Prävention – Schüler erhalten Einblick in Unfallversorgung
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Fahrradhelme sind uncool und zerstören die Frisur, finden viele Jugendliche. Polizisten und Ärzte kontern, dass der Kopfschutz bei Unfällen vor schweren Verletzungen schützt. In einer gemeinsamen Aktion des Marienhospitals, des Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasiums und der Polizeiinspektion haben die Schüler erfahren, was nach einem Unfall im Krankenhaus passiert.
Das Szenario: Der 13-jährige Mat thieu ist mit dem Fahrrad gestürzt, der Notarzt wird gerufen und bringt den Jungen mit Blaulicht ins Krankenhaus. Die Diagnose: Schädel-Hirn-Trauma. Matthieu hat keinen Helm getragen. Im Marienhospital wird der Gymnasiast in den Schockraum gebracht. Dort wartet bereits ein Ärzteteam auf ihn. Es folgen Ultraschall, Röntgen und CT. Dann steht fest: Matthieu muss operiert werden. Nach der OP wird der Verunfallte auf die Intensivstation gebracht, wo er sich von den Strapazen erholen kann.
Den Vorgang, der normalerweise knapp vier Stunden dauern würde, haben die 24 Schüler einer achten Klasse am Mittwoch im Zeitraffer erlebt. In Wirklichkeit hat Matthieu gar keinen Unfall gehabt. Er hat sich bereit erklärt, bei dem erstmals durchgeführten Projekt " Mein Kopf Mein Helm Mein Leben" den Verunglückten zu spielen. Mit der Aktion soll auf die Bedeutung des Fahrradhelmes aufmerksam gemacht werden. " Unsere Motivation ist eine persönliche. Meine eigene Tochter hat in der achten Klasse den Helm abgesetzt, weil sie ihn uncool fand. Ich sehe hier im Krankenhaus, wie die Patienten aussehen, die nach einem Unfall eingeliefert werden", sagte Neurochirurg Christoph Greiner.
Die von Frank Thomas Möllmann präsentierten Unfallstatistiken belegen, wie wichtig die Präventionsarbeit ist. Pro Jahr passieren in der Stadt und den umliegenden Gemeinden etwa 100 Fahrradunfälle, bei denen es zu schweren Schädel-Hirn-Traumata kommt. Am häufigsten seien 16- bis 25-Jährige davon betroffen. " Die Fälle, die im Krankenhaus landen, sind nur die Spitze des Eisberges. Es gibt eine hohe Grauzone", sagte Greiner.
Allein in Deutschland sterben etwa 40 000 Menschen an Schädel-Hirn-Traumata. Etwa zehn Prozent davon kämen durch schwerere Fahrradunfälle zustande.
Ein Helm muss gut sitzen
Besonders bei den kleineren Unfällen helfe ein Helm. " Eine Frisur kann man wiederherstellen, beim Kopf geht das schlecht", erklärte Polizeioberkommissar Ralf Haas. Deshalb sollten Eltern in einen geprüften Fahrradhelm investieren. Dieser darf keine Bruchstellen aufweisen und muss fachgerecht aufgesetzt werden. " Eine Vielzahl der Eltern sieht es nicht mehr als relevant an, darauf zu achten, ob ihre Kinder einen Helm tragen", sagte Haas. Dabei könne bereits eine leichte Gehirnerschütterung zu Konzentrationsstörungen und einem schulischen Leistungsabfall führen.
Auch der Verkehrsobmann des Gymnasiums, Oliver Altmann, der die Schüler ins Krankenhaus begleitete, sieht eine Notwendigkeit für die Sensibilisierung Erwachsener. " Ich habe viele positive Rückmeldungen zu der Projektidee erhalten. Aber das ist ein Thema, das erst in den Medien auftauchen muss, bevor die Eltern bei ihren Kindern darauf achten."
Dass Jugendliche kaum noch einen Helm tragen oder dieses nur verschämt zugeben, hat sich auch am Mittwoch gezeigt. Der " verunglückte" Matthieu, der bisher " nur ab und zu, je nach Strecke" einen Helm getragen hat, wird wohl ab jetzt öfter zum Kopfschutz greifen.
Als er behandelt wurde, sei das ein komisches Gefühl gewesen. " Da passierte so viel um einen rum, und man konnte nicht viel sehen, nur die Decke." Seine Klassenkameraden fanden es interessant zu sehen, was im Krankenhaus passiert. Kaum einer hätte damit gerechnet, dass die Versorgung einen so großen Aufwand bedeutet. " Ich hätte nicht gedacht, dass so viele Ärzte beteiligt sind", sagte Tim.
Die Organisatoren hoffen, das Projekt fortsetzen zu können. " Wenn nur einer von euch von einem Unfall verschont bleibt, haben wir schon viel erreicht", sagte Greiner.
Autor:
ngr


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