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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Der Babybauch der Stadt.
Zwischenüberschrift:
Schulen und Kinderbetreuungseinrichtungen am Kalkhügel wachsen.
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück. Der Stadtteil Kalkhügel ist vor allem Wohngebiet. Das war einmal anders, als es dort noch Landwirtschaft, die General-Martini-Kaserne oder die Kesselschmiede gab. Aber immer mehr Wohnhäuser entstehen im Kalkhügel auf Flächen, die früher anders genutzt worden sind. Das Neubaugebiet Brinkhofweg ist das jüngste Beispiel.

Nördlich des Brinkhof weges und südlich der Howindstraße entstehen hier zahlreiche neue Häuser, teilweise in der gehobenen Preisklasse. Noch sind die Baukräne an der Felka-Platek- und Ludwig-Nolde-Straße nicht abgebaut, aber die ersten Familien sind schon eingezogen.

Schon in der Vorkriegszeit entstanden am südlichen Ende der Sutthauser Straße die ersten Wohnhäuser. Nach dem Krieg in den Fünfzigerjahren kam der Bauboom richtig in Gang. Am oberen Ende der Brinkstraße entstanden Reihenhäuser auf Flächen, die zum Hof des Bauern Wilsmann gehören. Das Bauernhaus selbst steht noch heute an seinem Platz, erkennbar an einem ausladenden Walmdach.

Die wachsende Bevölkerung führte unter anderem auch zu verstärkter Filialbildung der katholischen und evangelischen Kirche. Als Ableger von St. Johann wurde die Piuskirche auf den Kalkhügel gesetzt. Am Bergerskamp entstand die evangelische Melanchthon-Kirche, die in diesem Jahr 50 Jahre alt wurde.

Mit den Kirchen entstanden auch Kindergärten, die sich stetig vergrößerten. Die Pius-Kita feierte vor wenigen Wochen ihr 50-jähriges Bestehen. Jüngster Kapazitätszuwachs entstand durch die Melanchthon-Kinderkrippe für die Betreuung der unter Dreijährigen, die am vergangenen Wochenende eingeweiht wurde.

Neben einem Generationswechsel der Bewohnerschaft junge Familien mit Kindern ziehen in die Altbauten ein entstehen am Kalkhügel überall neue Wohnhäuser. Das Stephanswerk sorgte zum Beispiel dafür, dass das Gelände der ehemaligen General-Martini-Kasernen zwischen Hauswörmannsweg und der Brinkstraße nach dem Abzug der Bundeswehr von kinderreichen Familien besiedelt werden konnte.

Inzwischen haben sich hier, wo einst Panzergaragen standen und Rekruten geschliffen wurden, aktive Nachbarschaften gebildet. Zum Beispiel an der Ernst-Weber-Straße. Maigang und das Straßenfest gehören hier zum festen Jahresprogramm. Am vergangenen Wochenende standen hier wieder Hüpfburg und Grill. Es gibt sogar einen Nachbarschafts-Chor. In den 52 Häusern und Wohnungen leben gut 100 Kinder und Menschen aus zehn verschiedenen Heimat-Nationen. " Ganz im Sinne vom Namensgeber unserer Straße", sagt Esther Drop. Der ehemalige sozialdemokratische Oberbürgermeister Ernst Weber hatte sich in seiner Amtszeit dafür starkgemacht, dass Zuwanderer günstige Darlehen bekamen, um Wohneigentum zu schaffen.

In der Kaserne läuft derzeit übrigens auch ein Experiment: Zwei Mehrgenerationenhäuser entstanden mitten auf dem Gelände. Die Wohnanlage an der Anna-Gastvogel-Straße 13 und das dazugehörige Konzept erhielten im vergangenen Jahr das Qualitätssiegel " Sicheres Wohnen" des Netzwerkes " Sicherheitspartnerschaft im Städtebau in Niedersachsen".

Die Vergangenheit des Stadtteils war noch stärker von Arbeit geprägt. Von 1885 bis 2001 hatte die Osnabrücker Dampfkesselfabrik Julius Meyer, kurz JUMEY, dort ihren Sitz, bevor sie ihren Neubau im " grünen Gewerbegebiet" am Burenkamp südlich der Sutthauser Straße auch Teil des Kalkhügels bezog. Geschäftsfeld: Herstellen von Dampfkesseln für alle Industriezweige, die Dampf brauchten, zum Beispiel Ziegeleien und Kalksandsteinwerke. Später auch Stahlhallenbau, Druckbehälter aller Art und Wasseraufbereitungsanlagen.

2001 hatte ein Investor die Immobilie an der Sutthauser Straße gekauft, die alten Gebäude abgerissen und dort ein Nahversorgungszentrum errichtet, mit Edeka-Markt, Friseur und Getränkeshop. Das der Sutthauser Straße am nächsten stehende Gebäude übernahm die charakteristische Bogendachform der zuvor hier stehenden Werkhalle. Dort ist jetzt ein Café untergebracht. Die Bushaltestelle der Stadtwerke heißt weiterhin " Kesselschmiede".

Bildtexte:
Blick vom Turm der Melanchthon Kirche auf den Kalkhügel. In der Bildmitte mit Walmdach: der ehemalige Hof Wilsmann.

Beim Nachbarschaftsfest der Ernst-Weber-Straße ging′s nicht nur in der Hüpfburg richtig rund.

Fotos:
Hermann Pentermann/ Michael Schwager
Autor:
Hermann Pentermann/Michael Schwager


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