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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Rauschen darf vorerst nicht umbauen.
Zwischenüberschrift:
Neuer Bebauungsplan für den Neumarkt mit Veränderungssperre.
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück. Die Stadt legt L+ T Fesseln an. Das Modehaus, das drei Immobilien an der Johannisstraße besitzt, darf ein Gebäude vorerst nicht umbauen. Rat und Verwaltung befürchten, dass ein Umbau den Center-Entwicklern neue Steine in den Weg legen würde.
Der Rat beschloss gestern Abend gegen die Stimmen der CDU, einen neuen Bebauungsplan für das Quartier zwischen Neumarkt, Lyrastraße, Johannisstraße und Große Rosenstraße aufzustellen. Das Thema war erst am Freitag nachträglich auf die Tagesordnung der gestrigen Ratssitzung genommen worden. Grund der Eile: Das Modehaus Lengermann und Trieschmann (L+ T) hat vor knapp zwei Wochen einen Bauantrag für das Haus Johannisstraße 71/ 72 gestellt.
Das Gebäude steht mitten im projektierten Center-Gebiet. Jede Veränderung kann Auswirkungen auf das geplante Einkaufszentrum haben. Mit der Aufstellung des Bebauungsplans hat der Stadtrat die Möglichkeit, eine Veränderungssperre zu verhängen. L+ T wären damit die Hände gebunden.
L+ T-Geschäftsführer Alexander Berger bestätigte gestern auf Anfrage den Bauantrag. L+ T plane, das Ladenlokal zu modernisieren und den Hinterhof zu bebauen. Außerdem sollen Stufen entfernt werden, die die Verkaufsfläche ungünstig teilen. Anlass sei die Pleite des bisherigen Mieters, sagte Berger. Mieter war der Betreiber eines Billigladens. Eine höherwertige Vermietung sei nur nach einem Umbau möglich, betont Berger: " L+ T hat immer gesagt, sich an der Johannisstraße engagieren zu wollen. Das tun wir jetzt und zwar beschleunigt durch die Insolvenz des Mieters."
Berger betont, dass es nicht die Absicht von L+ T sei, dem Center-Entwickler mfi neue Hindernisse in den Weg zu stellen. Er habe bei der Abgabe des Bauantrages ausdrücklich die Bitte geäußert, mögliche Auswirkungen auf die Centerplanungen genau zu prüfen. Berger: " Wir lassen gern mit uns reden, wenn es Probleme geben sollte."
Nach vorläufiger Prüfung der Bauverwaltung wäre der Bauantrag genehmigungsfähig. Stadtbaurat Wolfgang Griesert bestätigte, dass mit der Veränderungssperre verhindert werden soll, dass Tatsachen geschaffen werden, die den Centerbau erschweren könnten. Das Baugesetzbuch erlaube es einer Kommune, Bauanträge für maximal ein Jahr auf Eis zu legen. Der neue Bebauungsplan (Nummer 600) wird, wenn er am Ende als Satzung beschlossen werden sollte, alle alten Bebauungspläne für das Quartier ersetzen.
mfi will das Center in zwei Bauabschnitten verwirklichen. Im ersten Schritt sollen 15 000 Quadratmeter Verkaufsfläche realisiert werden, im zweiten weitere 6500 Quadratmeter, sodass das Center am Ende die Maximalgröße von 21 500 Quadratmetern erreicht.
Neues Gutachten
Der Lenkungsausschuss Neumarkt hat in seiner jüngsten Sitzung beschlossen, noch einmal die Cima-Gutachter zu befragen. Das Lübecker Unternehmen Cima hat bereits zweimal die Auswirkungen von Einkaufszentren unterschiedlicher Größe auf den Einzelhandel in und um Osnabrück untersucht. Eine wichtige Aussage lautet: Ein kleines Center wäre eine Gefahr für den Einzelhandel in der City. Das Center sollte nach Gutachterempfehlung nicht weniger als 18 000 Quadratmeter haben, weil es andernfalls zu wenig Kunden aus dem weiteren Umkreis anziehen und seinen Umsatz vor allem aus dem direkten Umfeld generieren würde. Die Gutachter sollen jetzt prüfen, wie ein kleines Center strukturiert sein muss, um diesen Effekt auszuschließen.

Bildtext:
Der 99-Cent-Shop ist pleite, jetzt will Hauseigentümer Mark Rauschen das Haus an der Johannisstraße 71/ 72 modernisieren. Die Stadt bindet ihm aber mit einer Veränderungssperre für ein Jahr die Hände.

Der Hinterhof soll überbaut werden.

Fotos:
Gert Westdörp

Kommentar:
Kein Vertrauen mehr

Der Projektentwickler und viele Politiker beobachten misstrauisch jede Bewegung von L+ T an der Johannisstraße. Kein Wunder. Sie wurden kalt erwischt, als Rauschen sich die drei Häuser mitten im Center-Gebiet schnappte mit dem Ziel, Einfluss auf die Pläne zu nehmen und diese, wenn möglich, ganz zu Fall zu bringen. Es gibt keine Vertrauensbasis. Und deshalb ist nachvollziehbar, dass sich die Stadtväter nicht noch einmal überrumpeln lassen wollen. Allerdings: Die Veränderungssperre hat eine schädliche Nebenwirkung. Sie lähmt jede Bewegung, stoppt Investitionen. Besser wäre es, L+ T und mfi würden ihre Pläne direkt aufeinander abstimmen.
Autor:
hin


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