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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Die Macht der Fledermäuse.
Zwischenüberschrift:
CDU-Stadtratsfraktion informiert über A-33-Lückenschluss.
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Mit Kammmolchen, Großen Mausohren und Bechstein-Fledermäusen ist nicht zu spaßen. Das machten zwei Gastreferenten deutlich, die die CDU-Fraktion im Osnabrücker Stadtrat zu einem Expertengespräch ins Rathaus eingeladen hatte.

Sven-Georg Adenauer, Landrat des Kreises Gütersloh, informierte über den Sachstand beim südlichen Lückenschluss der Autobahn 33. Cord Lüesse, Leiter der Niedersächsischen Straßenbaubehörde für den Bereich Osnabrück, sprach über die Lücke im Norden.

Wobei Adenauer an seinem Ende der A 33 klar die Nase vorn hat, was das Schließen der Lücken angeht. Der südlichste Abschnitt zwischen dem Kreuz mit der A 2 und dem Ostwestfalendamm in Brackwede soll noch 2012 dem Verkehr übergeben werden. Am mittleren Teilstück bis Halle wird gebaut. Die größten Schwierigkeiten bereite der nördliche Abschnitt zwischen Halle und dem jetzigen Autobahnende bei Borgholzhausen, berichtete Adenauer. Die knapp zwölf Kilometer lange Strecke koste 140 Millionen Euro, wovon allein 30 Millionen auf Maßnahmen des Umweltschutzes entfielen. Obwohl die Strecke planfestgestellt und " baureif" sei, warte man derzeit ein letztes Urteil des Oberverwaltungsgerichts Leipzig ab, das über eine Klage des Naturschutzverbandes BUND zu befinden habe. Adenauer zeigte sich vorsichtig optimistisch, dass die Planfeststellung rechtlichen Bestand behalten werde.

Anderes Ungemach drohte dem Baubeginn auf den letzten zwölf Kilometern hingegen vonseiten der Finanzen. Im vergangenen Juli sei der Kreis Gütersloh durch die Nachricht aufgeschreckt worden, dass der Bund den Neubau-Etat um die Hälfte gekürzt habe, um mehr Mittel für Reparaturen zu haben, schilderte Adenauer, der Vorsitzender des Aktionsbündnisses " A 33 sofort" ist: " Wenn Bund und Land das Geld nicht passend haben, denken wir über eine Vorfinanzierung ähnlich wie bei der Ostfriesland-Autobahn A 31 nach." Zumindest die Zinslast für die Baukosten würden die Wirtschaft und der Kreis je zur Hälfte übernehmen können. " Der Bund will das nicht gerne, deshalb ist das mehr so ein Knüppel, den wir im Hintergrund schwingen", so Adenauer. Insgesamt sei er voller Zuversicht, dass 2019 die südliche Lücke geschlossen sei.

Die gleiche Zuversicht strahlte Lüesse nicht aus. Die gut neun Kilometer lange Verbindung zwischen Belm und Bramsche am nördlichen Ende der A 33 stecke immer noch in der " Linienbestimmung" fest, die der Bundesverkehrsminister zu treffen habe. Er stellte die " Vorzugsvariante" als Ergebnis der bisherigen Untersuchungen vor. Doch ob sie auch wirklich das Rennen mache, werde seit gut drei Jahren im Ministerium geprüft.

Warum das denn so lange dauere, wollten Zuhörer wissen. " Die Naturschutzbelange müssen in jedem Detail sauber abgeprüft werden", sagte Lüesse, der sich inzwischen als Experte für das Brut- und Flugverhalten der Fledermäuse sieht. Schließlich bewege man sich in einem FFH-Schutzgebiet, " und wenn vor dem Europäischen Gerichtshof geklagt werden kann, dauert alles noch viel länger", pflichtete Moderator Fritz Brickwedde ihm bei.
Autor:
Joachim Dierks


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