User Online: 1 | Timeout: 06:42Uhr ⟳ | Ihre Anmerkungen | NUSO | Info | Auswahl | Ende | AAA  Mobil →
NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Datensätze des Ergebnis
Suche: Auswahl zeigen
Treffer:1
Sortierungen:
Anfang der Liste Ende der Liste
1. 
(Korrektur)Anmerkung zu einem Zeitungsartikel per email Dieses Objekt in Ihre Merkliste aufnehmen (Cookies erlauben!)
Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Wo die Schwierigkeiten klein sind
Zwischenüberschrift:
Alteingesessene und Zugezogene loben Schinkel-Ost als guten Wohnort
Artikel:
Kleinbild
 
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. In Schinkel-Ost machen die Senioren einen großen Anteil der Bewohner aus. Es ist ein traditionsreicher, ruhiger und beschaulicher Stadtteil meist zumindest.

Wer begreifen will, wie Schinkel-Ost tickt, der sollte sich dem Stadtteil über dessen dunkle Seite nähern. Getreu dem eigens für diesen Artikel entworfenen Motto: Nenn mir deine Probleme, und ich sage dir, was für ein Stadtteil du bist. Im Fall von Schinkel-Ost führt der Weg zur dunklen Seite durch ein regionales Kreditinstitut. Dort nämlich gibt es seit Neustem nur noch einen Kontoauszugsdrucker. Ein untragbarer Zustand, meint der Bürgerverein, und die Teilnehmer beim jüngsten Schinkelgang stimmten einmütig zu.

Natürlich ist das mit dem Kontoauszugsdrucker so eine Sache. Kundennähe und - freundlichkeit lassen sich in diesem Beispiel nicht finden. Aber wenn das Fehlen weiterer Drucker ein Problem für einen Stadtteil ist, dann lässt sich Oberbürgermeister Boris Pistorius seit Jahren überzeugter Schinkelaner verstehen, wenn er sagt: " Wirkliche Probleme gibt es in Schinkel-Ost nicht."

Schinkel-Ost ist ein Stadtteil, für den an den meisten Tagen und zu den meisten Tageszeiten all jene Attribute zutreffen, die zwischen " beschaulich" und " verschlafen" pendeln. Nur am Morgen und am Nachmittag brummt plötzlich die Windthorststraße, die Hauptverkehrslinie, geschäftig wie ein Bienenstock. Es ist die Zeit, in der mehr als 2000 Eltern, Schüler und Lehrer gleichzeitig versuchen, Diesterweg- und Gesamtschule zu erreichen oder wieder zu verlassen. Dann verschwindet die Beschaulichkeit für kurze Zeit von der Straße, und plötzlich ist Bewegung da und Leben und Geschrei und Gelächter.

Ansonsten ist Schinkel- Ost in erster Linie ruhig. Etwa jeder vierte der 3450 Bewohner ist älter als 64 Jahre. Das ist einer der Gründe, weshalb Alteingesessene und Neuzugezogene immer auch vom ruhigen Wohnen sprechen, wenn sie von ihrem Stadtteil sprechen. Walter Leineweber erhebt die außergewöhnliche Nachbarschaft in einen beinahe offiziellen Rang, wenn er als Vorsitzender des Bürgervereins die Qualität des Miteinanders im Stadtteil als sehr gut adelt.

Erst im Zuge der Gebietsreform 1972 wurde Schinkel-Ost zu einem eigenen Stadtteil. Das ist spät für einen Siedlungsort, an dem die Ursprünge so weit zurückreichen und die Tradition nicht stirbt. Noch heute prägen landwirtschaftliche Anwesen das Gebiet. Eines von ihnen ist der Hof Bolte-Elbert, der bereits in Urkunden des 14. Jahrhunderts erwähnt ist und Vergangenheit und Gegenwart zusammenführt.

Das Schinkel-Ost von heute ist der Stadtteil, in dem sich das Leben aufspannt oder besser: entspannt zwischen Schinkelberg und Geppis Eiscafé, dem kleinen Ortszentrum am Ölweg und den Sportanlagen von Blau-Weiß, zwischen dem Friedhof und den Schrebergärten, zwischen den Schulen und den Kirchen Rosenkranz auf katholischer, Jakobus auf evangelischer Seite.

Es ist ein Leben, das offensichtlich wenige Wünsche offenlässt. Außer vielleicht, dass der Ausbau der A 33 die Verkehrssituation in Schinkel-Ost verbessert. Ach ja, und natürlich wäre der eine oder andere Kontoauszugsdrucker auch nicht schlecht.

Bildtexte:
Mal ruhig, mal überquellend: Die Gesamtschule Schinkel mit ihren 1600 Schülern und mehr als 160 Mitarbeitern prägt den Stadtteil Schinkel-Ost.

Naherholungsgebiet: der Schinkelberg

Kleines Zentrum: Am Ölweg begegnen sich die Menschen beim Einkauf.

Fotos:
Robert A. Fromm / Michael Hehmann
Autor:
Michael Schiffbänker


Anfang der Liste Ende der Liste